Foto: SWR-Fernsehen (Alle Fotos)
Der Federahannes ist eine der berühmten Figuren der Rottweiler Fasnet. Fotos: SWR-Fernsehen
Der Federahannes ist eine der berühmten Figuren der Rottweiler Fasnet. Fotos: SWR-Fernsehen
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SWR-Fernsehtipp: Rottweiler Fasnet kommt ganz groß raus

19. Februar 2022
Die Rottweiler Fasnet ist weltberühmt und für viele mit ihrem Narrensprung das absolute Highlight der schwäbisch- alemannischen Fasnet.

Für das SWR-Fernsehen Grund natürlich genug, um Ihnen an den Fasnetstagen am „Schmotzigen Donnerstag und am Rosenmontag in gleich zwei großartigen Dokumentationen das närrische Brauchtum in Baden-Württembergs ältester Stadt näherzubringen.

Doku 1: Narren

Warum nur wollen alle dabei sein beim Rottweiler Narrensprung, obwohl die Kostüme teuer, die Holzmasken unbequem und die Narren-Regeln überaus streng sind? Können Schwäbisch-Sprachtests und Videoüberwachung die berühmte Rottweiler Fasnacht vor dem Ansturm auswärtiger Narren retten?

Über drei Jahre haben die beiden Grimme-Preisträgerinnen Sigrun Köhler und Wiltrud Baier in Rottweil gedreht (vor Corona). Sie entführen die Zuschauer mit ihrem humor- und liebevollen Blick in eine unbekannte Welt. Die 90-minütige Doku „Narren“ läuft am 24. Februar 2022 um 22:45 Uhr im SWR- und SR- Fernsehen und wird am Sonntag, 27. Februar ab 11.25 Uhr in beiden Sendern wiederholt. Nach dem ersten Sendetermin steht der Dokumentarfilm für sieben Tage in der ARD Mediathek. Der Film ist eine Kino-Co-Produktion des SWR mit Böller und Brot, gefördert von der MFG Baden-Württemberg.

Rio, Mainz und Rottweil: Man muss nicht in ferne Länder reisen, um fremde Kulturen zu studieren. Den beiden Filmemacherinnen Sigrun Köhler und Wiltrud Baier reichte eine einstündige Fahrt über die A81, um einzutauchen in eine ganz eigene, wundersame Welt: Ausgerechnet eine schwäbische Kleinstadt kann es von der Popularität her mit den berühmten Fasnachtsumzügen von Köln, Mainz und Rio de Janeiro aufnehmen.

Gleich ist es soweit: Die Narren versammeln sich zum berühmten Rottweiler Narrensprung.

In Rottweil, der ältesten Stadt Baden-Württembergs, findet jedes Jahr der berühmte „Narrensprung“ statt. Die SWR Doku „Narren“ zeigt am Schmutzigen Donnerstag 2022 ein hintergründiges, launiges Porträt dieser traditionsreichen Narrenwelt. Die Kamera begleitet die Fastnachtsvorbereitungen ab Aschermittwoch über das Jahr hinweg: wie nach strengen Regeln viel Zeit und Pflege in Gewänder und Masken investiert wird, wie ausgewählt wird, wer beim Höhepunkt, dem Narrensprung, dabei sein darf und wie schließlich ein unglaubliches Gemeinschaftsgefühl entsteht. Der Film zeigt aber auch, was es bedeutet, wenn Tradition zum Trend wird.

Uralte Kontrollinstanz – die Rottweiler Zunft: Sie grenzen an eine Wissenschaft: die jahrhundertealten strengen Narrenregeln, über die Rottweils Narrenzunft stolz und mit größter Autorität wacht. Die Narrenfamilien halten sich seit Jahrhunderten daran, sie investieren viel Zeit und viel Geld in das Herstellen und Pflegen der Masken und Gewänder. Der Ausschuss der Narrenzunft, traditionell fest in Männerhand, beklagt den Verlust von Tradition und qualifizierten Narren. Eines aber hat Bestand: Frauen dürfen sich nicht als Pferdchen verkleiden.

Doku 2: Die Fasnet in Rottweil

Ja, der Rottweiler Narrensprung ist weltberühmt. Die Dokumentation von Antje Müller und Jürgen Vogt ist bei der Rottweiler Fasnet dabei – vom Beginn am Dreikönigstag bis zum Ende am Fasnetdienstag. Filmaufnahmen aus über 100 Jahren zeichnen das Bild eines der farbenprächtigsten und ursprünglichsten Bräuche im Südwesten. Die 45-minütige Doku läuft am 28. Februar ab 8.30 Uhr im SWR- und SR-Fernsehen .

Die Rottweiler Fasnet beginnt traditionell am 6. Januar, dem Dreikönigstag. Für die frühen Christen erschien an diesem Datum das Christkind. Im Rottweil von heute erscheinen stattdessen Männer in Frack und Zylinder, um die Kleidle und Larven aus den Schränken und Kisten abzustauben. Viele Narren haben Tränen in den Augen, wenn in der oberen Hauptstraße zum ersten Mal der Rottweiler Narrenmarsch erklingt. Der Narrenmarsch wird seit 1882 von der Stadtkapelle gespielt.

Er begleitet Rottweiler und Zuschauer durch die gesamte Fasnet. Fanfarenklänge leiten am Fasnetsonntag die heiße Phase des Narrentreibens ein. Gegen Mittag werden nach der Proklamation die Ausrufer durch die Straßen geschickt, die den Narrensprung ankündigen. Der beginnt seit Urzeiten am Montag um 8 Uhr – und keine Sekunde früher. Dann ziehen bis zu 8.000 Narren in Larve und Kleidle durch die Straßen. Federahannes, Biß, Geschell, Schantle und Fransenkleidle zu Hunderten, daneben Rössle, Guller und ein Narrenengel.

Zum Schluss noch ein Blick zurück an den Anfang: Am Dreikönigstag zum Fasnetsauftakt erst einmal Kleidle und Larven abgestaubt.

Weltberühmt: der Rottweiler Narrensprung: Alle haben eine besondere und manchmal auch besonders lange Geschichte. Wie der Lange Mann, der tags zuvor schon den Narrensamen durchs Schwarze Tor begleitet hat. Tausende Zuschauer lassen sich jedes Jahr in den Bann der Rottweiler Narren ziehen. Bis die Glocken des Heilig-Kreuz-Münsters am Fasnetsdienstag um 18 Uhr dem Narrentreiben ein Ende setzen. Bis zum nächsten Jahr – „’s goht dagege“.

Narrensprung 2022 eine Nummer kleiner: Ganz sicher wollen Sie jetzt wissen, ob der Rottweiler Narrensprung auch in diesem Jahr stattfinden wird. Er wird! Trotz Corona! Allerdings dann doch eine ganze Nummer kleiner als sonst. Insgesamt ist die Veranstaltung coronabedingt auf 6000 Menschen begrenzt. Ein großer Narrensprung wie es die Rottweiler sonst gewohnt sind, wird es also nicht geben. Sowohl am Fasnetsmontag als auch -dienstag ziehen ab 8 Uhr mit Abstand jeweils maximal 1.000 Narren in einen von Kontrollpunkten abgesperrten Raum ein. Dazu kommen dann noch die Zuschauer, deren Zahl ebenfalls begrenzt ist. Sowohl die Narren wie auch die Zuschauer müssen im Vorfeld Eintrittskarten erwerben. Nähere Informationen darüber finden Sie unter www.rottweil.de oder www.narrenzunft-rottweil.de

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