Foto: Jürgen Benitz
Erst das Styropor über dem Schnee verlegt, dann die Plane drüber. Fertig ist der Schwarzwaldgletscher. Was indes so einfach klingt, ist ein hartes Stück Arbeit, das die vielen freiwilligen Helfer immer zu leisten haben.
Erst das Styropor über dem Schnee verlegt, dann die Plane drüber. Fertig ist der Schwarzwaldgletscher. Was indes so einfach klingt, ist ein hartes Stück Arbeit, das die vielen freiwilligen Helfer immer zu leisten haben.
Foto: Jürgen Benitz

„Schwarzwaldgletscher“ rettet Skisprung-Weltcup

29. November 2022
Wie wollen die denn vom 8. bis 11. Dezember in Titisee-Neustadt ein Weltcup-Skispringen ausrichten? Es hat es doch weit und breit keinen Schnee. Doch, hat es doch! Zum Glück gibt es dort nämlich den „Schwarzwaldgletscher“.

Mit den alten, die vor 20.000 die Schwarzwaldberge komplett bedeckt hatten, hat dies indes nichts zu tun. Die sind vor 18.000 Jahren verschwunden. Der, von dem hier die Rede ist, befindet sich am Hochfirst und wurde von zahlreichen freiwilligen Helfern im letzten Winter mit einer großen Kraftanstrengung errichtet. Sie häuften zum Ausklang des letzten Winters sage und schreibe 6000 (!) Kubikmeter Schnee zu einem gigantischen Schneeberg an, den man zunächst mit großen Styroporquadern belegte und dann so geschützt mit einer weißen Spezialfolie bedeckte.

Sinn und Zweck des Ganzen: So viel vom Schnee des letzten Winters durch den Sommer zu bringen, damit es reicht, um die Schanze für die bevorstehende Großveranstaltung perfekt präparieren zu können. Schließlich sollen die Sportler im Schwarzwald beste Schanzenbedingungen vorfinden. Und in Titisee Neustadt-kann Schanzenchef Joachim Häfker vermelden: Es ist einmal mehr gelungen. Rund 3200 Kubikmeter konnte man so über den Winter retten. Und dies, obwohl auch im Schwarzwald dieser Sommer der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war. Hier weiß man eben, wie „Schneeretten“ geht.

Die freiwilligen Helfer haben in Sachen Gletscherbau nämlich schon richtig Routine. Bereits seit 2013 macht man das.  Am Donnerstag dieser Woche wird er nun abgedeckt und der Schnee zur rund 100 Meter entfernten Schanze transportiert, um danach in den folgenden Tagen damit die Schanze zu präparieren.   

Der „Schwarzwaldgletscher“, wie man in Titisee-Neustadt den Schneeberg liebevoll nennt, hat sich übrigens im Laufe der Jahre sogar schon zu einer kleinen Sehenswürdigkeit gemausert, lockt immer Besucher an, die staunend vor dem großen abgedeckten Schneeberg stehen. Und das ist dann auch irgendwie doch etwas ganz Besonderes. Schließlich ist es garantiert der einzige Flecken im Schwarzwald, in dem selbst im August noch Schnee liegt.

Alle Informationen zu den bevorstehenden Weltcup-Wettkämpfen finden Sie unter www.weltcupskispringen.com. Auch SCHWARZWALD aktuell hat bereits berichtet: www.schwarzwald-aktuell.eu/news/skisprung-weltcup-komplette-weltelite-in-titisee-neustadt

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