Foto: Felix Abraham, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons
Kleines Tier mit großem Gefahrenpotenzial: die Zecke – hier vollgesogen.
Kleines Tier mit großem Gefahrenpotenzial: die Zecke – hier vollgesogen.
Foto: Felix Abraham, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Schwarzwald aktuell extra: Gefährliche Zecken – So schütze ich mich

14. Juli 2025
Sie sind klein, aber sie können dem Menschen gefährlich werden – die Rede ist von Zecken. Zu den Regionen in Deutschland, die als Zecken-Risikogebiete gelten, gehören unter anderem die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg. Und in letzterem liegt bekanntlich der gesamte Schwarzwald.

Was ist FSME?

In dem Beitrag, der sich im Wesentlichen auf Veröffentlichungen des Robert Koch-Instituts stützt, erfahrt ihr, wie ihr euch möglichst gut vor den Gefahren – vor allem vor FSME – schützen könnt. Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist eine Viruserkrankung, die regional unterschiedlich häufig durch Zecken übertragen wird.

Bei schweren Verläufen besteht insbesondere für Erwachsene die Gefahr bleibender neurologischer Schäden. Häufiger als bei Kindern können anhaltende Kopfschmerzen, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen oder Lähmungen auftreten.

Die Impfung

Gegen FSME gibt es bewährte Impfstoffe, die bereits Menschen ab dem vollendeten ersten Lebensjahr schützen. Für einen vollständigen Impfschutz sind in der Regel drei Impfungen notwendig. Schon nach zwei Impfungen liegt der Schutz jedoch für ein Jahr bei rund 86 Prozent.

Ein Impfschutz wird empfohlen, wenn man in einem Risikogebiet lebt oder dorthin reist. Zu diesen zählen insbesondere ganz Bayern und Baden-Württemberg – und damit auch der komplette Schwarzwald.

Meiste Fälle im Schwarzwald-Baar-Kreis

In den ersten sechs Monaten des Jahres wurden laut einem SWR-Bericht die meisten FSME-Fälle in Baden-Württemberg im Schwarzwald-Baar-Kreis registriert. Dort erkrankten elf Personen, sieben davon mussten in der Klinik behandelt werden. Zum Vergleich: Im Vorjahr gab es im gleichen Zeitraum lediglich zwei Fälle.

Alle Informationen zum Thema FSME und Impfen bietet das Robert Koch-Institut unter:
www.rki.de

Wo es Zecken gibt

Die in Deutschland häufigste Zeckenart – Ixodes ricinus – kommt nahezu überall vor, wo es Pflanzen gibt: in Wäldern wie dem Schwarzwald, aber auch in Gärten und Parks. Zecken klettern auf exponierte Stellen wie Grashalme, Gebüsche oder Totholz. Kommt ein Tier oder Mensch vorbei, wird die Zecke abgestreift und hält sich fest. Zecken fallen nicht von Bäumen und können auch nicht springen. Die meisten lauern in einer Höhe unter einem Meter, meist zwischen 10 und 50 cm über dem Boden.

Vorsichtsmaßnahmen

Bestimmte Verhaltensweisen können zwar eine Impfung nicht ersetzen, aber das Risiko eines Zeckenstichs deutlich reduzieren:

  • Geschlossene Kleidung (feste Schuhe, lange Hosen, lange Ärmel) bei Aufenthalt im hohen Gras, Gebüsch oder Unterholz tragen.
  • Hosenbeine in die Socken stecken – so muss die Zecke außen an der Kleidung nach oben krabbeln und kann leichter entdeckt werden.
  • Repellentien (Akarizide) auf Haut und – falls geeignet – Kleidung auftragen. Der Schutz ist allerdings zeitlich begrenzt.
  • Nach dem Aufenthalt im Freien den Körper gründlich nach Zecken absuchen und diese bei Fund sofort entfernen.

Kinder nach dem Spielen untersuchen

Kinder sollten nach dem Spielen im Freien sorgfältig untersucht werden. Zecken bevorzugen Stellen wie Haaransatz, Ohren, Hals, Achseln, Ellenbeuge, Bauchnabel, Genitalbereich oder Kniekehlen. Helle Kleidung erleichtert das Auffinden. Auch Katzen mit Freigang sollten mit geeigneten Repellentien geschützt werden.

Was tun, wenn euch doch eine Zecke erwischt hat?

Um das Infektionsrisiko zu minimieren, sollte eine Zecke so schnell wie möglich entfernt werden – und zwar vollständig. Dabei mit einer Pinzette oder einem speziellen Zeckenentferner möglichst nah an der Haut (an den Mundwerkzeugen) greifen und langsam herausziehen. Niemals am vollgesogenen Körper anfassen!

Wichtig: Kein Öl oder Klebstoff

Die Zecke darf vor dem Entfernen keinesfalls mit Öl oder Klebstoff beträufelt werden. Das würde sie reizen und kann dazu führen, dass sie vermehrt Speichel – und damit Erreger – abgibt. Nach der Entfernung sollte die Stichstelle sorgfältig desinfiziert werden.

Eine Bilderserie zur fachgerechten Zeckenentfernung gibt es auf den Seiten des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit: https: www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/borreliose/lyme_zeckenstich.htm

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