Der NABU Baden-Württemberg hat sieben solcher tierischen Halloween-Stars aus dem Südwesten zusammengestellt – und zeigt, wie faszinierend die Natur sein kann, ganz ohne Verkleidung.
Großer Abendsegler (Nyctalus noctula)
Fledermäuse sind die lautlosen Flugkünstler der Nacht – und um sie ranken sich bis heute viele Mythen. Blut trinken sie nicht, gefährlich sind sie auch nicht. Dass Graf Dracula sich in eine Fledermaus verwandeln konnte, bleibt eine schön-schaurige Geschichte. Wer dem größten heimischen Vertreter begegnen möchte, sollte in alten Parks und Wäldern mit Baumhöhlen Ausschau halten. Dort jagt der Große Abendsegler mit Hilfe von Echoortung nach Insekten – ganz ohne Spuk.
Gemeiner Totengräber (Nicrophorus vespillo)
Schwarz-orange gefärbt und mit einem Namen wie aus einem Gruselfilm: Der Gemeine Totengräber ist ein Käfer mit besonderem Talent. Als Recyclingprofi nutzt er tote Tiere als Nahrung für seine Larven. Das Weibchen formt den Kadaver zu einer Kugel, gräbt ihn ein und baut drumherum eine Brutkammer. Makaber? Vielleicht. Aber auch faszinierend und ökologisch wertvoll.
Höllenotter (Vipera berus)
Tiefschwarz und selten – die sogenannte „Höllenotter“ ist in Wahrheit eine dunkel gefärbte Kreuzotter. In Baden-Württemberg lebt sie zurückgezogen in höheren Lagen des Schwarzwalds, auf der Schwäbischen Alb und in Oberschwaben. Sie liebt sonnige Steinhaufen, Totholz und Zwergsträucher wie Erika oder Heidelbeere. Wer sie sieht, sollte Abstand halten: Die Giftschlange ist scheu, aber schützenswert.
Neuntöter (Lanius collurio)
Der Name klingt brutal – und trifft ins Schwarze. Der Neuntöter, ein hübscher Singvogel mit Augenmaske und rostroten Flügeln, spießt seine Beute auf Dornen auf: Käfer, Heuschrecken, kleine Vögel oder Mäuse. So legt er Vorräte an. Aktuell ist der Zugvogel in Afrika unterwegs, doch im Frühjahr kehrt er zurück in unsere Heckenlandschaften.
Nosferatuspinne (Zoropsis spinimana)
Groß, flink und ohne Netz: Die Nosferatuspinne ist eine eingeschleppte Art, die sich nachts auf die Lauer legt. Oft entdeckt man sie an Wänden – und erschrickt. Ihre Rückenzeichnung erinnert an die Filmfigur Nosferatu, ihr Biss ist für Menschen meist harmlos. Wer sie im Haus findet, sollte sie einfach mit einem Glas einfangen und nach draußen setzen.
Totenkopfschwärmer (Acherontia atropos)
Ein Nachtfalter mit Gänsehautfaktor: Der Totenkopfschwärmer trägt eine markante Zeichnung auf dem Rücken, die an einen Totenkopf erinnert. Seine Raupen gibt es in Gelb, Grün und Braun. Besonders clever: Die Falter saugen Honig aus Waben und tarnen sich mit einem Duft, der sie wie Bienen riechen lässt – ein echtes Halloween-Genie.

Waldkauz (Strix aluco)
Sein „Huu-huu“-Ruf gehört zu jeder windstillen Nacht – und zu jedem guten Gruselfilm. Der Waldkauz ist ein Meister der Tarnung, mit großen dunklen Augen und einem hellen Gesicht. Man hört ihn oft, sieht ihn selten. Er jagt Mäuse und kleine Vögel und brütet in alten Baumhöhlen. Ein echter Nachtgeist des Waldes.






