Schwarzwald aktuell
Foto: Staatliche Schlösser und Gärten/Christoph Hermann
Ein faszinierendes Bauwerk: das Residenzschloss in Rastatt. Hier mit Blick auf den Ehrenhof.
Ein faszinierendes Bauwerk: das Residenzschloss in Rastatt. Hier mit Blick auf den Ehrenhof.
Foto: Staatliche Schlösser und Gärten/Christoph Hermann

Schloss Rastatt: das Schloss des „Türkenlouis“

November 2, 2021
ist die früheste Barockresidenz am Oberrhein und wirklich einen Besuch wert. Die Rede ist von Schloss Rastatt, dem Schloss des „Türkenlouis“. Die imposante Anlage demonstriert in ihrer Gesamtarchitektur anschaulich eine geometrische Einheit von Stadt und Garten mit dem Schloss als Mittelpunkt.

Beim Bau des dreiflügeligen Schlosses und bei der Anlage des Gartens sowie der Residenzstadt orientierten sich Schloss Rastatt, das Schloss des „Türkenlouis“, an Schloss Versailles ebenso wie an Adelspalästen in Wien.

Beeindruckende Anlage

Leicht erhöht liegt die imposante Schlossanlage über der Stadt. Hoch oben auf dem Dach leuchtet die goldene Figur des Jupiters, im Volksmund der „Goldene Mann“ genannt. Sie symbolisiert den Erbauer des Schlosses: Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden, der von 1677 bis 1707 regierte. Als erster der Fürsten am Oberrhein hatte er im Jahr 1700 entschieden, statt seines schon begonnenen Jagdschlosses eine moderne barocke Residenz zu bauen.

Verherrlichung des Landesherrn

Das Schloss ist eines der frühesten deutschen Beispiele für die Nachahmung des Systems von Versailles. Die Verherrlichung des Landesherrn durch Architektur, Malerei und Stuck ist hier besonders gut nachvollziehbar. Seine militärischen Verdienste stellte der Markgraf im Schloss zur Schau – als kaiserlicher Feldherr war er im Großen Türkenkrieg erfolgreich gewesen und hatte so den Beinamen „Türkenlouis“ erhalten. 1705 zog die Familie in einen Seitenflügel des Schlosses ein – doch der Markgraf konnte seine neue Residenz kaum genießen.

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Im Barockschloss lässt sich der Prunk vergangener Zeiten bewundern. Foto: Staatliche Schlösser und Gärten/Niels Schubert

Sibylla Augusta als Regentin

Ludwig Wilhelm starb im Januar 1707. Nun herrschte seine Ehefrau Sibylla Augusta über das Land – zwanzig Jahre lang als Regentin anstelle des noch unmündigen Sohnes Ludwig Georg. Sibylla Augusta vollendete die Inneneinrichtung des Schlosses und ergänzte die Residenz durch weitere Bauten. Ihr wenige Kilometer entfernt gelegenes Lustschloss Favorite zeugt bis heute von ihrem außergewöhnlichen Kunstgeschmack. Beide Schlösser wurden im Zweiten Weltkrieg nicht zerstört.

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Sibylla Augusta als Heilige Helena: Auf dem Deckengemälde der Schlosskirche, das die Auffindung des Hl. Kreuzes zeigt, schlüpft die Markgräfin in die Rolle ihres Vorbilds Foto: Staatliche Schlösser und Gärten/Dirk Altenkirch

Top-Ausflugsziel der Ferienregion Schwarzwald

Das Residenzschloss in Rastatt gilt als eines der Top-Ausflugsziele in der Ferienregion Schwarzwald. Die Staats- und Privatappartements mit ihren eindrucksvollen Dekorationen sind für Besucher im Rahmen einer Führung zugänglich. Leuchtende Fresken italienischer Künstler, Wandteppiche, Möbel und die Geschichten ihrer Bewohner machen die Zeit des Barock noch heute lebendig. In den Seitenflügeln sind das Wehrgeschichtliche Museum und die Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte untergebracht.

Weitere Infos über das Schloss finden Sie unter www.schloss-rastatt.de.  Von dort stammt auch im Wesentlichen dieser Bericht. Darüpberhinaus gelangen Sie von der Seite auch problemlos zu den anderen hervorragend gemachten Seiten der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Natürlich kommen Sie mit www.schloesser-und-gaerten.de   auch direkt auf die Seite

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