„Grindi“ hat sich selbst gerettet
Dass „Grindi“ die letzten drei Wochen überlebt hat, hat er vor allem sich selbst zu verdanken. Er war nach der Ranzzeit wie vom Erdboden verschluckt und damit auch keine Gefahr für die Menschen mehr. Und genau das war während der Ranzzeit der Fall, während der Grindi verstärkt Kontakt zu Hunden suchte und dabei bis auf wenige Meter an Menschen herankam. Dies führte dann dazu, dass das Ministerium den Wolf zum Abschuss freigab. E
Jäger bekamen Wolf nicht vor die Flinte
Während sich ein Jagdteam auf die Suche machte und durch die Wälder streifte um den Wolf vor die Flinte zu bekommen, brach im Ländle eine Welle der Empörung aus. Zehntausende unterzeichnen Listen gegen den Abschuss des Wolfes, Menschen trafen sich sogar zu Mahnwachen. Am Ende können sie sich jetzt zunächst einmal freuen. Die Naturschutzinitiative e.V. hatte gegen den Abschusserlass geklagt, aber den Kürzeren gezogen.
Hoffen, dass „Grindi“ menschenscheu wird
Die jetzige Entscheidung muss aber noch nicht heißen, dass „Grindi“ entgültig über den Berg ist, denn die nächste Brunftzeit kommt bestimmt und wenn sich der Wolf dann wieder so den Menschen nähert, könnte es einen neuerlichen Abschusserlass geben. Eine grundsätzliche Entwarnung – so Umweltministerin Thekla Walker, gebe es also nicht. Ohne nachhaltige Verhaltensänderung könne der Wolf zur nächsten Ranzzeit wieder potenziell gefährlich für Menschen werden.

„So, jetzt lasst mich gefälligst in Ruhe“ Bild: Markus Dübbert
Wolf soll vergrämt werden
Doch bis dahin ist es ja jetzt noch eine Weile hin. Und dies sieht wohl auch die Ministerin so. Die Erkenntnisse der vergangenen Wochen sollen jetzt von der Forstlichen Versuchsanstalt genutzt werden, um „angepasste Konzepte zur Vergrämung des Wolfes außerhalb der Ranzzeit“ zu entwickeln, die zum Ziel haben, dass der Wolf dauerhaft menschenscheu bleibt, Gelingt dies, hat „Horni“ nichts mehr zu befürchten.
Walker: „Brauchen Mithilfe“
Umweltministerin Walker appelliert: „Wir legen die Hände nicht in den Schoß. Wir müssen die Situation genau beobachten. Dazu brauchen wir die Mithilfe der Menschen vor Ort: Bitte provozieren Sie keine Begegnungen mit dem Wolf und beachten Sie die überall in der Region ausgehängten Verhaltenshinweise. Sichtungen sollten jedoch unbedingt an die FVA gemeldet werden. Nur bei einem engmaschigen Monitoring haben Vergrämungsmaßnahmen Aussicht auf Erfolg.“





