Foto: Foto: Von Mark Kent – Lunch_1083, CC BY-SA 2.0,
Symbolbild
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Foto: Foto: Von Mark Kent – Lunch_1083, CC BY-SA 2.0,

Hornisgrindewolf „Horni“ zu clever? Bislang machen Jäger vergebens Jagd

3. März 2026
Satz mit x, das war wohl nix – zumindest bislang. Das Jägerteam, das im Auftrag des Landes den Hornisgrindewolf erlegen soll, war bisher erfolglos. Und allmählich wird die Zeit knapp: Am 10. März endet die gerichtlich bestätigte Frist für den Abschuss. Sollte das Tier bis dahin nicht erlegt sein, stellt sich die Frage, wie es weitergeht.

„Horni“ – wie Abschussgegner den Wolf gegenüber Schwarzwald aktuell beinahe liebevoll nannten – scheint derzeit wie vom Erdboden verschluckt. Das baden-württembergische Umweltministerium hatte die Entscheidung zum Abschuss mit auffälligem Verhalten begründet. Demnach habe sich der Wolf im Jahr 2024 mehrfach Hunden und Menschen genähert; mehr als 180 Sichtungen seien registriert worden.

Die Sorge des Ministeriums: Das Tier könnte zunehmend seine Scheu verlieren – auch begünstigt durch wachsenden „Wolfstourismus“. Studien zeigen, dass Wölfe vor allem dann gefährlich werden können, wenn sie sich stark an Menschen gewöhnen. Der Stichtag 10. März hängt mit der Ranzzeit, also der Paarungszeit der Tiere, zusammen.

Wolfsjagd ist schwierig

Während zahlreiche Abschussgegner dem Wolf die Daumen drücken, durchkämmen die Jäger weiterhin die Wälder. Eine Wolfsjagd gilt als schwierig: Die Tiere legen große Strecken zurück, sind meist nachts aktiv und meiden in der Regel den Menschen. Selbst mit moderner Technik ist es nicht leicht, sie aufzuspüren. Frühere Versuche, den Wolf zu betäuben oder zu vertreiben, blieben ohne Erfolg. Erst danach wurde der Abschuss genehmigt. Die Befristung ist dabei ausdrücklich an die angenommene Gefährdungslage und die Ranzzeit gekoppelt.

Was passiert nach dem 10. März?

Sollten die Jäger den Wolf nicht rechtzeitig erschießen, wäre eine Verlängerung der Jagd keineswegs automatisch möglich. Dafür bräuchte es eine neue Genehmigung – und die könnte weitere Klagen nach sich ziehen. Das Umweltministerium hat sich bislang nicht abschließend zum weiteren Vorgehen geäußert. Naturschutzverbände wie Naturschutzbund Deutschland und Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland rechnen laut Pressebrichten mit einer Fortsetzung der Jagd. Die Naturschutzinitiative lehnt dies strikt ab und dürfte eine erneute Entscheidung wohl kaum klagslos hinnehmen.

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