Schwarzwald aktuell
Foto: Hochschwarzwald Tourismus GmbH
Die Danieltanne bei Grafenhausen ist dann doch ein ganz besonderes Exemplar unter den Schwarzwaldtannen. Sie ist stolze 50 Meter hoch und mit 5 Metenr Umfang die dickste Tannne im Südschwarzwald.
Die Danieltanne bei Grafenhausen ist dann doch ein ganz besonderes Exemplar unter den Schwarzwaldtannen. Sie ist stolze 50 Meter hoch und mit 5 Metenr Umfang die dickste Tannne im Südschwarzwald.
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G’schichtle 81: Der Schwarzwald und seine Bäume

Dezember 6, 2020

Der Schwarzwald gehört zu den bekanntesten deutschen Waldlandschaften. Mit 365.000 ha Gesamtwaldfläche und einem Bewaldungsanteil von 75 Prozent ist er die waldreichste Landschaft in Baden-Württemberg, wobei der Waldanteil im Nordschwarzwald sogar an sogar an die 90 Prozent heranreicht.

Ursprünglich bestand der Schwarzwald aus Buchen und Tannen, kleinstandortlich auch aus Eiche, Kiefer und Fichte. Unter dem Einfluss des Menschen (Waldweide, Streunutzung, Brandrodung, Holznutzung) hat sich die Baumartenzusammensetzung geändert.

Begehrte Schwarzwaldtannen

Große Tannen aus dem Schwarzwald waren früher richtige Exportschlager. Berühmt: die Holländertannen. Man sagt, dass ein Großteil Amsterdams auf Schwarzwaldstämmen gebaut ist, die in den morastigen Boden geschlagen wurden, um ein festes Fundament zu bilden. Noch bedeutender jedoch war der Holzbedarf zum Bau der Handelsflotten, mit denen die Handelskompagnien gewaltige Gewinne einfuhren. Der Run auf die Schwarzwaldtannen machte im Schwarzwald die Flößerei zu einem gefährlichen, aber auch wirtschaftlich florierenden Gewerbe.

Heutzutage prägen vor allem Fichten das Bild unserer Nadelwälder. Der Grund ist einfach: Sie wachsen schneller und sind pflegeleichter als Tannen. Als Nutzholz findet Fichtenholz vor allem Verwendung in der Papier-, Bau- und Möbelindustrie. An Weihnachten jedoch läuft die Tanne der Fichte den Rang ab. Denn: Wer will schon einen Weihnachtsbaum mit stechenden Nadeln?

Hoher Fichtenanteil im Schwarzwald

Der Schwarzwald besteht heute zu rund 43 Prozent aus Fichten, die Tannen bringen es auf 18,5 Prozent und die Buchen als der mit Abstand am Stärksten vertretene Laubbaum auf über 15 Prozent. Douglasien und Kiefern folgen mit jeweils rund 5 Prozent. Diese Zahlen sind allerdings bereits einige Jahre alt, dürften sich aber noch nicht entscheidend verändert haben, wobei die heutige Forstwirtschaft das Ziel hat den Mischwaldanteil im Schwarzwald zu verstärken. Damit will man den Schwarzwald fit für die zunehmenden negativen Umwelteinflüsse machen.

Sowohl die Fichten als auch die Tannen gehören zur Familie der immergrünen Kieferngewächs. Doch wie können wir die eng miteinander verwandten Fichten und Tannen im Schwarzwald nun voneinander unterscheiden?

Tannen überragen oft die kleineren Fichten. Ihre Baumkronen sind abgerundet, während die Fichten einen spitzeren Wipfel haben. Doch es gibt noch weitere Unterschiede: Die Zapfen zum Beispiel.

Findet man bei einem Waldspaziergang Zapfen, so kann man eines sicher sagen: Die Zapfen stammen nicht von einer Tanne – auch wenn es im Volksmund „Tannenzapfen“ heißt! Im Gegensatz zu der Fichte wirft die Tanne ihre Zapfen nämlich nicht als Ganzes ab. Tannenzapfen zerfallen und geben ihre Samen frei. Bei der Fichte hingegen findet man intakte Zapfen auf dem Waldboden. Ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal: Die Zapfen der Fichte hängen von den Zweigen herab. Bei der Tanne hingegen stehen die Tannenzapfen aufrecht auf den Ästen.

„Die Fichte sticht, die Tanne nicht.“

„Die Fichte sticht, die Tanne nicht.“ Dieses Sprichwort verweist auf die Beschaffenheit der Nadeln. Während die Nadeln der Tanne zwei weiße Streifen haben und stumpf sind, hat die Fichte spitze, pieksende Nadeln. Beim Abreißen der Nadeln zeigt sich ein weiterer Unter-schied: An der Fichte bleibt ein bräunliches Fähnchen hängen, das Tannen nicht haben.

Beide Nadelbäume unterscheiden sich auch an der Rinde. Die Baumstruktur der Fichte ist schuppig und weist eine rote bis graubräunliche Farbe auf. Die Tanne hat dagegen einen glatten Stamm, der später rissig wird und von grauer bis weißlicher Farbe ist.

Nicht unmittelbar sichtbar, aber dennoch verschieden ist das Wurzelsystem. Während die Tanne pfahlförmig wurzelt, ist die Fichte ein Flachwurzler. Dieser Unterschied wird besonders deutlich, wenn ein Sturm über die Wälder zieht. Fichten sind aufgrund der flachen Wurzeln weniger sturmresistent. Sie knicken eher um als Tannenbäume.

Unvergessen der 26. Dezember 1999. Mit über 200 km/h rast Orkan Lothar das Land hinweg. In Baden-Württemberg wird auf auf einer Fläche von rund 40.000 Hektar – das entspricht in etwa einer Fläche von 56.000(!) Fußballfeldern –der Wald total zerstört, kam es zum völligen Kahlschlag. Wie Streichhölzer waren die Bäume unter der Wucht des Orkans geknickt. Insbesondere die Fichten hatten dem Sturm nichts entgegenzusetzen. Am härtesten betroffen in Baden-Württemberg: der Schwarzwald.

Eine Grundlage für diesen Artikel die Ausführungen unter www.planet-schule.de. Dort gibt es auch ein Video zu diesem Thema. Nicht nur das: Hier finden sich auch zahlreiche weitere hervorragende Beiträge zum Schwarzwald. Wirklich empfehlenswert!

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