Foto: Franziskanermuseum Villingen-Schwenningen
Eine faszinierende Ausstellung über die Grabräuberei ist derzeit im Franziskanermuseum in Villingen-Schwenningen zu sehen. Bild: Franziskanermuseum Villingen-Schwenningen
Eine faszinierende Ausstellung über die Grabräuberei ist derzeit im Franziskanermuseum in Villingen-Schwenningen zu sehen. Bild: Franziskanermuseum Villingen-Schwenningen
Foto: Franziskanermuseum Villingen-Schwenningen

Villingen: Grabräuberausstellung begeistert Publikum und Fachwelt

19. Mai 2025
Wer an Grabräuber denkt, hat oft Bilder aus Abenteuerfilmen im Kopf. Doch das Phänomen des Grabraubs ist Realität – und reicht von der Antike bis in unsere Gegenwart. Die große Sonderausstellung „GRABRAUB – Spurensuche durch die Jahrtausende“ im Franziskanermuseum Villingen-Schwenningen widmet sich seit dem 5. April 2025 genau diesem Thema.

Von den Kelten bis in die Gegenwart

Wer an Grabräuber denkt, hat oft Bilder aus Abenteuerfilmen im Kopf. Doch Grabraub ist kein Mythos, sondern bittere Realität – von der Antike bis heute. Die Sonderausstellung beleuchtet das Phänomen in all seinen Facetten und zeigt eindrucksvoll, wie Gräber über Jahrtausende hinweg geplündert, verändert oder zerstört wurden. Der Bogen reicht von den Kelten über das alte Ägypten bis nach Südamerika.

Blick auf bemalten Kasten, wohl zur Aufbewahrung von Eingeweide-Gefäßen nach der Mumifzierung.
Foto: Franziskanermuseum Villingen-Schwenningen

Plünderung und Zerstörung – ein globales Thema

Die Ausstellung endet nicht im Alten Ägypten, sondern in der Gegenwart – einer Zeit, in der die Zerstörung von Kulturerbe und illegale Ausgrabungen weltweit ein Thema sind. Abseits der Abenteuermythen um Indiana Jones & Co. offenbart die Schau die wahren Hintergründe von Grabräuberei und das menschliche Bedürfnis, sich mit dem Tod und dem Jenseits auseinanderzusetzen.

Einblick in vergangene Welten

Zu sehen sind spektakuläre Funde aus aller Welt: originale Grabbeigaben aus Ägypten, Peru, China – bis hin zu einer Totenmaske Friedrich Schillers. Diese Objekte geben faszinierende Einblicke in vergangene Kulturen, ihre Rituale, Machtverhältnisse und Weltbilder.

Regionalgeschichte trifft Weltarchäologie

Einen besonderen Bezug zur Region bietet das keltische Fürstengrab vom Magdalenenberg bei Villingen. Bereits vor seiner wissenschaftlichen Ausgrabung im Jahr 1890 war es geplündert worden – ein lokales Beispiel für ein globales Phänomen.

Hervorragend gemachte Infotafeln und sensationelle Leihgaben von Funden aus aller Welt fügen sich hier zu einer großartigen Ausstellung zusammen. Bild: Franziskanermuseum Villingen-Schwenningen

Gold, Glaube und Politik – Motive des Grabraubs

Die Ausstellung zeigt: Grabraub hatte nicht nur materielle Gründe. Auch religiöse Riten, politische Botschaften oder kulturelle Umbrüche spielten eine Rolle. Besucherinnen und Besucher erwartet eine Reise durch Jahrtausende voller archäologischer Erkenntnisse, alter Texte und ethnologischer Vergleiche.

Leihgaben aus aller Welt

Ermöglicht wird die Schau durch hochkarätige Leihgaben von Museen, Universitäten und Behörden – darunter die Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim, das Archäologische Museum Frankfurt und die Universität Tübingen. Selbst das Landeskriminalamt Baden-Württemberg ist beteiligt und zeigt beschlagnahmte Objekte aus illegalem Handel.

Rahmenprogramm für Neugierige

Ein umfangreiches Begleitprogramm ergänzt die Ausstellung. Öffentliche Führungen finden immer sonntags um 15 Uhr statt: am 18. und 25. Mai sowie am 1., 8., 15. und 22. Juni.

Außerdem ist ein reich bebilderter Ausstellungskatalog mit Fachbeiträgen im Museumsshop für 19 Euro erhältlich. Tickets sind im Vorverkauf erhältlich. Weitere Informationen unter:
www.franziskanermuseum.de/aktuelles/ausstellungen/grabraub

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