Foto: Presse Karlsruhe/Fränkle
Helmut Lohrer (links) zusammen mit Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup bei einer Ausstellungeröffnung im Karlsruher Rathaus im vergangenen Jahr, die den Kampf gegen die Atomwaffen thematisiert.
Helmut Lohrer (links) zusammen mit Karlsruhes Oberbürgermeister Frank Mentrup bei einer Ausstellungeröffnung im Karlsruher Rathaus im vergangenen Jahr, die den Kampf gegen die Atomwaffen thematisiert.
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Friedensnobelpreis: ein Schwarzwälder ist mit dabei

10. Dezember 2017

Heute ist der 10. Dezember. „Na und?“ wird da so mancher fragen. Nun, mit Sicherheit ist es für einen Mann aus dem Schwarzwald, für Helmut Lohrer aus Villingen-Schwenningen ein ganz besonderer Tag. Ein großer Tag. Er ist in Oslo mit dabei, wenn die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen, kurz „Ican“ genannt, den bedeutendstens Friedenspreis der Welt, den Friedensnobelpreis, entgegennehmen wird. Helmut Lohrer wird zusammen mit seiner Frau der Übergabe beiwohnen.

Das kommt nicht von ungefähr. Lohrer, der in Villingen ein Praxis als Allgemeinarzt betreibt, hat vor zehn Jahren die Organisation mitgegründet, gehörte sozusagen zu deren Gründungsväter. Der Anstoß zur Gründung des Bündnisses ging damals nämlich von der Organisation internationaler Ärzte zur Vermeidung des Atomkrieges (IPPNW,) aus, der Lohrer bereits 1986 beitrat und der er bis heute in wichtiger Funktion angehört. Er ist in der rund 6500 Mitglieder zählenden deutschen Sektion als „International Councillor“ für die internationalen Kontakte zuständig und darüber hinaus Vorstandsmitglied im internationalen Verband.  Ican ist in ihren Ursprüngen letztlich – wie Lohrer gegenüber SCHWARZWALD aktuell sagte, ein Kind der IPPNW. Heute gehören Ican über 500 Organisationen und Verbände auf der ganzen Welt an, die den Atomwaffen den Kampf angesagt haben. Zu ihnen gehört beispielsweise auch die Evangelische Landeskirche in Baden.
Wenn Ican heute den Friedensnobelpreis erhält, dann vor allem deshalb, weil von ihr die entscheidenden Impulse ausgingen, die dazu geführt haben, dass sich eine große Mehrheit der UN-Mitgliedsstaaten für ein Atomwaffenverbot aussprachen. Der Vertrag tritt allerdings erst dann in Kraft wenn ihn mindestens 50 Staaten auch ratifiziert haben. Lohrer ist da sehr zuversichtlich, weiß aber auch, dass damit der Kampf gegen die Atomwaffen noch längst nicht gewonnen ist.

 

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