Foto: © Privat, Landratsamt Ortenaukreis (alle Bilder)
Das ist er, unser Schwarzwaldelch „Erwin“. Aufgenommen bei Oberwolfach. Mit einer Schulterhöhe von über zwei Metern und bis zu 500 Kilogramm Gewicht ist der Elch die größte Hirschart der Welt. Bilder: © Privat, Landratsamt Ortenaukreis
Das ist er, unser Schwarzwaldelch „Erwin“. Aufgenommen bei Oberwolfach. Mit einer Schulterhöhe von über zwei Metern und bis zu 500 Kilogramm Gewicht ist der Elch die größte Hirschart der Welt. Bilder: © Privat, Landratsamt Ortenaukreis
Foto: © Privat, Landratsamt Ortenaukreis (alle Bilder)

Elch „Erwin“ versetzt Schwarzwald in helle Aufregung – Im Kinzigtal gesichtet

11. Oktober 2025
Ein Elch im Schwarzwald? „Gibt’s nicht?“  Sagst du! „Gibt’s doch“, sagen wir! Jedenfalls wurde einer in der Ortenau gesichtet  und seitdem grassiert im Schwarzwald so was wie “Elchfieber“. Online gab es inzwischen bereits eine Abstimmung, wie das Tier, von dem kein bis heute kein Mensch weiß wie es zu uns gekommen ist, heißen soll. Das Ergebnis ist eindeutig.  „Erwin“ soll er heißen. Und so wird es denn auch wohl kommen.

Erwin Teufel als Namensgeber?

Auf die Idee eine solche Abstimmung auf seinem Instagram-Account durchzuführen, kam das Landratsamt des Ortenaukreises.  Der Vorschlag „Erwin“ setzte sich dabei deutlich gegen die Namenskonkurrenz „Orti“, „Otto“ und  „Eric“ durch, wobei das Amt zur Voraussetzung machte, dass der Name was mit dem Land Baden-Württemberg zu tun haben muss. Und bei „Erwin“ ist das ganz sicher der Fall, war es doch ein gewisser Erwin Teufel, der von 1991 bis 2005 Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg war. Inzwischen ist Erwin Teufel 86 Jahre alt.

„Beweislage“ eindeutig – er ist wirklich da!

Im Kinzigtal ist in den vergangenen Tagen ein Elchbulle gesichtet worden. Mehrere Beobachtungen, Fotos und Trittsiegel aus den Gemeinden Oberwolfach und Oberharmersbach bestätigen, dass sich das Tier derzeit im mittleren Schwarzwald aufhält. Woher der Elch stammt, ist bislang unklar.

Einst durch Überbejagung ausgerottet

Und noch ein Bild von „Erwin“

„Elche gehören ursprünglich auch zur heimischen Fauna“, erklärt Maximilian Lang, Wildtierbeauftragter des Ortenaukreises. „Bis ins 17. Jahrhundert waren sie in Mitteleuropa weit verbreitet, bevor sie durch Überbejagung ausgerottet wurden.“ Heute existieren an der deutsch-polnischen und deutsch-tschechischen Grenze wieder stabile Populationen, deren Tiere gelegentlich weite Wanderungen unternehmen. „Dadurch kommt es in den östlichen Bundesländern immer wieder zu Einzelsichtungen“, so Lang.

Dass ein Elchbulle aus eigener Kraft bis in den Schwarzwald gelangt ist, hält der Experte jedoch für eher unwahrscheinlich: „Ein solches Wanderverhalten wäre zwar möglich, ist in Deutschland aber bisher nicht dokumentiert. Wahrscheinlicher ist, dass das Tier aus menschlicher Haltung stammt.“ Da Elche nur in wenigen Wildparks gehalten werden und nach derzeitigem Kenntnisstand kein Tier aus einem Zoo oder Wildgehege der Region vermisst wird, bleibe die genaue Herkunft vorerst offen.

Was wird aus Erwin?

Wie aus einem Bericht des SWR hervorgeht, ist Erwin nicht der erste Elch, der in der jüngeren Vergangenheit im Schwarzwald aufgetaucht ist. Der letzte wurde danach 1971 in Murrhardt (Rems-Murr-Kreis) gesichtet. Auch dessen Herkunft ließ sich nach Kenntnis des Wildtierbeauftragten nicht sicher nachweisen. Der Murrhardter Elch sei schließlich abgeschossen worden. Wie es für den Elch im Schwarzwald weitergeht, ist laut SWR noch völlig offen.

Landratsamt: „Bei einer Begegnung Abstand halten“

Das Landratsamt Ortenaukreis bittet die Bevölkerung, bei einer Begegnung Distanz zu wahren und das Tier nicht zu beunruhigen. „Der Elch ist mit einer Schulterhöhe von über zwei Metern und bis zu 500 Kilogramm Gewicht die größte Hirschart der Welt – grundsätzlich aber friedlich“, erläutert Hans-Georg Pfüller, Leiter des Amts für Waldwirtschaft. „Wer das Tier sieht, sollte ausreichend Abstand halten und direkte Begegnungen vermeiden, um es nicht unnötig unter Stress zu setzen.“

Zur weiteren Einschätzung von Aufenthaltsort und Herkunft steht das Landratsamt mit weiteren zuständigen Behörden in engem Austausch.

Sichtungen oder Fotobelege können an das Landratsamt Ortenaukreis oder direkt an den Wildtierbeauftragten per E-Mail an [email protected] gemeldet werden.

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