„Kein Ausbruch aus dem Wildpark Pforzheim“
„Der Elch ist nicht aus unserem Park ausgebrochen“, stellt Carsten Schwarz, Leiter des Pforzheimer Wildparks, klar. Um Inzucht zu vermeiden, sei es in zoologischen Einrichtungen üblich, Tiere an andere Parks oder Zoos abzugeben. So sei auch mit dem im Mai 2024 geborenen Elch, der aus einer Zwillingsgeburt stammt, verfahren worden. Über ein spezialisiertes Tiertransportunternehmen, mit dem der Wildpark seit Jahrzehnten zusammenarbeitet, sollte das Tier am 1. Oktober 2025 in den Bayerischen Wald gebracht werden.
Spekulationen um den Transport
„Die Übergabe erfolgte fachgerecht, wie in der Vergangenheit bei vielen Transporten“, betont Schwarz. „Wie das Tier dann in den Schwarzwald kam und dort frei herumlaufen konnte, ist für uns derzeit völlig unklar.“ Erst durch die enge Zusammenarbeit mit dem Wildtierbeauftragten des Ortenaukreises, Maximilian Lang, konnte die Identität des Tieres nach einigen Tagen zweifelsfrei festgestellt werden.
„Sobald sicher war, dass es sich um unser Tier handelt, war klar, dass wir es wieder aufnehmen“, sagt Schwarz. In vertrauter Umgebung könne sich der junge Elch nun erholen. Bis auf Weiteres werde er im Wildpark bleiben.

Statt in bayrischen Wald ging es offenbar in den Schwarzwald
Als erstes berichtete Hitradio Ohr über die Gefangennahme am Samstag. Offenbar gibt es Hinweise, dass der Elch vom Transportunternehmen nicht wie vereinbart in den Bayerischen Wald gebracht, sondern in den Schwarzwald transportiert wurde – möglicherweise, um ihn an einen privaten Halter abzugeben. Irgendwie muss der Elch dann entkommen sein. Geklärt ist das bislang nicht.
Ein Fang mit Publikum
Die Behörden entschieden, den Elch bei einer günstigen Gelegenheit einzufangen – ohne gezielte Jagd. Am Samstagnachmittag kam der Hinweis, dass sich „Erwin“ nahe der Vesperstube Harkhof bei Oberharmersbach aufhalte. Ein Tierarzt rückte zusammen mit dem Wildtierbeauftragten und einem Pferdeanhänger an. Inzwischen hatte sich eine Reihe Zuschauer eingefunden, um das Schauspiel zu verfolgen. Schließlich gelang es, den Elch mit einem Betäubungsgewehr außer Gefecht zu setzen und ihn dann nach Pforzheim zu transportieren.
Dort soll „Erwin“ nun zunächst bleiben, um sich von den Strapazen seines Ausflugs zu erholen. Von seinen Artgenossen wurde er – längst wieder wach – laut Hitradio Ohr mit einem freudigen, lautstarken Empfang begrüßt. Damit fand die Geschichte doch noch ein Happy End.
Nicht ungefährlich
Ganz ungefährlich war der Ausflug des Elchs nicht. Die Gefahr lag weniger darin, dass er Menschen angreifen könnte, sondern vielmehr in möglichen Verkehrsunfällen. Mit einer Schulterhöhe von über zwei Metern und einem Gewicht von bis zu 500 Kilogramm ist der Elch die größte Hirschart Europas. Wäre er auf einer Straße von einem Auto erfasst worden, hätte das schwere Folgen haben können.





