Foto: Kofler Jürgen , CC BY-SA 3.0 , über Wikimedia Commons
Symbolbild
Symbolbild
Foto: Kofler Jürgen , CC BY-SA 3.0 , über Wikimedia Commons

Eisheilige 2026: Wintereinbruch – Schnee ab 1000 Metern im Schwarzwald

11. Mai 2026
Na so was: Wir haben fast Mitte Mai – und der Winter feiert tatsächlich noch einmal ein kleines Comeback. Und das ausgerechnet zu der Zeit, in der am Montag, 11. Mai, die sogenannten Eisheiligen beginnen. Nach den aktuellen Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist in der Nacht zum Dienstag im Schwarzwald ab etwa 1000 Metern Höhe sogar wieder mit kräftigen Schneeschauern zu rechnen. Dazu drohen Bodenfrost, Glätte und stürmischer Wind. Wer also gedacht hat, dass der Frühling sei endgültig angekommen sei, wird zumindest die nächsten Tage enttäuscht.

Erst Regen, dann Schnee

Zunächst heißt es aber erst einmal: Regen, Regen und nochmals Regen. Im Tagesverlauf überquert eine markante Kaltfront Süddeutschland und bringt hochreichend feuchtlabile Luft mit sich. Besonders im Schwarzwald können laut DWD von heute Vormittag bis in die Nacht zum Dienstag verbreitet 40 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, in Staulagen sogar bis zu 50 Liter.

Dazu kommen einzelne Gewitter mit Starkregen, stürmischen Böen und lokal sogar Sturmböen bis 75 km/h. Auf dem Feldberg sind Böen bis 85 km/h möglich. Erst in der Nacht zum Dienstag sinkt die Schneefallgrenze deutlich ab. Dann gehen die Niederschläge in den Hochlagen zunehmend in Schnee über. Vor allem oberhalb von rund 1000 Metern kann es kräftige Schneeschauer geben. Die Folge: Glättegefahr auf den Straßen und Wanderwegen.

Frostige Nächte im Mai

Auch die Temperaturen passen eher in den März als in die zweite Maihälfte. In den Nächten zum Dienstag und Mittwoch kann es in ungünstigen Lagen bis auf minus 1 Grad heruntergehen. Leichter Bodenfrost ist damit nicht ausgeschlossen. Gerade für Gartenbesitzer und Landwirte ist das keine gute Nachricht.

Am Dienstag bleibt das Wetter wechselhaft. Weitere Schauer ziehen über das Land, im Bergland erneut mit Schnee vermischt. Dazu bleibt es windig und kühl. Erst zur Wochenmitte vorübergeehend eine leichte Wetterberuhigung an, wobei die Temperaturen insgesamt weiter eher frisch bleiben. Frostgefahr besteht dann allerdings nicht mehr. Stattdessen ist immer wieder Regen und meist auch starker, zum Teil stürmischer Wind angesagt.

Was steckt hinter den Eisheiligen?

Die sogenannten Eisheiligen gehören zu den bekanntesten Wetterregeln überhaupt. Gemeint sind die Gedenktage der Heiligen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia zwischen dem 11. und 15. Mai. Nach alter Bauernregel soll es in dieser Zeit oft noch einmal einen spürbaren Kälteeinbruch geben.

Besonders Hobbygärtner kennen die Eisheiligen gut. Viele setzen empfindliche Pflanzen wie Tomaten, Gurken oder Balkonblumen erst nach diesen Tagen ins Freie, um Frostschäden zu vermeiden.

Mythos oder echte Wetterregel?

Beim Deutschen Wetterdienst sieht man die Eisheiligen allerdings eher kritisch. Statistisch betrachtet traf die Regel in den vergangenen Jahrzehnten nur relativ selten wirklich zu. Der DWD: „Betrachtet man die letzten 50 Jahre, gab es nur in etwa jedem dritten Jahr tatsächlich markante Kälteeinbrüche in dieser Zeit. Für einen Witterungsregelfall zuz wenig. Das Weihnachtstauwetter zum Beispiel tritt in mehr als zwei Drittel der Fälle ein. Tatsächlich scheinen die Eisheiligen als meteorologische Singularität also eher ein Mythos zu sein, der auf regionalen Sondererfahrungen aus dem Mittelalter fußt und keinesfalls Allgemeingültigkeit besitzt.“

Ganz unabhängig davon blieben späte Frostphasen im Mai aber ein ernstes Thema. Gerade durch den Klimawandel beginne die Vegetation immer früher – gleichzeitig seien Kaltlufteinbrüche weiterhin möglich. Und genau das könne für Obstbau, Landwirtschaft und Gärten schnell problematisch werden. So die Meteorologen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr aus dem Netz