Schwarzwald aktuell
Foto: Patrick Lohmüller - stock.adobe.com
Seine filigrane Turmspitze machte den Freiburger Münsterturm weltberühmt.
Seine filigrane Turmspitze machte den Freiburger Münsterturm weltberühmt.
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Die höchsten Kirchtürme im Schwarzwald

April 14, 2021

Sie interessieren sich dafür, welches die höchsten Kirchtürme im Schwarzwald sind? Nun, dann geht es Ihnen so, wie uns. Wir haben Ihnen hier einmal die Liste der Türme der Ferienregion zusammengestellt, die es auf mindestens 75 Metern bringen. Acht haben wir gefunden, wobei sich gleich zwei den siebten Platz teilen.

Na gut, wir geben es ja zu: Es dürfte recht leicht sein zu erraten, welches der höchste Kirchturm im Schwarzwald ist. Das ist natürlich der des Freiburger Münsters. Doch da gibt es ja noch sieben andere, die zwar nicht an das Münster der Breisgaumetropole heranreichen, aber sich ebenfalls durch eine herausragende Größe auszeichnen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Also dann, hier sind sie!

Der „schönste Turm auf Erden“, der gleichzeitig der höchste im Schwarzwald ist, steht im Herzen Freiburgs Foto: Von H.Helmlechner – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=91287988

 

1. Das Freiburger Münster

Es ist das Wahrzeichen der Stadt Freiburg und ganz sicher das bedeutendste Kirchenbauwerk im Schwarzwald: das Münster. Sein 116 Meter in die Höhe ragender Westturm gehört zu den bekannten Türmen dieser Welt. 1869 wurde er von dem bekannten Kunsthistoriker Jacob Burckhardt sogar als „der schönste Turm auf Erden“ bezeichnet.

Seine schweren Mauern und prächtigen Pfeiler im unteren Bereich symbolisieren die Verbindung zur Erde. Künstlerischer und architektonischer Höhepunkt bildet indes die 46 Meter hohe, nur noch aus Rippen und Maßwerkplatten bestehende Turmspitze, deren inneres Gerüst eingelegte Eisenanker, die sich zum Himmel öffnet Der in der Geschichte der Gotik erste vollständig durchbrochene Steinhelm wurde architektonisch und künstlerisch Vorbild für viele europäische Kirchtürme und weltberühmt. Nach der Fertigstellung des Turms um 1330 gehörte das Freiburger Münster über ein Jahrhundert zu den höchsten Kirchenbauten und damit auch zu den höchsten Gebäuden der Welt. In Deutschland nimmt der Turm höhenmäßig übrigens Rang 14 ein, in Baden-Württemberg ist er nach dem Ulmer Münster, das mit 161 Metern den höchsten Kirchturm der Welt hat, die Nummer zwei.

 

93 Meter ragt der Turm der Kirche St. Bernhard in Karlsruhe in die Höhe. Von DreddBull, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=53906985

2. Die Kirche St. Bernhard in Karlsruhe

1901 wurde in der Oststadt Karlsruhes am Durlacher Tor die römisch-katholische St. Bernhard-Kirche eingeweiht. Das aus rotem Sandstein errichtete Gotteshaus gilt als eines der bedeutendsten neugotischen Sakralbauten im ehemaligen Großherzogturm Baden. Auf jeden Fall ist es das mit dem höchsten Kirchturm dieses Baustils. Stolze 93 Meter ist der Turm hoch und bildet damit den weithin sichtbaren baulichen Abschluss der Kaiserstraße im Osten.

„Da schaut her, uns gibt es auch“, scheint der Turm an seiner exponierten Stelle sagen zu wollen. Dass er so hoch gebaut wurde, sollte damals auch als ein unübersehbares Zeichen für die steigende Bedeutung des Katholizismus in dem traditionell protestantischen Landesteil Badens (Linie Baden-Durlach) verstanden werden, wobei sich der Baumeister der Kirche, Max Meckel, beim Turmbau an dem des Freiburger Münsters orientierte. Ein echter Hingucker ist das Standbild des Patrons der Kirche, Markgraf Bernhard II. von Baden, auf der Westseite des Turms in 21 Meter Höhe.

 

Die Nummer 3 im Schwarzwald: der Turm der Mariä Von Taxiarchos228 – Eigenes Werk, FAL, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16857049

3.    Die Mariä Himmelfahrtskirche in Schönau

Mit seinen etwas mehr als 2400 Einwohnern gehört das schmucke Schönau zwar zu den kleinsten Städten Baden-Württembergs, doch in Sachen Kirchturm ist die Gemeinde im Landkreis Lörrach eine richtig große Nummer. 90 Meter strebt hier der Turm der Mariä Himmelfahrtskirche nach oben. Damit hat Schönau nach dem Freiburger Münster und der Karlsruher Kirche St. Bernhard doch tatsächlich den dritthöchsten Kirchturm in der Ferienlandschaft des Schwarzwalds.

Anfang des 20. Jahrhunderts entschlossen sich die Schönauer zu einem Neubau ihrer Kirche. Die alte wurde bis auf den unteren Teil des Turms abgebrochen. 1908 schließlich konnte das neue, im neugotischen Stil errichtete Gotteshaus mit dem das Städtle weit überragenden stolzen Turm eingeweiht werden. In seinem oberen Bereich laufen die Balustraden und Fialen zu kleinen Giebeln zusammen. Zwischen den Balustraden befinden sich die Klangarkaden, in den Giebeln die Zifferblätter der Turmuhr. Darüber schließt eine sehr spitze achtseitige Pyramide mit Turmkugel an.

 

Jung und hoch: der Turm der evangelischen Stadtkirche in Pforzheim. Foto: Von SchiDD – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=42940004

4.   Die evangelische Stadtkirche Pforzheim

Sie ist die mit Abstand jüngste der acht Kirchen, die wir Ihnen hier mit ihren Kirchtürmen vorstellen. Die Rede ist von der evangelischen Stadtkirche in Pforzheim, die im Jahr 1968 eingeweiht wurde. 81,85 Meter ist der freistehende Turm hoch, der in der Stadt lange umstritten war. Damals gab es Überlegungen den Turm des Vorgängerbaus, der den schweren Bombenangriff auf Pforzheim im zweiten Weltkrieg überstanden hatte, als Mahnmal zu erhalten. Letztlich wurde aber doch der neue 80 Meter hohe Kirchturm gebaut, der alte gesprengt. Heute möchte den neuen Turm in Pforzheim wohl nur noch wenige missen. In etwa 45 Metern Höhe befindet sich die Glockenstube. Die sechs Glocken, die von Pforzheimer Bürgern gespendet wurden, bringen zusammen 15 Tonnen auf die Waage.

 

1751 wurde die dreifache Haube als Abschluss auf den Turm der Baden-Badener Stiftskirche aufgesetzt, der seitdem eine Höhe von 78 Metern hat. Foto: Foto: Jürgen Wackenhut – stock.adobe.com

 

5.   Die Stiftskirche in Baden-Baden

Schon seit über tausend Jahren trutzt die Stiftskirche in Baden-Baden dem Wandel der Zeit. Ihre Geschichte ist bis in das Jahr 987 belegt. In ihrer Architektur spiegeln sich Romanik, Gotik sowie Barock in trauter Dreisamkeit, wobei der älteste Teil des Gotteshauses der Kirchturm mit seinen vier Untergeschossen ist. Diese sind in der Zeit der Romanik entstanden. Darüber folgt die achteckige gotische Glockenstube. Die dreifache Haube wurde 1751 aufgesetzt. Zusammen bringen es diese Teile auf einen Turm mit einer Höhe von 78 Metern.

Bekannt ist das Baden-Badener Gotteshaus vor allem als Grablege für 14 badische Markgrafen aus fünf Jahrhunderten. Besonders eindrucksvoll ist das barocke Grabmal des Markgrafen von Baden-Baden Ludwig Wilhelm, der wegen seiner Siege in den „Türkenkriegen als „Türkenlouis“ in die Geschichte einging.

 

Blick auf den „Achtäler Dom“. So wird die dem St. Nikolaus geweihte Kirche von Kappelrodeck auch genannt. Foto: Von Gelicious, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=85251124

6.   Die St. Nikolauskirche in Kappelrodeck

Von vielen wird die Pfarrkirche St. Nikolauskirche in Kappelrodeck liebevoll „Achertäler Dom“ genannt. Schon daraus wird ersichtlich, wie stolz man in der rund 6100 Einwohner zählenden, zum Ortenaukreis gehörende Gemeinde auf das Gotteshaus ist. Und das zurecht.

Da ist die wirklich beeindruckende Ausstrahlungskraft der Glasfenster und Altäre, aber da sind natürlich vor allem auch die Maße des Gotteshauses. Allen voran die des Turms. Mit seinen 76 Metern ist er im wahrsten Sinne des Wortes das „Highlight“ des schmucken Ortes. Die heutige, dreischiffige Kirche wurde zwischen 1902 und 1907 im neugotischen Stil unter Leitung von Johannes Schroth vom Erzbischöflichen Bauamt Karlsruhe errichtet. Erst 1997 wurde der Turm komplett neu eingedeckt und restauriert.

 

Der Turm der ehemaligen Klosterkirche ist das mit Abstand Höchste, was das schmucke Dorf Schuttern zu bieten hat. Foto: Von Siddhartha Finner (Autor von www.badischewanderungen.de) – selbst fotografiert, CC BY-SA 3.0, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=1941130

7.   Die Kirche Mariä Himmelfahrt in Schuttern

Bis 1806 gab es in Schuttern (heute ein Ortsteil von Friesenheim) ein bedeutendes barockes Benediktinerkloster, das mit seinen Gebäuden den Charme einer kleinen barocken Residenz ausstrahlte. Doch mit der Säkularisierung war es damit vorbei. Das Kloster wurde aufgehoben, bis auf die barocke Kirche wurden alle Gebäude abgebrochen. Das Gotteshaus wurde zur Pfarrkirche.

Bis heute ist die Kirche mit ihrem weithin sichtbaren 75 Meter hohen Turm das prägende Bauwerk des Dorfes. Der Turm wurde 1722 errichtet, das Langhaus folgte in den Jahren 1767 bis 1772. Den siebten Platz in der Reihenfolge der höchsten Kirchtürme im Schwarzwald teilt sich Schuttern mit dem Heilig-Kreuz-Münster in Rottweil

 

 

 

Das Heilig-Kreuz-Münster in Rottweil ist auch für seinen schief sitzenden Turmhelm bekannt. Foto: Von Dr. Bernd Gross – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35808441

7.   Das Heilig-Kreuz-Münster in Rottweil

Mit dem 2017 fertiggestellten thyssenkrupp-Testturm steht in der ältesten Stadt Baden-Württembergs der Turm mit der auf 232 Metern höchsten Besuchsplattform Deutschlands. Doch auch schon vorher nannte man Rottweil die Stadt der Türme. Das hat natürlich auch mit dem Turm der Hauptkirche des Münsters Heilig-Kreuz zu tun, einer eindrucksvollen dreischiffigen Hallenkirche mit prächtigen spätgotischen Gewölben, die seit dem frühen 15. Jahrhundert die katholische Hauptkirche der Stadt ist.

75 Meter ragt ihr Turm in den Himmel. Wenn Sie unten stehen und zur Spitze hochschauen, wird Ihnen sicher auffallen, dass der Turmhelm schief da oben sitzt. Genau 1,30 Meter beträgt die Abweichung zur Mitte, Folgen des großen Stadtbrandes von 1696. Beim schnellen Wiederaufbau wurde Holz mit unterschiedlicher Restfeuchte eingesetzt, was letztlich zur Schieflage führte. Bei der letzten Renovierung von 2017 hätten die Rottweiler natürlich auch die Haube neu und gerade aufsetzen können. Aber das wollte man nicht. Schließlich gehört der schiefe Turm nun mal seit Jahrhunderten zum charakteristischen Stadtbild Rottweils.

 

 

 

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