Nein, an der Qualität gibt’s in diesem Jahr wirklich kaum etwas auszusetzen – im Gegenteil: Die Trauben zeigen sich von ihrer besten Seite. Doch bei der Menge sieht es deutlich anders aus. Auch das Weinland Baden hat kräftig Federn lassen müssen.
Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) mitteilt, wird die bundesweite Weinmosternte 2025 voraussichtlich nur rund 7,3 Millionen Hektoliter betragen – das wäre die niedrigste Menge seit dem Jahrgang 2010. Besonders betroffen: die vier größten Anbaugebiete Rheinhessen, Pfalz, Württemberg – und eben auch Baden.
Baden: 15 Prozent unter dem Schnitt
Für Baden rechnet man mit einem Rückgang von rund 180.000 Hektolitern, das entspricht minus 15 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der letzten zehn Jahre. Grund dafür sind kleinere Traubenbeeren, unterdurchschnittliche Mostausbeuten und vor allem die aufwendige Selektion nach den starken Regenfällen Mitte September. Viele Winzer mussten beschädigte oder aufgeplatzte Trauben aussortieren – das kostet Menge, aber rettet die Qualität.
Auch in den Nachbarregionen sieht es nicht besser aus: In der Pfalz wird ein Minus von 18 Prozent erwartet, in Württemberg sogar 22 Prozent. An der Nahe, im Rheingau und an der Hessischen Bergstraße sind die Rückgänge ebenfalls zweistellig.
Klein, aber oho: Die Qualität überzeugt
Trotz der schwierigen Bedingungen sind sich die Fachleute einig: Die Qualität des Jahrgangs 2025 ist vielversprechend. Die Trauben waren zwar kleiner, dafür aber besonders aromatisch. „Das lässt sehr konzentrierte, fruchtige Weine erwarten“, so DWI-Sprecher Ernst Büscher.
Ein Jahrgang mit Charakter also – und einer, der zeigt, wie viel Fingerspitzengefühl und Handarbeit in jeder Flasche steckt. Gerade in Baden könnte das Weinjahr 2025 in Erinnerung bleiben – nicht wegen der Masse, sondern wegen der Klasse.





