Foto: Foto: Von Jon Anders Wiken, www.stock.adobe.com
Scheint wieder Gefallen an seiner früheren Schwarzwälder Heimat zu finden: der Luchs.
Scheint wieder Gefallen an seiner früheren Schwarzwälder Heimat zu finden: der Luchs.
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Comeback im Hochschwarzwald: Zweiter Luchs gesichtet

25. Februar 2026
Freudige Nachrichten aus dem Hochschwarzwald: Neben dem bereits bekannten Luchs „Wilhelm“, der seit längerer Zeit in der Region um den Feldberg unterwegs ist, wurde nun ein weiteres Tier nachgewiesen. Der Neuankömmling hat von Forstleuten bereits einen passenden Namen erhalten — „Kandelino“. Offenbar fühlt sich der scheue Waldbewohner in den Wäldern rund um den Kandel ausgesprochen wohl.

Zurück in der alten Heimat

Der Luchs wurde mehrfach von Spaziergängern beobachtet. Zusätzlich liefern Wildkameras und Fußspuren im Schnee für seine Präsenz eindeutige Belege. Die Anzeichen verstärken sich, dass die größte Katze Europas tatsächlich in Baden-Württemberg – und hier besonders im Schwarzwald – wieder mehr und mehr Fuß fasst.

Einst war der Eurasische Luchs in weiten Teilen Europas verbreitet — auch im Schwarzwald. Durch intensive Bejagung und den Verlust geeigneter Lebensräume wurde er jedoch fast vollständig ausgerottet. Erst seit einigen Jahren kehren einzelne Tiere langsam zurück.

Ist „Kandelino“ der siebte Luchs?

Aktuell sind im Land etwa sechs Luchse nachgewiesen. Ob „Kandelino“ ein neu zugewandertes Tier ist oder innerhalb des Schwarzwalds lediglich sein Revier gewechselt hat, lässt sich derzeit nicht sagen. Noch weiß man zu wenig über „Kandelino“.

Perfekter Lebensraum am Kandel

Mit dem waldreichen und teils felsigen Gebiet rund um den Kandel hat sich der „Kandelino“ – wie der Luchs von Forstleuten getauft wurde – jedenfalls ein nahezu ideales Revier ausgesucht. Die strukturreichen Wälder mit den Felsen bieten ausreichend Deckung sowie gute Jagdmöglichkeiten. Zu den bevorzugten Beutetieren zählen vor allem Rehe, aber auch Gämsen oder kleinere Säugetiere. Angriffe durch Luchse auf bäuerliche Tiere wie Schafe wurden bislang noch keine registriert. Bei Wölfen sieht es da anders aus.

Luchse sind Einzelgänger und extrem heimlich — selbst in Regionen, in denen sie leben, werden sie nur selten gesehen. Dass „Kandelino“ gleich mehrfach gesichtet wurde, gilt daher als besonders bemerkenswert.

Auswilderungsprojekt zeigt Wirkung

Zwei der aktuell bekannten Schwarzwald-Luchse stammen aus einem Auswilderungsprogramm des Landes Baden-Württemberg. Im Nordschwarzwald haben sich diese Tiere — ein Männchen namens Reinhold und ein Weibchen namens Verena — offenbar dauerhaft etabliert. Sie gelten inzwischen als ortstreu und nicht mehr als wandernde Einzeltiere.

Besonders wichtig für den langfristigen Bestand ist das Vorhandensein weiblicher Tiere. Mit Verena besteht erstmals realistische Hoffnung auf Nachwuchs. Im Jahr 2023 startete das Land das Projekt „Luchs Baden-Württemberg“. Ziel ist es, durch die gezielte Auswilderung — insbesondere von Weibchen — eine stabile, sich selbst erhaltende Population im Schwarzwald aufzubauen.

Gute Aussichten für den Schwarzwald

Die Sichtung von „Kandelino“ ist ein weiteres positives Signal für die Rückkehr dieser faszinierenden Wildkatze. Experten betonen jedoch, dass es noch Jahre bis zur Entwicklung einer stabilen Popultion dauern kann Population entwickelt.

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