Foto: Von Ichneumon - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7555993
Diese Aufnahme entstand 2009. Ein Jahr später schloss das Hotel. Auf die Wiedereröffnung wartet man bis heute.
Diese Aufnahme entstand 2009. Ein Jahr später schloss das Hotel. Auf die Wiedereröffnung wartet man bis heute.
Foto: Von Ichneumon – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7555993

Bühlerhöhe: ein Schlosshotel im Dornröschenschlaf

13. Februar 2019

Es gab Zeiten, da hatte das Schlosshotel Bühlerhöhe einen herausragenden Ruf, gehörte zu den berühmtesten Hotels. Nicht nur von Deutschland, sondern von ganz Europa.

Eine Nobelherberge, in der sich die Promis die Klinke in die Hand drückten. Zu Zeiten der Weimarer Republik gehörte Reichskanzler Gustav Stresemann zu den Gästen. Auch der Schauspieler Gustav Gründgens logierte hier, genauso wie nach dem 2. Weltkrieg Bundeskanzler Konrad Adenauer, Nelson Mandela, US-Präsident Bill Clinton oder Tennisstar Boris Becker, der auf den Höhen des Nordschwarzwalds die Hochzeitsnacht mit seiner ersten Frau verbrachte. Bei der Fußball-WM in Deutschland schlug die englische Nationalmannschaft an der Schwarzwaldhochstraße Quartier auf, genoss den Luxus und den fantastischen Blick des Hotels mit der traumhaft schönen Lage.

Und heute? Nichts geht mehr. Schon seit einer ganzen Weile nicht. Seit 2010 ist das Hotel dicht. Vergebens wartet man im Schwarzwald auf die immer wieder angekündigten Investitionen des derzeitigen Eigentümers, eine Investmentfirma aus Kasachstan. Nur Filmteams nutzten das Anwesen in den letzten Jahren immer wieder mal als Drehort.

So ganz ist indes die Hoffnung auf eine Wiedereröffnung noch nicht verflogen. Immerhin: Der Eigentümer lässt das luxuriöse Haus nicht verfallen. Angeblich sollen sich die monatlichen Leerstandskosten auf runde 100.000 Euro belaufen, rund die Hälfte davon sind Heizkosten. Und das – so die Hoffnung der Optimisten – steckt man als Investor  nur dann rein, wenn man ein Haus nicht gänzlich abgeschrieben hat. Sollte das Haus in altem Glanz wiedereröffnet werden, müssten in die Anlage nach Einschätzung von Experten bis zu 80 Millionen Euro investiert werden. Und schon beginnen wieder die Zweifel an der Zukunft des Hauses mit der großen Vergangenheit.

Letztere begann 1912 mit dem ersten Spatenstich. Bauherrin war die Generalswitwe G Hertha Isenbart, wobei sie kein Hotel, sondern ein Offiziersgenesungsheim bauen wollte. Die Fertigstellung des Hauses verzögerte sich wegen des Krieges. Es gab finanzielle Schwierigkeiten. Herta Isenbart ging 1918 in den Freitod. Neue Investoren bauten das Haus dann zum Kurhaus aus.

Seine ganz große Zeit erlebte die Bühlerhöhe, als der Industrielle Max Grundig ins Hotelgeschäft einstieg.  Der Industrielle kaufte die Bühlerhöhe 1986 und baute sie für 150 Millionen Mark zum Luxushotel um. Die Nobelherberge war über Jahre hinweg richtig in.

1999 erwarb SAP-Mitbegründer Dietmar Hopp das Schlosshotel und verkaufte es 2010 an einen ukrainischen Investor, der, wie sich bald herausstellte, finanziell schwach auf der Brust war. 2013 erwarb der heutige Besitzer das Areal. Eine Wiedereröffnung des Gebäudes schaffte allerdings auch er nicht. Zumindest bis heute nicht.

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