Vom hohem Norden in den tiefen Süden
Ob bizarre Porphyrwände, eiszeitliche Granitkolosse oder sagenumwobene Schluchtenwände – diese steinernen Monumente der Natur erzählen Geschichten von jahrmillionenalten Kräften und alten Legenden. Dies gilt gerade auch für die Felsen, die wir euch vorstellen. Bei der Vorstellung fangen wir hoch oben im Norden an, um dann tief im Süden des Schwarzwalds zu enden.
Wir wissen, dass es noch viele andere Felsen gibt. Darunter mit Sicherheit auch welche, die du vielleicht in die Top-Sieben aufgenommen hättest. Kein Problem – schreib uns einfach in die Kommentare auf unserer Facebook-Seite. Wir freuen uns über jede Rückmeldung!
Battertfelsen (Baden-Baden)
Diese imposante Felswand direkt neben der Burgruine Hohenbaden gilt als die spektakulärste Felsenwelt des Nordschwarzwalds. Die steilen Porphyrwände ragen bis zu 60 Meter empor und bieten über 200 Kletterrouten für Alpinisten. Wanderer können auf dem Felsenrundweg direkt an den Kanten entlanglaufen und die Aussicht auf die Rheinebene genießen. Die bizarren Felstürme verdanken ihre Formen jahrtausendelanger Verwitterung und sind als Naturschutzgebiet streng geschützt. Durch die direkte Nähe zur alten Ritterburg versprüht die gesamte Anlage eine fast magische, geschichtsträchtige Atmosphäre.
- So kommst du hin: Parke kostenlos auf dem Wanderparkplatz Altes Schloss (Alter Schloßweg 10, Baden-Baden). Folge ab der Burgruine Hohenbaden dem markierten, rund 3 Kilometer langen Battert-Rundweg direkt an den Felsenkanten entlang.

Karlsruher Grat (Ottenhöfen)
Diese scharfkantige Felsformation aus Quarzporphyr bildet den einzigen echten Klettersteig im gesamten Schwarzwaldgebiet. Entstanden ist der Grat vor Millionen von Jahren, als flüssiges Magma in eine Gesteinsspalte drang und später langsam abkühlte. Heute zieht der rund 400 Meter lange, felsige Kamm abenteuerlustige Wanderer an, die hier Trittsicherheit beweisen müssen. Neben der anspruchsvollen Kraxelei über den blanken Fels bietet der Grat spektakuläre Ausblicke über das Gottschlägtal. Kombiniert wird die Tour meist mit den direkt darunter liegenden, wildromantischen Edelfrauengrab-Wasserfällen.
- So kommst du hin: Nutze den kostenfreien Parkplatz Edelfrauengrabwasserfälle (Edelfrauengrab, Ottenhöfen). Wandere von dort über den anspruchsvollen Genießerpfad „Karlsruher Grat“ steil bergauf über den felsigen Kamm.

Siebenfelsen (Elzach-Yach)
Tief im Yachtal verbirgt sich diese mystische Felsformation, die aus sieben riesigen, scheinbar exakt aufeinandergestapelten Granitblöcken besteht. Geologisch handelt es sich um ein Paradebeispiel der sogenannten Wollsackverwitterung, bei der weicheres Gestein abgetragen wurde und runde Blöcke zurückblieben. Die ungewöhnliche Stapelform führte im Laufe der Jahrhunderte zu zahlreichen Sagen über Riesen, die hier mit Steinen gespielt haben sollen. Der Ort strahlt eine tiefe Ruhe aus und gilt unter Einheimischen und Besuchern als besonderer Kraftort im Wald. Ein gut ausgeschilderter Wanderweg führt direkt zu diesem geschützten und absolut sehenswerten Naturdenkmal.
- So kommst du hin: Fahre durch den Ortsteil Yach bis ganz nach hinten zum Waldparkplatz Vorderzinken (GPS: 48.1466, 8.1320). Von dort erreichst du die Felsengruppe über einen Waldpfad in nur 15 bis 20 Minuten Gehzeit.

Großer Kandelfelsen (Waldkirch)
Als markantes Wahrzeichen des Hausbergs von Waldkirch zieht dieser mächtige Fels vor allem erfahrene Kletterer und Bergbegeisterte an. Der Kandel selbst gilt seit jeher als der „Blocksberg des Schwarzwalds“, um den sich düstere Geschichten von Hexen und Geistern ranken. Im Jahr 1981 erlangte der Felsen weltweite Bekanntheit, als in der Walpurgisnacht rund 2000 Kubikmeter Gestein abbrachen. Heute ist das Gebiet saniert, erfordert beim Klettern aufgrund seiner Struktur aber immer noch höchste Konzentration. Von den Aussichtspunkten aus bietet sich ein grandioser Blick über den Breisgau bis hin zu den Vogesen.
- So kommst du hin: Stelle dein Auto oben auf dem großen Pkw-Parkplatz Kandel (79271 Waldkirch) auf der Passhöhe ab. Folge dem „Damenpfad“ (blaue Raute) für einen gemütlichen, etwa 20-minütigen Spaziergang hinab zum Felsen.

Günterfelsen (Furtwangen)
Du rechnest nicht mit ihnen und plötzlich sind sie da: die spektakulären Granitkolosse mitten in einem dichten Bergwald unweit der Bregquelle, dem Hauptquellfluss der Donau. Die riesigen, abgerundeten Blöcke sind über eine große Fläche verstreut und wirken, als hätte ein Riese sie achtlos fallengelassen. Auch hier war die Wollsackverwitterung am Werk, die den Steinen ihre weichen, fast organischen Formen verlieh. Besucher können auf die moosbewachsenen Riesen klettern, durch die engen Felsspalten schlüpfen oder einfach die urzeitliche Stimmung genießen. Das Areal ist ein extrem beliebtes Ausflugsziel für Familien, da es wie ein natürlicher Abenteuerspielplatz wirkt.
Ein Wort müssen wir natürlich noch zur Quelle verlieren: Sie darf auch als Donauquelle bezeichnet werden, weil die Breg der längste Quellfluss der Donau ist. Die andere Donauquelle befindet sich in Donaueschingen. Aber das ist eine andere, ganz lange Geschichte.
- So kommst du hin: Starte am Wanderparkplatz Martinskapelle (Martinskapelle 1, Furtwangen) nahe der Donau- bzw. Bregquelle. Folge der roten Raute des Westwegs für ca. 1,5 Kilometer flach durch den Wald bis zu den riesigen Granitblöcken.

Bildstein (Schluchsee)
Der Bildstein ist der Aussichts-Hotspot hoch über dem Schluchsee. Wer den felsigen Gipfel erklimmt, wird mit einem der schönsten Panoramen des Hochschwarzwalds belohnt: Der gesamte See liegt einem hier buchstäblich zu Füßen, und bei klarer Sicht reicht der Blick am Horizont sogar bis zur Schweizer Alpenkette. Der Felsen selbst besteht aus robustem Granit und ist von charakteristischen, windschiefen Schwarzwaldtannen umgeben. Ein absolut magischer Ort, der besonders zum Sonnenauf- oder Sonnenuntergang Wanderer und Fotografen gleichermaßen anzieht.
- So kommst du hin: Parke am Bahnhof in Schluchsee-Aha. Von dort aus führt ein wunderschöner, gut ausgeschilderter Wanderweg (Teil des Schluchseer Jägersteigs) in etwa 45 bis 60 Minuten steil, aber lohnend hinauf zum Gipfel des Bildsteins.

Solfelsen (Bad Säckingen)
Dieser beeindruckende Monumentalstein im Südschwarzwald ragt einsam im Wald empor und bringt stolze 230 Tonnen auf die Waage – wobei sich Schwarzwald aktuell natürlich die Frage stellt, wer den Klotz eigentlich gewogen hat. Seine einzigartige Pilzform verdankt der Granitriese dem Zusammenspiel aus eiszeitlichen Gletschern und anhaltender Winderosion. Aufgrund seiner exponierten Lage diente der Felsen in vorchristlicher Zeit vermutlich als keltische Kult- und Sternwarte. Heute steht das gesamte Areal unter Naturschutz und ist ein offiziell eingetragenes Naturdenkmal. Wer den Aufstieg wagt, wird mit einer friedlichen Atmosphäre und einer weiten Sicht bis in die Schweizer Alpen belohnt.
- So kommst du hin: Parke am Wanderparkplatz Bergsee (Zum Bergsee, Bad Säckingen). Folge der Wanderbeschilderung (gelbe/blaue Raute) für den stetigen, etwa 1 bis 1,5-stündigen Aufstieg durch den Bergwald zum Felsen





