Foto: EnBW / Jürgen Stresius
Ein spektakulärer Anblick, den man so in seinem Leben der Regel nur ein- oder zweimal so zu Gesicht bekommen kann;: die fast leere Schwarzenbachtalsperre.
Ein spektakulärer Anblick, den man so in seinem Leben der Regel nur ein- oder zweimal so zu Gesicht bekommen kann;: die fast leere Schwarzenbachtalsperre.
Foto: EnBW / Jürgen Stresius

Ausflugstipp / Leere Schwarzenbachtalsperre – spektakulärer Anblick

3. April 2026
Ein seltenes Schauspiel bietet sich derzeit bei der Schwarzenbachtalsperre im Nordschwarzwald: Das sonst tiefblaue Wasserbecken ist nahezu vollständig abgelassen. Was normalerweise unter Millionen Kubikmetern Wasser verborgen liegt, wird nun sichtbar – ein Anblick, den es so nur alle paar Jahrzehnte gibt und der aktuell zahlreiche Besucher anzieht. Ja, in der Tat, das Kommen lohnt sich, bietet die inzwischen nahezu leere Talsperre einen ungewohnten, faszinierenden Anblick.

Erst viertes Mal leer in 100 Jahren

Nach den Jahren 1935, 1952 und 1997 ist es 2026 erst das vierte Mal, dass die Talsperre bei Forbach vollständig entleert wird. Dies also genau in dem Jahr, in dem die 1926 eingeweihte Sperre ihren 100. Geburtstag feiern kann. Die jetzige Trockenlegung ist notwendig, um umfassende Revisions- und Sanierungsarbeiten durchzuführen. Bis voraussichtlich Oktober 2026 bleibt das Becken trocken. In dieser Zeit werden unter anderem Verschlussvorrichtungen erneuert sowie Beton- und Metallteile der imposanten Staumauer instandgesetzt.

EnBW investiert 280 Millionen

Die Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit einer Großinvestition von rund 280 Millionen Euro der EnBW in die Erweiterung des Pumpspeicherkraftwerks. Damit wird die Anlage fit für die Zukunft gemacht und erhält als wichtiger, zentraler Baustein der Energieversorgung noch mehr Bedeutung.

So sieht die Schwarzenbachtalsperre aus, wenn sie gefüllt ist. Bild: EnBW

Talsperre mit beeindruckenden Zahlen

Die Daten der Schwarzenbachtalsperre sind beeindruckend: Die rund 400 Meter lange und 65 Meter hohe Staumauer stammt aus dem Jahr 1926 und ist ein zentrales Element des regionalen Energiesystems. Normalerweise speichert die Talsperre rund 14,4 Millionen Kubikmeter Wasser, sorgt so für einen über zwei Kilometer langen See mit einer Wasseroberfläche von 0,66 Quadratkilometern und einer Wassertiefe, die bis zu 60 Meter hinunterreicht. Davon ist über weite Strecken inzwischen nicht mehr als noch ein Rinnsal zu sehen.

Rettungsaktion für die Fische

Nicht wenige werden sich jetzt fragen, was denn nun aus den Tausenden Bewohnern des Sees – den Fischen – geworden ist. Nun, für sie läuft derzeit eine groß angelegte Rettungsaktion. Anglervereine aus der Umgebung sind mit Netzen im Einsatz und versuchen, den See komplett leer zu fischen. Fischarten wie Welse, Hechte, Karpfen und Forellen werden eingefangen und in anderen nahen Gewässern wieder ausgesetzt. Und dort sollen sie auch nach der Befüllung der Talsperre bleiben. Erst wenn diese Aktion abgeschlossen ist, wird auch noch der letzte Rest des Wassers abgelassen.

Die Arbeiten werden voraussichtlich bis Oktober dauern, das neue Pumpspeicherkraftwerk soll dann Ende 2027 in Betrieb gehen. Experten gehen davon aus, dass sich der Fischbestand in der Talsperre wieder von selbst erholen wird.

Vorsicht, Seegrund nicht betreten!

Kein Zweifel, die leere Talsperre ist ein echtes Spektakel, sorgt sie doch für einen Anblick, den man kaum mehr als ein- oder zweimal im Leben so erleben kann. Bei aller Faszination gilt jedoch: Sicherheit geht vor. Wie die EnBW mitteilt, ist das Betreten des Beckens während der Bauzeit untersagt. Der schlammige Untergrund sei nicht tragfähig – schon ein leichtes Einsinken könne dazu führen, dass man sich nicht mehr selbstständig befreien könne. Zudem könne es entlang der Uferwege zu temporären Sperrungen kommen. Die EnBW bittet die Besucher*innen dringend, die Hinweise vor Ort zu beachten.

Trauriger Fund

Neben dem faszinierenden Blick auf den freigelegten Seegrund bringt die Entleerung auch Unerwartetes, Trauriges ans Licht. Für Schlagzeilen sorgte in den letzten Tagen eine Leiche, die im Wasser treibend von Spaziergängern entdeckt wurde. Inzwischen steht fest, dass die als vermisst gemeldete Frau an einer natürlichen Todesursache gestorben ist und die Polizei ihre Ermittlungen eingestellt hat.

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