Was die Türme eint ist ihre Technik. Ein Stahlfachwerkturm ist ein Turm, dessen tragendes Element ein Fachwerk aus genieteten, geschraubten oder auch geschweißten Eisen- und Stahl-Teilen ist. Die ersten wurden alle in Deutschland erstellt. Drei im Schwarzwald und einer in Sachsen. Der erste richtig große Turm dieser Bauart wurde am 31. März 1889 in Paris eingeweiht. Der Erbauer Gustave Eiffel kletterte selbst die 1710 Stufen des 324 Meter hohen Eiffelturms hinauf, um die französische Trikolore an dessen Spitze zu hissen. Jetzt aber zu unseren drei Türmen, die zu den vier ältesten der Welt gehören
Pforzheim: Der Büchenbronner Aussichtsturm
Der 26 Meter hohe Büchenbronner Aussichtsturm steht auf der südwestlich von Pforzheim gelegenen 608 m hohen Büchenbronner Höhe, auch Eichberg genannt, auf der Gemarkung des zu Pforzheim gehörenden Stadtteils Büchenbronn. Er wurde bereits 1883 in seiner filigranen Form errichtet und am 22. Mai 1884 eingeweiht. Er ist wohl neben dem im gleichen Jahr von der selben Firma errichteten Aussichtsturm Götzingerhöhe in Neustadt und dem unterdessen abgerissenen und damit hier nicht mehr zählenden Gustav-Vietor-Turm der wohl ältesten Stahlfachwerkturm der Welt. Zum 100-jährigen Jubiläum wurde der Turm, der heute der Stadt Pforzheim gehört, nach einer Generalsanierung 1984 wiedereröffnet. Die letzte Renovierung erfolgte nach Schäden durch den Orkan Lothar vom 25. Dezember 1999.
Villingen-Schwenningen: Aussichtsturm auf der Wanne.
Nach dem Büchenbronner Turm ist der 1888 eingeweihte Villinger Aussichtsturm der weltweit zweitälteste Turm dieser Bauart. Der 30 Meter hohe Turm verfügt über drei Plattformen und fällt durch seine ungewöhnliche Form mit achteckigem Querschnitt auf, die aber auch schon der wenige Jahre ältere gerade erwähnte Büchenbronner Turm aufweist. Unter den drei „Turmsenioren“ ist das gern besuchte Ausflugsziel mit seinen 30 Metern der höchste. 150 Stufen führen nach oben, wo man von der höchsten der drei Besucherplattformen Plattform eine faszinierende Aussicht über Villingen und weit hinaus ins Land hat. Kurz vor der Jahrtausendwende hatte es den Anschein, als sei die Zeit des Turms abgelaufen. Der Zahn der Zeit hatte an ihm genagt. Erst eine Bürgerinitiative machte es mit ihrem großen Einsatz möglich, dass der Turm letztlich saniert und 2001 wieder eröffnet werden konnte
Titisee-Neustadt: der Hochfirst-Aussichtsturm
Der Hochfirstturm wurde 1890 auf dem 1192 Meter hohen Hochfirst errichtet, der mit zu den höchsten Gipfeln des Schwarzwalds gehört Der heutige, in Stahlfachwerk-Bauweise errichtete Turm, ist 25 Meter hoch und steht auf einem Natursteinsockel. Der stammt noch vom ursprünglich errichteten Holzturm, der 1890 einem Orkan zum Opfer gefallen ist. Die 123 Stufen zählende Wendeltreppe zur Aussichtsplattform ist eine echte Besonderheit. Sie ist gegenläufig, Auf- und Abstieg verlaufen getrennt. Wer also den Turm in Angriff nimmt, muss nicht mit „Gegenverkehr rechnen,1960 erlaubte es der Schwarzwaldverein dem Südwestfunk, die ersten Fernsehantennen zu installieren. Seit jenem Jahr ist der Turm nicht nur Aussichtsturm, sondern auch Funk- und Richtmast.
Die Aussicht vom Hochfirst bietet einen imposanten Blick auf das Feldbergmassiv, auf den Titisee und sogar bis zu den Alpen. Großartig nimmt sich von hier aus auch der Kandel aus.
Info: Die Altersangaben der Türme sind einer Aufstellung bei Wikipedia entnommen, die es dort von den bekannten Stahlfachwerktürmen dieser Welt gibt. Sie finden sie unter de.wikipedia.org