Foto: Johannes Hauger (Fotos)
Ein Ort der Besinnung, des Gebetes und des Friedens in einer herrlichen Natur: die Wallfahrtskirche Maria Lindenberg bei St. Peter auf Buchenbacher Gemarkung:
Ein Ort der Besinnung, des Gebetes und des Friedens in einer herrlichen Natur: die Wallfahrtskirche Maria Lindenberg bei St. Peter auf Buchenbacher Gemarkung:
Foto: Johannes Hauger (Fotos)

G’schichtle 113: „Maria Lindenberg“ – Wallfahrtskirche von besonderem Rang

22. Februar 2022
Sie ist etwas ganz Besonderes, gehört sie im Schwarzwald doch zu den wichtigsten Wallfahrsorten der Erzdiözese Freiburg. Die Rede ist von der auf dem Lindenberg bei St. Peter schön gelegenen Wallfahrtskirche Maria Lindenberg. Von ihr bietet sich ein herrlicher Panoramablick auf die Berge und Täler des Schwarzwalds bis hin zu den Vogesen.

Bedeutender Wallfahrtsort im Schwarzwald

Ihren Anfang nahm die Wallfahrt Maria-Lindenberg um das Jahr 1497 mit einer Gebetserhörung in schwerer Not. Das Bildstöckchen, das in der Kerzenkapelle zu sehen ist, wurde auf dem Lindenberg zum Dank vom Gallibauer Pantalion Maier für die Erhörung errichtet und gibt bis zum heutigen Tag Zeugnis für jenes Ereignis.

Um 1500 entstand auf dem Lindenberg nach einer Marienerscheinung die erste Wallfahrtskapelle. Sehr rasch wurde die Kapelle Ziel vieler Pilger, sodass im Laufe der Jahre gleich zwei größere Folgebauten notwendig wurden. 1787 schien die Zeit der Wallfahrt auf dem Lindenberg indes vorbei zu sein. Auf kaiserlichen Befehl aus dem fernen Wien musste die Kapelle im Schwarzwald abgerissen werden. Es war Joseph II., Kaiser und ausgemachter Wallfahrtsgegner, der im fernen Wien die Wallfahrt verbot und den Befehl gab, die Kapelle abzureißen.

Mit dem Abbruchmaterial wurde im nahen Eschbach, einer zwischen Schwarzwald und Rhein gelegenen Gemeinde, die dortige Pfarrkirche errichtet. Sie erhielt auch die Innenausstattung der alten Lindenbergkapelle, einschließlich des Gnadenbildes. Ab 1800 wurde auf dem Lindenberg trotz Verbotes mit dem Wiederaufbau der Kapelle begonnen; allerdings durfte erst 1849 dort wieder offiziell Gottesdienst gefeiert werden. Seit mehr als 500 Jahren ist die weithin bekannte Kirche also eine Stätte der Begegnung, ein Ort der Besinnung, des Gebetes und des Friedens.

Einmalig in der Diözese: Beten rund um die Uhr

Einmalig in der gesamten Erzdiözese Freiburg ist die „Eucharistische Anbetung“ in der Wallfahrtskirche. Es ist die Liebe zur Wallfahrtsstätte Lindenberg und ein tiefer Glaube, die für die Männer über die vielen Jahre immer wieder starker Antrieb sind, sich auf den Weg zum Lindenberg zu machen.  Der äußere Anlass für die Bildung der Gebetswache auf dem Lindenberg mit den Gebetszeiten rund um die Uhr hat ihren Beginn im Jahre 1955, als sich eine Gruppe von Männern aus der Erzdiözese Freiburg am Grab von Bruder Klaus in Sachseln/Schweiz versammelt haben, um für die Freilassung der letzten deutschen Kriegsgefangenen zu beten.

Was Adenauer mit „Maria Lindenberg“ zu tun hat

Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer war zur gleichen Zeit in Moskau und konnte damals nach zehn Jahre zum Ende des Zweiten Weltkrieges in schwierigen Verhandlungen die Freilassung von rund 10 000 deutschen Kriegsgefangenen erreichen. Während den sehr harten Verhandlungen, die oft zu scheitern drohten, erreichte Konrad Adenauer letztlich seine Ziele.

Bevor Adenauer nach Moskau reiste, verbrachte er inkognito eine ganze Nacht am Grab des heiligen Bruder Klaus in Sachseln/Schweiz. Noch vor Antritt seiner Reise nach Moskau hatte Adenauer sich beim Katholischen Männerwerk für die Gebete bedankt. In einem Schreiben Adenauers vom August 1955 aus Mürren (Schweiz) heißt es: „… wie ich höre, wollen die katholischen Männer der Erzdiözese Freiburg während meiner Reise nach Moskau bei Tag und Nacht in der Ranftkapelle, der Einsiedelei des schweizerischen Friedensheiligen Klaus von Flüe bei Sachseln in der Schweiz, beten. Ich danke den Herren für diese Hilfe…“ 

Initiator dieser Gebetsaktion war der damalige Diözesanpräses des Katholischen Männerwerkes. Dr. Alois Stiefvater, dem es ein großes Anliegen war, die Mission Adenauers durch ein ununterbrochenes Gebet zu begleiten.

Beten rund um die Uhr

Seit dieser Zeit wird auf dem Lindenberg für den Frieden und in den großen Anliegen unserer Zeit, sowie in persönlichen Anliegen 24 Stunden – also rund um die Uhr – gebetet. Jährlich sind es rund 1000 Männer, die sich in Gruppen wöchentlich abwechselnd im Auftrag der Erzdiözese Freiburg und des Katholischen Männerwerks aus den verschiedenen Dekanaten an dieser Anbetung teilnehmen. Da hat es Männer darunter, für die die Wochen auf dem Lindenberg so wertvoll sind, dass sie schon 10, 20, 30 Mal auf dem Lindenberg waren und gerne wiederkommen.

Sie sind selbst an der Gebetwache interessiert? Kein Problem, Sie sind herzlich willkommen und können sich beim Männerreferat der Erzdiözese Freiburg, Tel. 0761 5154309 oder direkt beim Wallfahrtssekretariat Lindenberg informieren.

Einen schönen Rahmen für Gruppen, Tagungen und Exerzitien bietet das Gäste- und Tagungshaus Maria Lindenberg mit 60 modern ausgestatteten Zimmern bietet einen attraktiven Rahmen für Gruppen, Tagungen und Exerzitien. Es steht darüber hinaus Urlaubsgästen und Einzelreisenden offen.

Das Exerzitienhaus Maria Lindenberg bietet ganzjährig ein eigenes Kursprogramm mit Exerzitien und geistlichen Angeboten. Darüber hinaus gibt es auf dem Lindenberg auch eine Pilgergaststätte.

Die Wallfahrtskirche auf dem Lindenberg ist die einzige in der Erzdiözese Freiburg, in der eine Eucharistische Anbetung rund um die Uhr stattfindet.

Weitere Infos gibt es auf den Internetseiten www.haus-maria-lindenberg.de und www.kmw-freiburg.de

Eine Antwort auf eine Frage sind wir Ihnen aber doch noch schuldig: Was ist mit den Frauen? Dazu der Vorsitzende des Katholischen Männerwerks der Erzdiözese Freiburg; Johannes Hauger: „Da diese Anbetungswochen vom Kath. Männerwerk ins Leben gerufen wurden, war dies damals eine reine Männersache und ist es bis heute geblieben. Dies ist also historisch gewachsen. Doch da auch Frauen an solchen Anbetungswochen Interesse haben und willkommen sind, findet im Kloster Gegenbach für Frauen in ähnlicher Form diese Anbetung statt. Allerdings nicht das ganze Jahr über, da die Anzahl der Frauen, die nach Gengenbach kommen, dies nicht zulässt.“

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