Auch 2026 wieder einzigartig im Schwarzwald
Der Begriff „Gottesacker“ stammt aus dem Johannesevangelium (12,24), in dem die Toten mit Weizenkörnern verglichen werden, die in die Erde fallen, um später „viel Frucht zu bringen“. Das Bild unterstreicht, wie zentral der Glaube an die Auferstehung für die weltweit verbreitete evangelische Brüdergemeine ist. Ostern, das Fest der Auferstehung, ist deshalb auch für die Gemeine in Königsfeld ein ganz besonderer Tag.
Am Ostersonntag beginnt der Gottesdienst traditionell bereits um 7 Uhr morgens im Kirchensaal. Anschließend zieht die Gemeine – begleitet vom Bläserchor – zum Gottesacker. Dort wird eine Auferstehungsliturgie gefeiert, zudem werden die Namen der Verstorbenen seit dem letzten Osterfest verlesen.
Ein Ort der Stille und der Hoffnung
Der Gottesacker in Königsfeld zählt zu den ungewöhnlichsten Friedhöfen im Schwarzwald – nicht nur wegen seines Namens, sondern vor allem wegen seiner Gestaltung. Die Grabsteine sind nicht aufrecht, sondern liegen flach am Boden. Sie symbolisieren, dass die Toten schlafen – im festen Glauben an die Auferstehung.
Alle Gräber sind gleich
Was viele Besucher besonders beeindruckt: Auf dem Gottesacker sind alle Gräber gleich gestaltet. Größe, Form und Inschrift folgen klaren Regeln. Vermerkt sind Name, Geburtsdatum, eventuell der Geburtsort, das Sterbedatum und – wenn gewünscht – ein kurzer Bibelvers.So wird ein zentraler Gedanke deutlich: Vor Gott sind alle Menschen gleich. Eine Ausnahme bilden lediglich die steinernen Kreuze der Gedenkstätte für die Gefallenen der beiden Weltkriege.
Viele Menschen besuchen den Gottesacker gezielt – nicht nur an Ostern, sondern das ganze Jahr über. Doch gerade zum Osterfest entfaltet dieser Ort seine besondere Wirkung als Platz der Stille, der Hoffnung und der gelebten Gleichheit.
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