Foto: © ZweiTälerLand Tourismus/ Anja Körnle
Der Tod bittet zum Tanz. Und er holt sich alle.
Der Tod bittet zum Tanz. Und er holt sich alle.
Foto: © ZweiTälerLand Tourismus/ Anja Körnle

Ausflugstipp: Spektakulär – der Totentanz in der Bleibacher Beinhauskapelle

16. Juni 2026
Bei diesem Ausflugstipp werden so manche wohl zunächst einmal stutzen. Ein Besuch im Beinhaus klingt nun wirklich nicht unbedingt nach einem klassischen Ausflugsziel. Wer will auch schon dem Tod begegnen. Doch wer sich darauf einlässt, entdeckt in Gutach‑Bleibach nahe Freiburg im Breisgau ein kulturhistorisches Kleinod, das seit Jahrhunderten Menschen fasziniert – den außergewöhnlichen Bleibacher Totentanz in der Beinhauskapelle der St.-Georg-Kirche. Wir geben es zu, ein bisschen gruselig ist es schon, aber auch hochinteressant und richtig spannend.

Kulturhistorisches Kleinod

Der Totentanz von Bleibach zählt zu den bedeutendsten erhaltenen Darstellungen seiner Art im süddeutschen Raum. Insgesamt 34 Bildtafeln, geordnet nach den Ständen der damaligen Gesellschaft, zeigen eindrucksvoll, wie Künstler früherer Zeiten die Macht und Unausweichlichkeit des Todes ins Bild setzten. Wer die Kapelle betritt, spürt sofort: Dieser Ort erzählt Geschichten, die man nicht so schnell vergisst.

Wie es zu den Beinhäusern kam

Bis weit ins 18. Jahrhundert lagen die Friedhöfe direkt um die Kirchen. Wurde der Platz knapp, wurden ältere Gräber geöffnet und die Gebeine sorgfältig im Beinhaus aufbewahrt – fein sortiert nach Schädeln, Arm- und Beinknochen. Auch in Bleibach entschied sich Pfarrvikar Martin Schill, 1720 eine solche Kapelle zu errichten. Nur wenige Jahre später, vermutlich 1723, entstand im Gewölbe der berühmte Totentanz, wahrscheinlich gemalt vom Waldkircher Künstler Johann Winter.

Der Tod als großer Gleichmacher

Der umlaufende Bilderfries zeigt den Tod als Skelett, das mit Menschen aller Stände seinen letzten Tanz vollführt: vom Papst bis zum Priester, vom Kaiser bis zum Edelmann, vom Kaufmann bis zum Soldaten, vom Bauern bis zum Tagelöhner. Auch Frauen, Kinder und Blinde sind dargestellt. Unter jedem Bild steht ein Vierzeiler, in dem der Tod erklärt, warum gerade jetzt die letzte Stunde des Dargestellten schlägt. Ein eindrucksvolles Zusammenspiel aus Kunst, Moral und Zeitgeschichte.

Eine Rarität in Europa

Fachleute gehen davon aus, dass der Maler die großen Vorbilder in Basel, Kientzheim und die berühmten „Bilder des Todes“ von Hans Holbein d. J. kannte. Umso bemerkenswerter ist, dass der Bleibacher Totentanz bis heute erhalten blieb – eine Seltenheit, denn nur wenige Totentänze in Europa haben die Jahrhunderte überstanden. Genau das macht ihn zu einem kulturhistorischen Schatz.

Blick in die Kapelle. Bild: user:joergens.miCC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Auch die St. Georg-Kirche ist sehenswert

Aber es ist nicht nur der Totentanz in der Beinhauskapelle, der die Aufmerksamkeit des Betrachters verdient, sondern auch die Kirche St. Georg. Ein außergewöhnlicher Bau mit einer eigenwilligen Form und einem modernem Holz-Kirchturm, die im Schwarzwald ihresgleichen suchen und eine starke Anziehungskraft auf kunsthistorisch interessierte Besucher ausübt. Weitere Infos unter www.zweitaelerland.de

Info

Viele weitere Informationen über den Totentanz und die Kirche gibt es unter www.zweitaelerland.de Überhaupt ist dies die Top-Adresse, wenn es um einen Aufenthalt in der Ferienlandschaft Zweitälerland geht. Wir wünschen schon einmal viel Spaß.

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