Foto: Gundi Woll (alle Bilder)
Nein, das ist nicht die Geschichte von den sieben Geißlein. Vincent hat über 100 davon, und die sorgen für die Grundlage des Ziegenkäses, der auf dem Schafhof 1 in Lauterbach hergestellt wird.
Nein, das ist nicht die Geschichte von den sieben Geißlein. Vincent hat über 100 davon, und die sorgen für die Grundlage des Ziegenkäses, der auf dem Schafhof 1 in Lauterbach hergestellt wird.
Foto: Gundi Woll (alle Bilder)

G’schichtle: Von Vincent, den Geißlein und seinem Ziegenkäse

17. Oktober 2026
Heute nehmen wir dich mit auf eine besondere Reise in den Schwarzwald: Sie handelt von Vincent Mayer aus Lauterbach, der mit seinen Ziegen steile Berghänge offen hält und aus ihrer Milch handgemachten Käse und Joghurt zaubert. Unterstützt wird er dabei von Josi, Vera und Tile. Es ist eine Geschichte über Leidenschaft, Mut und echten Schwarzwälder Genuss, die es ganz einfach wert ist, in Schwarzwald aktuell erzählt zu werden!
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Es dauert nicht lange, dann ist Vincent Mayer von seinen „Mädels“ umringt. Eine Ziege zupft an seiner Kleidung, eine andere schnuppert neugierig am Hirtenstab. Vincent krault einer das Ohr. „Manche kuscheln gerne“, sagt der 31-Jährige und schmunzelt. Vincents Bunte Deutsche Edelziegen sind wählerisch, neugierig und intelligent. Wenn sie zickig sind, ist ein hohles Klacken zu hören: Dann tragen zwei Tiere mit ihren 30 Zentimeter langen Hörnern mal wieder eine kleine Meinungsverschiedenheit aus.

„Das mache ich viel zu selten: Mit den Ziegen auf der Weide sein und den Ausblick genießen. Es ist ein Traum“, sagt Vincent

Die Ziegen als Landschaftspfleger

Indem die Ziegen hier grasen, tun sie etwas für die Region ganz Entscheidendes: Sie halten die Schwarzwälder Kulturlandschaft offen. Ohne die tierischen Landschaftspfleger würden die steilen Flächen verbuschen und langsam wieder zu Wald werden. Der Schwarzwald würde viel von seiner Attraktivität verlieren.

„Manchmal geht auch alles schief . . .“

Auf dem Hof im Schafhof 1 muss man flexibel und ehrgeizig sein. „Manchmal gibt es Tage, an denen ein Unglück auf das nächste folgt“, erzählt Vincent. „Da verendet der Schlepper bei der Heuernte, gleichzeitig geht die Wasserpumpe kaputt und beim Pasteur streikt der Temperaturfühler. Das sind drei riesige Probleme.“ In solchen Momenten ist er froh um das Netzwerk im Dorf: „Wir haben es mit unseren Handwerkern sehr gut. Und wenn du dann abends zusammensitzt und gemeinsam lachen kannst, ist das viel wert!“ Zur Hof-Familie gehören neben Partnerin Josi auch die Vorbesitzer Vera und Tile sowie Jagdhündin Wilma.

Das Dreamteam vom Schafhof 1

Vera und Tile hatten den Hof 2002 gekauft und saniert. Im Frühjahr 2025 suchten sie per Online-Anzeige nach Nachfolgern – mit dem kreativen Titel: „Bieten Rundfahrt im Karussell“. Vincent, der damals eine Physiotherapiepraxis in Pforzheim führte, und Josi, eine Heilerziehungspflegerin, fühlten sich sofort angesprochen. Ein Jahr später zog das Paar ein. Vincent gab seine Praxis auf und pachtete die Geisserie. „Einen Hof zu kaufen, ist unbezahlbar. Die Verpachtung und die Unterstützung durch Vera und Tile sind für uns ein riesiger Glücksfall“, berichtet er.

„Na, alles klar?“

Die Rundfahrt im Melkkarussell

Die „Rundfahrt im Karussell“ war eine charmante Anspielung auf das Melk-Karussell des Hofes. In diese Maschine laufen die Ziegen freiwillig hinein, bekommen ein Leckerli und werden gemolken, während sich das Karussell dreht. Eine Runde dauert zwei Minuten. „Ziege Molly liebt das Karussell so sehr, dass sie gleich mehrmals versucht, dranzukommen“, schmunzelt Vincent.

Gesamte Wertschöpfung vor Ort


Zusammen mit Tile melkt er die über 100 Ziegen morgens um 7 Uhr und abends um 17 Uhr. Eine Ziege gibt rund 500 Liter Milch pro Jahr. Die gesamte Wertschöpfung findet direkt vor Ort statt – vom Futter auf den Wiesen über die Geburt der Zicklein bis zur Verarbeitung. In der Geisserie entstehen Frischkäse, Schnittkäse, Camembert und Grillkäse. „Lilli bekommt ein Lillichen, gibt Milch, und daraus machst du Käse. Du lässt ihn reifen, schmierst ihn jeden Tag und verkaufst ihn auf dem Markt“, beschreibt Vincent stolz den Kreislauf.

Sieht er nicht lecker aus? Und wie der schmeckt – mmmh!

Wie ihr zu dem Käse kommt

Der fertige Käse landet unter anderem im Gasthof Adler auf dem Fohrenbühl oder im Hofladen von Naturpark-Partnerin Nadine Göz in Unterreichenbach. Auch auf Regionalmärkten ist die Geisserie aktiv– wie zum Beispiel bei der Naturpark-Genuss-Messe in Nagold m die am 25. Oktober, 2026 . Wer in ein Stück dieses Ziegenkäses beißt, schmeckt nicht nur Kräuter und gekonntes Handwerk. Es steckt immer auch ein echtes Stück Schwarzwaldlandschaft drin.

Der Hofladen ist bald fertig

Aktuell sind Vincent, Josi, Vera und Tilee dabei einen Hofladen einzurichten. Der ist zwar noch nicht ganz fertig, „aber die Leute können auch jetzt schon selbst vorbeikommen, die Ziegen im Stall oder auf der Weide besuchen und bei uns den Käse probieren und kaufen“, so Vincent.

Dem Bericht liegt eine Geschichte zugrunde, die Gundi Woll auf den Seiten des Naturparks Schwarzwald ;itte/Nord veröffentlicht hat. Auch die Bilder sind von ihr. naturparkschwarzwald.de

INFO: Alles über den Hof, die Geißen und den wunderbaren Ziegenkäse erfahrt ihr unter https://schwarzwaelder-geisserie.de/

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