Wolf in kritischem Zustand entdeckt
Am 28. September wurde am Albstausee bei St. Blasien ein schwerst verletzter männlicher Wolf entdeckt. Ein hinzugezogener Tierarzt stellte fest, dass das Tier keine Überlebenschance mehr hatte. Auf Veranlassung des baden‑württembergischen Landwirtschaftsministeriums wurde der Wolf daraufhin aus Tierschutzgründen erlöst. Der Vorgang hat historische Dimension: Es handelt sich um den ersten Wolf seit über 170 Jahren, der in Baden‑Württemberg offiziell erlegt wurde.
Ursache der Verletzungen noch unklar
Wie sich der Wolf die massiven Verletzungen zugezogen hat, ist derzeit Gegenstand laufender Untersuchungen. Wurde das Tier von einem Auto erfasst? Hat es sich die Verletzungen in einem Kampf mit einem rivalisierenden Wolf zugezogen – solche Auseinandersetzungen sind möglich und können schlimm enden – oder ist der Rüde Opfer eines illegalen Abschusses geworden? All diese Szenarien werden geprüft.
Untersuchungen laufen
Eine Auskunft dazu gab es vom zuständigen Landwirtschaftsministerium bislang nicht; man verweist auf die noch nicht abgeschlossenen Untersuchungen. Die genaue Ursache der Verletzungen sowie die exakte Identität des Wolfsrüden sind weiterhin unklar. Vermutet wird, dass es sich um den bekannten sesshaften „Schluchsee‑Wolf“ GW1129m handeln könnte, der 2023 das erste Wolfsrudel in Baden‑Württemberg gegründet hat.
Spekulationen in sozialen Medien
Dass der Wolf erneut in der Region um den Schluchsee verletzt aufgefunden wurde und das Ministerium bislang zurückhaltend informiert, sorgt in sozialen Medien für Spekulationen. Einige Nutzer werten dies als Hinweis darauf, dass auf den Wolf geschossen worden sein könnte – möglicherweise sogar durch denselben Täter wie 2017. Fachleute warnen jedoch ausdrücklich vor voreiligen Schlüssen: Ohne Untersuchungsergebnisse seien solche Vermutungen nicht belastbar.
Rückblick: Der ungelöste Fall von 2017
Im Jahr 2017 wurde am Schluchsee ein toter Wolf im Wasser treibend entdeckt. Die Untersuchung ergab, dass das Tier durch ein Projektil im Brust‑ und Leberbereich getötet worden war. Da Wölfe streng geschützt sind, leitete die Polizei damals umfangreiche Ermittlungen wegen Wilderei ein und überprüfte zahlreiche Jäger und Waffenbesitzer in der Region. Der Täter wurde jedoch nie gefunden.






