Die Chancen, dass der Goldschakal sich dauerhaft im Ländle ansiedeln wird, sind inzwischen sehr groß. Wie viele Goldschakale aktuell hier leben, lässt sich allerdings nicht genau sagen.Zu wenig ist über die Lebensweise der neuen Art hierzulande bekannt. Laut Monitoring der Forstlichen Versuchsanstalt (FVA) – basierend auf Fotos, Meldungen und genetischen Analysen – breitet sich der Goldschakal aber weiter in Baden-Württemberg aus.
Deutschlandweit erster Nachwuchs im Schwarzwald-Baar-Kreis
Und hier gilt dies ganz offenbar vor allem auch für den Schwarzwald. Dort gab es vor fünf Jahren sogar den deutschlandweit ersten Nachwuchs. Und zwar im Schwarzwald-Baar-Kreis. Laut NABU kamen dort seitdem jährlich einige Welpen zur Welt. Zuletzt waren es im Juli 2025 vier. Auch dieses Jahr wird wieder damit gerechnet.
Inzwischen in mehreren Landkreisen unterwegs
In der Zwischenzeit wurden im Bereich der Ferienregion Schwarzwald auch Schakale in den Landkreisen Emmendingen, Enzkreis, Ortenau, Rastatt, Rottweil und Waldshut gesichtet. Aber auch in acht Landkreisen außerhalb des Schwarzwalds wurden schon Schakale nachgewiesen. Besonders erfreulich: Nicht nur im Schwarzwald-Baar-Kreis, sondern auch im Landkreis hat sich vor zwei Jahren ein Pärchen angesiedelt und bekommt jährlich Ende April/Anfang Mai Junge. Der NABU: „Zwar ist die Sterblichkeit der Kleinen hoch, doch der Goldschakal wird im Südwesten bleiben.
Schakal darf nicht bejagt werden
Als selbst zugewanderte Art ist er hier heimisch und ganzjährig geschützt, er darf im Südwesten nicht bejagt werden. Blickt man auf die Erfahrungen anderer Regionen Europas, könnte der Goldschakal in wenigen Jahrzehnten auch in großen Teilen Baden-Württembergs vorkommen.“

So unterscheidet er sich von Fuchs, Hund und Wolf
Der aus Südasien und Südosteuropa eingewanderte Goldschakal hat kleine Ohren, einen kurzen buschigen Schwanz und einen kräftigen Körper. Dabei sieht er Wölfen, großen Hunden und Füchsen ähnlich. Doch wie lässt er sich eindeutig unterscheiden? „Der Wolf ist größer mit gerader Schnauze. Der Kopf des Goldschakals erinnert eher an den eines Rotfuchses statt eines Hundes, der Fuchs ist jedoch deutlich schlanker. Der Goldschakal ist eher gedrungen – hat man keinen direkten Vergleich, kann es aber schwer sein, den Goldschakal rein optisch direkt zu bestimmen“, weiß NABU-Artenschutzreferentin Alexandra Ickes.
Sein engster Verwandter ist der Wolf
Der Stammbaum des Goldschakals zeigt: Sein engster Verwandter ist der Wolf (Canis lupus) und diesem ähnelt er auch im Aussehen am meisten. Doch mit dem Rotfuchs (Vulpes vulpes) teilt er viele Vorlieben was Nahrung und Lebensraum betrifft. Wo es Wölfe gibt, sucht man den bis zu einem Meter langen Goldschakal in der Regel vergebens, zugleich meiden die kleineren Füchse eher das neue Säugetier.
Er lebt im Familienverband, ernährt sich als Allesfresser flexibel jedoch vorwiegend von Kleinsäugern, gefolgt von Huftieren (meist Kadaver) und Pflanzen, und durchstreift auf Nahrungssuche ein Territorium von bis zu 30 Quadratkilometern. Dabei ist er bezüglich der Landschaft nicht wählerisch. Goldschakale sind sehr anpassungsfähig und können mit diversen Umweltbedingungen klarkommen. Gibt es ausreichend Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten, haben sie alles, was sie brauchen.
„Schakal keine Gefahr für Menschen“
„Für den Menschen stellt der Goldschakal keine Gefahr dar. Als scheues Wildtier geht er dem Menschen so gut es geht aus dem Weg“, stellt Ickes klar. Eine Begegnung ist ein seltenes Ereignis und kann als Glücksfall gesehen werden. Ickes rät: „Bei Wildtierbegegnungen sollte man dem Tier stets Rückzugsmöglichkeiten geben und es nicht bedrängen. Anlocken durch Fütterungen ist verboten.“
Bearbeitete Quelle: NABU Baden-Württemberg






