Spektakuläre Klangwelt im Schwarzwald
Und das Kommen lohnt sich! Die beeindruckende Präsentation zeigt weit über 100 Alphörner und verwandte Blasinstrumente aus aller Welt. Als Wanderausstellung, die vom Sammler, Musiker und Alphornspezialisten Franz Schüssele zusammengestellt wurde, war sie zuvor bereits in zahlreichen kulturgeschichtlichen Museen zu Gast. Besucherinnen und Besucher können Alphörner aus der Schweiz und Österreich mit bis zu vier Metern Länge bestaunen, ebenso wie Naturhörner aus Afrika, Zentralasien, Südamerika, Rumänien, Polen oder Skandinavien.
Kuriositäten und Schwarzwälder Tradition
Auch der Schwarzwald ist vertreten, unter anderem mit einem Nachbau des Villinger Herterhorns, das dort seit Jahrhunderten jedes Jahr in der Heiligen Nacht geblasen wird, sowie mit der nur 15 Zentimeter langen „Hotzentromb“. Kuriositäten wie ein Klo-Alphorn, ein Spazierstock- und ein Besenalphorn oder ein aus Zelluloidrollen gefertigtes Film-Horn runden die Sammlung ab.

Nur einige der Exponate, die wir in der Ausstellung bewundern können.
Bild: Hochschwarzwald Tourismus GmbH
Mythen, Geschichte und ein Experte
Viele werden sich zudem von dem Glauben verabschieden müssen, dass das Alphorn ein urschweizerisches Instrument ist. Franz Schüssele verweist darauf, dass intensive Nachforschungen ergeben hätten, „dass diese Form der Tonerzeugung in vielen Kulturen und Religionen weltweit verbreitet war“. Vermutlich seien bereits bei den ersten Menschen auf dem afrikanischen Kontinent Hörner zum Einsatz gekommen. Auch in Mitteleuropa gibt es sie seit Jahrhunderten: In Parchim (Brandenburg) wurde ein Holzhorn aus dem 11./12. Jahrhundert gefunden, während das älteste Alphorn der Schweiz auf das 14. Jahrhundert zurückgeht.
Franz Schüssele – der große Alphornexperte
Wenn es um das Alphorn geht, führt an Franz Schüssele wirklich kein Weg vorbei. Geboren in Dörlinbach im Schwarzwälder Schuttertal, studierte er Posaune, Schulmusik und Germanistik. Nach dem Studium spielte er drei Jahre im Philharmonischen Orchester Freiburg und erhielt anschließend einen Lehrauftrag an der Pädagogischen Hochschule Freiburg.
Zudem gründete er die Volksmusikgruppe „Gälfiäßler“, die durch Rundfunk und Fernsehen bekannt wurde. 1983 erlernte Schüssele autodidaktisch das Alphornspiel und komponierte zahlreiche Stücke für Alphornkonzerte. Gleichzeitig begann er, diese Instrumente zu erforschen und zu sammeln. Sein Buch „Alphorn und Hirtenhorn in Europa“ gilt als wissenschaftliches Standardwerk, eine weitere Veröffentlichung ist in Arbeit.






