Foto: Brücke-Osteuropa , CC0, über Wikimedia Commons
Blick vom Breisacher Münsterberg auf den Eckartsberg mit Obelisk und Europafahne
Blick vom Breisacher Münsterberg auf den Eckartsberg mit Obelisk und Europafahne
Foto: Brücke-Osteuropa , CC0, über Wikimedia Commons

Schwarzwälder Burgen / Die Ruine Eckartsberg in Breisach

15. März 2026
Die Ruine am Eckartsberg gehört zu den eher kleinen, aber geschichtlich und sagenhaft interessanten Orten der Stadt Breisach am Rhein. Der Hügel liegt südlich der Altstadt und ragt etwa 50 Meter über den Marktplatz hinaus. Heute ist der Berg größtenteils mit Weinreben bedeckt und dient vor allem als Aussichtspunkt mit genialen Ausblicken auf die Stadt und den Münsterberg.

Schon früh spielte der Eckartsberg eine Rolle in der Geschichte der Region. Auf dem Hügel soll früher eine kleine Burg gestanden haben, daneben auch ein Kloster. Von diesen Bauwerken ist heute jedoch nichts mehr erhalten. Im Laufe der Zeit wurden die Befestigungen abgetragen; spätestens im 18. Jahrhundert verschwanden die letzten Reste der Wehranlage.

Was es mit dem Eckehart auf sich hat

Besonders interessant ist jedoch die Sage, die mit dem Ort verbunden ist. Der Berg soll nach dem sagenhaften Ritter Der getreue Eckehart benannt sein. In der sogenannten Harelungensage wird erzählt, dass Eckehart damals ein treuer Wächter und Ritter war, der seinem König diente und über das Land wachte. Der Legende nach soll er auf dem Eckartsberg eine Burg besessen haben und von dort aus das Gebiet rund um Breisach geschützt haben. Die Sage spielt in der Zeit der Völkerwanderung, etwa im 5. Jahrhundert, als der sagenhafte König Harelung über den Breisgau geherrscht haben soll.

Im 2. Weltkrieg wieder genutzt

Auch später blieb der Berg von Bedeutung. Im 19. Jahrhundert wurde dort ein Obelisk errichtet, der an den Übergang Breisachs und des Breisgaus an das Großherzogtum Baden im Jahr 1806 erinnert. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Eckartsberg wieder militärisch genutzt. Er wurde durch Bunker und Stollensysteme befestigt. Ende des Krieges suchten dort die Breisacher Bürger Schutz vor Bomben- und Granatangriffen. Am 4. Februar 1945 wurde Breisach zu 85 Prozent zerstört.

An die fast vollständige Zerstörung Breisachs am 4. Februar 1945 erinnert eine Granate in einer Mauernische am Artur-Uhl-Weg. Bild: CTHOE , CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons

Was Breisach zur Europastadt macht

Auf dem Berg symbolisieren eine Europaflagge und das sogenannte „Europalicht“ die Rolle Breisachs als europäische Grenzstadt am Rhein. Ja, die Stadt darf sogar ganz offziell den Ehrentitel „Europastadt“ tragen. In wohl keiner anderen Kommune in ganz Europa wurde nämlich ein auch nur so annährend klares Bekenntnis zu Europa wie gerade hier in Breisach. Aus den leidvollen Erfahrungen seiner wechselhaften Geschichte heraus und im Bewusstsein eines notwendigen friedvollen Zusammenlebens der verschiedenen Völker und Kulturen sprachen sich die Breisacher als erste in Europa am 9. Juli 1950 in einer Abstimmung mit 96 % der Wählerstimmen für ein einiges und freies Europa aus.

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