Foto: Günther Baumann
Beeindruckend: das größte Fastentuch Europas, das Jahr für Jahr im Freiburger Münster in der Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Gründonnerstag zu sehen ist.
Beeindruckend: das größte Fastentuch Europas, das Jahr für Jahr im Freiburger Münster in der Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Gründonnerstag zu sehen ist.
Foto: Günther Baumann

Schwarzwälder Rekorde: das größte Fastentuch Europas

9. März 2026
Jahr für Jahr beginnt im Freiburger Münster eine ganz besondere Zeit: Von Aschermittwoch bis Gründonnerstag wird der berühmte Hochaltar von Hans Baldung Grien hinter einem Fastentuch verborgen. Doch dabei handelt es sich nicht um irgendein Tuch – sondern um ein außergewöhnliches Kunstwerk. Mit seinen gewaltigen Ausmaßen gilt es als das größte Fastentuch Europas.

Zehn mal zwölf Meter groß

Das über 400 Jahre alte Tuch misst rund zehn mal zwölf Meter und übertrifft damit alle vergleichbaren Fastentücher auf dem Kontinent. Im Chor des Münsters wird es mit Seilen befestigt und verhüllt nahezu den gesamten Altarraum. Insgesamt besteht es aus 13 Leinenbahnen, die 1611 und 1612 vom französischen Maler François Arpurel gestaltet wurden. Mehr als eine Tonne bringt das monumentale Werk auf die Waage.

Kreuzigungsszene im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt steht eine eindrucksvolle Kreuzigungsszene: Die Hauptfiguren sind über dreieinhalb Meter hoch und prägen das gewaltige Bild. Umgeben wird das zentrale Motiv von einem Bildfries mit insgesamt 25 Darstellungen aus der Leidensgeschichte Jesu. Kein Wunder, dass das Fastentuch jedes Jahr zahlreiche Besucher anzieht – aus dem Schwarzwald ebenso wie von weit darüber hinaus. Viele bleiben staunend davor stehen.

Tradition seit dem Mittelalter

Die Tradition der Fastentücher reicht bis ins Mittelalter zurück. Durch das Verhüllen der prachtvollen Altarbilder, die meist den auferstandenen Christus zeigen, sollte das Kirchenvolk in der Fastenzeit bewusst auf das Leiden Jesu schauen. Die Bilder des Leidens sollten dabei nicht nur zur Besinnung anregen, sondern auch helfen, eigenes Leid zu verarbeiten – und Mitgefühl für das Leid anderer zu entwickeln.

Im Mittelpunkt des Fastentuchs steht die Kreuzigungsszene. Bild: Roland Hebsacker

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