Die schwäbisch‑alemannische Fastnacht, die in diesem Jahr Mitte Februar ihren Höhepunkt erreicht, ist reich an regionalen Besonderheiten. Auch im Hochschwarzwald werden ortstypische Bräuche gepflegt, die häufig auf alten Sagen beruhen und bis heute fest im Gemeindeleben verankert sind. Hier die vier Beispiele dafür.
Weihersprung in Schönwald
Am Mittwoch vor dem Schmutzigen Donnerstag lädt die Narrengruppe Weiherma aus Schönwald zum traditionellen Weihersprung ein. Die Figur des Weihermanns geht auf alte Sagen zurück: ein mythisches Wasserwesen, verwandt mit Elben oder Nixen, das in Quellen, Weihern und Bächen lebt – so auch im Weiher des Schönwalder Landschaftsparks.
Beim Weihersprung am 11. Februar 2026 ziehen die Schönwalder Narren und zahlreiche Schaulustige mit Fackeln, begleitet von der Musikkapelle, zum Landschaftspark. Dort wird das geheimnisvolle Wesen mit dem Ruf „Je nässer! Je besser!“ aus seinem Element gelockt. Unter Licht- und Pyroeffekten steigt ein Zunftmitglied als Weiherma aus den kalten Fluten und treibt seinen närrischen Schabernack mit dem Publikum. Anschließend klingt der Abend bei Bewirtung auf dem Dorfplatz aus.
Walpurgisnacht in Löffingen
Während die Walpurgisnacht andernorts traditionell in der Nacht zum 1. Mai gefeiert wird, findet sie in Löffingen seit fast 100 Jahren am Rosenmontag um 19:30 Uhr statt. Bei diesem schaurigen Spektakel in der Stadtmitte müssen die Hexen vor dem Teufel ihre Existenzberechtigung zur Fasnetszeit beweisen. Ein Geist tritt am Ende als Vermittler auf und überzeugt den Satan zugunsten der Hexen.
Ob die erste Aufführung 1928 oder 1929 stattfand, ist nicht eindeutig überliefert. Den besonderen Reiz der Löffinger Walpurgisnacht machen bis heute das Zusammenspiel aus Licht, Pyroeffekten und Rauch, die sorgfältig ausgearbeiteten Texte sowie die musikalische Begleitung durch die Stadtmusik Löffingen aus.
Geldbeutelwäsche und Narrenbaumfällen in Furtwangen
Die Geldbeutelwäsche bildet am Aschermittwoch den traditionellen Abschluss der Fastnacht. In Furtwangen formiert sich dazu ein Trauerzug, der die dahingeschiedene Fasnet beweint. Um 18 Uhr werden Fackeln entzündet, anschließend ziehen die schwarz gekleideten Teilnehmer:innen klagend durch die Innenstadt zum Narrenbrunnen.
Dort werden die leeren Geldbeutel ins Wasser getaucht – in der Hoffnung, dass sich nach altem Glauben neues Geld hineinspült. Zudem wird der Narrenbaum, Symbol der närrischen Herrschaft, gefällt und an den Höchstbietenden versteigert.
Scheibenschlagen im Hochschwarzwald
Am ersten Wochenende nach Fastnacht findet vielerorts im Hochschwarzwald das traditionelle „Schiiebeschlage“ statt – der letzte Akt der närrischen Zeit. Nach Einbruch der Dunkelheit werden glühende Holzscheiben an langen Stöcken ins Tal geschleudert, um den Winter zu vertreiben und den Frühling zu begrüßen. Begleitet wird das Schauspiel von den traditionellen Rufen der Werfer.
Die ersten Scheiben gelten der heiligen Dreifaltigkeit, danach folgen bedeutende Personen aus dem Dorf. Anschließend widmen die Werfer ihre Scheiben Familien und Freund:innen. Zu sehen ist das traditionsreiche Spektakel am 21. und 22. Februar unter anderem in St. Märgen, St. Peter, Häusern, Todtnau, Todtnauberg sowie mehreren Ortsteilen von Ühlingen‑Birkendorf.
Weitere Informationen zu allen Fastnachtsveranstaltungen unter: www.hochschwarzwald.de/fasnet






