Finaler Härtetest vor dem großen Moment
Die letzten Testfahrten prüfen das Zusammenspiel aus Infrastruktur, Signaltechnik und Fahrzeugen unter realen Bedingungen – der finale Check, bevor Fahrgäste einsteigen dürfen. Er dauert bis zum 25. Januar. In diesem Zeitraum werden die Züge – im Gegensatz zu denen im Dezember 2025 – bereits mit höherer Geschwindigkeit verkehren. Ja, es wird also ernst.
Eine Strecke mit Geschichte
Gleichzeitig endet damit ein Projekt, das die Region über viele Jahre begleitet hat. Ursprünglich mit rund 49 Millionen Euro kalkuliert, liegen die Gesamtkosten inzwischen bei über 200 Millionen Euro. Ein wesentlicher Kostentreiber: der Artenschutz. In zwei Tunneln mussten aufwendige Maßnahmen zum Schutz von Fledermäusen umgesetzt werden – ein Paket, das allein rund 80 Millionen Euro verschlungen hat und bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hat. Letzteres war es auch vor allem, das dafür sorgte, dass die neue Verbindung jetzt mit rund sieben Jahren Verspätung eingeweiht werden kann.
In rund einer Stunde in Stuttgart
Mit der Wiederinbetriebnahme erhält Calw und der Norschwarzwald wieder einen Anschluss an die Region Stuttgart, den sie so nach der Stilllegung der früheren württembergischen Schwarzwaldbahn so nicht mehr hatte.
Der Umstieg erfolgt künftig sowohl in Weil der Stadt als auch in Renningen, wo die S‑Bahn‑Linien S6 und S60 Richtung Stuttgart verkehren. Die Fahrzeit von Calw bis Stuttgart liegt – je nach Anschluss – zwischen 50 Minuten und rund einer Stunde. Ab dem 1. Februar gilt zudem der VVS‑Tarif auf der gesamten Strecke.
Zunächst noch eingeschränkter Betrieb
Nach der Eröffnung startet die Hermann‑Hesse‑Bahn zunächst im eingeschränkten Betrieb: stündlich und nur tagsüber zwischen Calw und Weil der Stadt. Restarbeiten und technische Feinjustierungen machen diesen Vorlaufbetrieb notwendig. Doch der Regelbetrieb im 30-Minuten-Takt ist in Sichtweite. – und mit ihm eine klimafreundliche Verbindung, die den Nordschwarzwald spürbar näher an Stuttgart rückt.






