Polizei ermittelt
Inzwischen hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen und auch einen ersten „Ermittlungserfolg“ gemeldet. Man kennt den Transporteur. Das war es dann aber offenbar auch schon. Wie der Polizeisprecher weiter mitteilte, ist nach wie vor unklar, unter welchen Umständen und warum der Elch plötzlich im Schwarzwald auftauchte und wie er in Freiheit kam.

Transporteur hüllt sich offenbar in Schweigen
Die Polizei ging am heutigen Mittwoch gegenüber SCHWARZWALD aktuell davon aus, dass sich die Ermittlungen noch eine Weile hinziehen könnten. Dies dürfte wohl darauf zurückzuführen sein, dass sich der Transportunternehmer dem Vernehmen nach bis heute in Schweigen hüllt. Die Polizei überprüft u.a., ob in diesem Fall überhaupt die notwendigen Genehmigungen für Tiertransporte vorgelegen haben und ob es Verstöße gegen das Tierwohl gegeben hat.
Das ist die eine Seite. Die andere Seite sind die möglichen Motive für das außergewöhnliche Geschehen. Bei demjenigen, der den Transport gemacht hat, könnten finanzielle Gründe durchaus eine Rolle gespielt haben. Wieso sollte er auch sonst den Elch durch den Schwarzwald an irgendeine Stelle – offenbar nahe Wolfach – karren?

Mögliche Motive: „nice to have“, Wildbret oder Geweihkult
Und für den- oder diejenigen, der den Elch erhalten sollte, gibt es nach Einschätzung von Experten neben dem „nice to have“ – also der Freude darüber, ein solches Tier zu besitzen – auch zwei weitere mögliche Gründe. Der Elch könnte auch getötet und zu Wildbret verarbeitet werden, was neben dem Geschmackserlebnis möglicherweise auch den einen oder anderen Tausender zur Folge haben könnte. Und zu guter Letzt ist da ja auch noch der Trophäenkult mit den Geweihen der Tiere …
Auch Schwarz tappt noch im Dunkeln
Carsten Schwarz, Leiter des Pforzheimer Wildparks, hatte schon vor einigen Tagen klargestellt, „dass der Elch nicht aus unserem Park ausgebrochen ist.“ Um Inzucht zu vermeiden, sei es in zoologischen Einrichtungen üblich, Tiere an andere Parks oder Zoos abzugeben. So sei auch mit dem im Mai 2024 in Pforzheim geborenen Elch, der aus einer Zwillingsgeburt stamme, verfahren worden.
Zoo beendet Zusammenarbeit mit Transportunternehmen
Über ein spezialisiertes Tiertransportunternehmen, mit dem der Wildpark eigenen Angaben zufolge seit Jahrzehnten zusammenarbeitet, sollte das Tier am 1. Oktober 2025 im Raum Passau in einen Park gebracht werden, wo das Tier allerdings nie ankam. Schwarz: „Die Übergabe erfolgte fachgerecht, wie in der Vergangenheit bei vielen Transporten. Wie das Tier dann in den Schwarzwald kam und dort frei herumlaufen konnte, ist für uns bis heute völlig unklar.“
Unterdessen hat man im Pforzheimer Tierpark bereits Konsequenzen gezogen. Die jahrzehntelange Zusammenarbeit mit dem Tiertransportunternehmen wurde mit sofortiger Wirkung eingestellt.





