Foto: Zoo Karlsruhe
Wieder daheim in Pforzheim, wo Erwin jetzt erst einmal eine Weile bleiben wird. Dass seine „Festnahme“ so gut verlief, war vor allem durch die Hilfe Karlsruher Zootierarztes Dr. Marco Roller möglich geworden, der das Tier mit dem Blasrohr betäuben konnte (Bild) und so die Voraussetzungen für einen problemlosen Rücktransport schuf. Keine Sorge: Der Elch ist längst wieder putzmunter und fühlt sich unter den Seinen im Pforzheimer Tierpark offenbar pudelwohl.
Wieder daheim in Pforzheim, wo Erwin jetzt erst einmal eine Weile bleiben wird. Dass seine „Festnahme“ so gut verlief, war vor allem durch die Hilfe Karlsruher Zootierarztes Dr. Marco Roller möglich geworden, der das Tier mit dem Blasrohr betäuben konnte (Bild) und so die Voraussetzungen für einen problemlosen Rücktransport schuf. Keine Sorge: Der Elch ist längst wieder putzmunter und fühlt sich unter den Seinen im Pforzheimer Tierpark offenbar pudelwohl.
Foto: Zoo Karlsruhe

Elch „Erwin“ bringt Polizei auf Trab – Sollte er Wildbret werden? Transporteur schweigt offenbar

16. Oktober 2025
Wie kam es dazu, dass Elch „Erwin“ statt in einem Transportfahrzeug in die Passauer Gegend zu fahren, plötzlich in Freiheit im Schwarzwald umherspazieren und hier für helle Aufregung sorgen konnte? Wohl jedem ist klar, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sein kann. Ja, und in der Tat: Aus der Geschichte ist eine richtig kleine „Räuberpistole“ geworden. Und die ist auch noch richtig spannend.

Polizei ermittelt

Inzwischen hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen und auch einen ersten „Ermittlungserfolg“ gemeldet. Man kennt den Transporteur. Das war es dann aber offenbar auch schon. Wie der Polizeisprecher weiter mitteilte, ist nach wie vor unklar, unter welchen Umständen und warum der Elch plötzlich im Schwarzwald auftauchte und wie er in Freiheit kam.

Bild: privat

Transporteur hüllt sich offenbar in Schweigen

Die Polizei ging am heutigen Mittwoch gegenüber SCHWARZWALD aktuell davon aus, dass sich die Ermittlungen noch eine Weile hinziehen könnten. Dies dürfte wohl darauf zurückzuführen sein, dass sich der Transportunternehmer dem Vernehmen nach bis heute in Schweigen hüllt. Die Polizei überprüft u.a., ob in diesem Fall überhaupt die notwendigen Genehmigungen für Tiertransporte vorgelegen haben und ob es Verstöße gegen das Tierwohl gegeben hat.

Das ist die eine Seite. Die andere Seite sind die möglichen Motive für das außergewöhnliche Geschehen. Bei demjenigen, der den Transport gemacht hat, könnten finanzielle Gründe durchaus eine Rolle gespielt haben. Wieso sollte er auch sonst den Elch durch den Schwarzwald an irgendeine Stelle – offenbar nahe Wolfach – karren?

Bild: privat

Mögliche Motive: „nice to have“, Wildbret oder Geweihkult

Und für den- oder diejenigen, der den Elch erhalten sollte, gibt es nach Einschätzung von Experten neben dem „nice to have“ – also der Freude darüber, ein solches Tier zu besitzen – auch zwei weitere mögliche Gründe. Der Elch könnte auch getötet und zu Wildbret verarbeitet werden, was neben dem Geschmackserlebnis möglicherweise auch den einen oder anderen Tausender zur Folge haben könnte. Und zu guter Letzt ist da ja auch noch der Trophäenkult mit den Geweihen der Tiere …

Auch Schwarz tappt noch im Dunkeln

Carsten Schwarz, Leiter des Pforzheimer Wildparks, hatte schon vor einigen Tagen klargestellt, „dass der Elch nicht aus unserem Park ausgebrochen ist.“ Um Inzucht zu vermeiden, sei es in zoologischen Einrichtungen üblich, Tiere an andere Parks oder Zoos abzugeben. So sei auch mit dem im Mai 2024 in Pforzheim geborenen Elch, der aus einer Zwillingsgeburt stamme, verfahren worden.

Zoo beendet Zusammenarbeit mit Transportunternehmen

Über ein spezialisiertes Tiertransportunternehmen, mit dem der Wildpark eigenen Angaben zufolge seit Jahrzehnten zusammenarbeitet, sollte das Tier am 1. Oktober 2025 im Raum Passau in einen Park gebracht werden, wo das Tier allerdings nie ankam. Schwarz: „Die Übergabe erfolgte fachgerecht, wie in der Vergangenheit bei vielen Transporten. Wie das Tier dann in den Schwarzwald kam und dort frei herumlaufen konnte, ist für uns bis heute völlig unklar.“

Unterdessen hat man im Pforzheimer Tierpark bereits Konsequenzen gezogen. Die jahrzehntelange Zusammenarbeit mit dem Tiertransportunternehmen wurde mit sofortiger Wirkung eingestellt.

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