Hier, im ursprünglich evangelischen Ortsteil der Stadt Schopfheim, treffen sich jedes Jahr am Ostermontag jede Menge Schaulustige und Mutige zum großen Spektakel am Eichener See – oder zumindest dort, wo der See mal ist und mal nicht. Will heißen: Er erscheint nur bei ganz bestimmten Wetterlagen. 2026 wird er wohl durch Abwesenheit glänzen. Dem großen Spektakel tut dies indes keinen Abbruch.
Das Eierspringen gibt es übigens nicht nur in Eichen, sondrn auch an anderen Orten, In Kirchzarten zum Beispiel und im Markgräflerland,
Brauchtum aus vorchristlicher Zeit
Die Wurzeln des Eierspringens reichen weit zurück – rund 3000 bis 4000 Jahre sollen es sein. Damit gilt es als einer der ältesten Bräuche im Schwarzwald, Er geht vermutlich auf das keltische Frühlingsfest Ostara zurück, das zur Tag-und-Nacht-Gleiche (ca. 21. März) gefeiert wurde. Mit der Christianisierung wurde das Osterfest auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsbeginn gelegt. In diesem Zuge wurde auch das Eierspringen in die Osterzeit integriert.
Ursprünglich wurde das Eierspringen mitten im Dorf Eichen abgehalten, heute hat es sich als lebendiges Volksfest am Rande des Eichener Sees etabliert – mit allem, was dazugehört: Zuschauer, Bewirtung und jede Menge Trubel.
Wenn Zuschauer zu bösen Geistern werden
Was das Eierspringen so besonders macht: Die Besucher sind keine stillen Beobachter – sie sind Teil des Spiels. Sobald die sogenannten Eierspringer ihre Eier in einer festgelegten Reihenfolge auslegen (eine Anspielung auf den Lauf des Mondes), beginnt das Chaos. Die Zuschauer schlüpfen in die Rolle der „bösen Geister“ und versuchen, die Eier zu stehlen.
„Saublodere“ im Einsatz
Doch die Eierspringer und ihre Helfer sind vorbereitet – mit „Saublodere“, aufgeblasenen Schweinsblasen, verteidigen sie das wertvolle Gut. Es wird gerannt, geschrien, gelacht. Euch hier genau die Regel zu erklären, würde zu weit führen, Kommt einfach vorbei und vergesst das Mitmachen nicht!
Ab 13 Uhr geht’s los – auch ohne See
Die Bewirtung beginnt bereits um 13 Uhr, das eigentliche Eierspringen startet um 14.30 Uhr. Auch wenn der See derzeit nicht zu sehen ist – was bei diesem „Laune-der-Natur-Gewässer“ durchaus normal ist – lohnt sich der Ausflug. Ihr werdet den wohl kuriosesten Brauch erleben, den der Schwarzwald kennt.





