Foto: Gemeinfrei
Robert Gerwig prägte den Eisenbahnbau im Schwarzwald entscheidend. Er plante nicht nur die Schwarzwaldbahn, sondern auch die Höllentalbahn. Das Bild zeigt die ehmalige Brücke in der Ravennaschlucht um 1900.
Robert Gerwig prägte den Eisenbahnbau im Schwarzwald entscheidend. Er plante nicht nur die Schwarzwaldbahn, sondern auch die Höllentalbahn. Das Bild zeigt die ehmalige Brücke in der Ravennaschlucht um 1900.
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Menschen/ Robert Gerwig: Der Mann, der den Schwarzwald auf die Schiene brachte

27. Oktober 2025
Vor genau 205 Jahren wurde Robert Gerwig geboren – ein Visionär, der den Schwarzwald nachhaltig prägte. Ohne ihn sähe die Region heute womöglich ganz anders aus – vielleicht sogar ziemlich alt. Schwarzwaldbahn, Höllentalbahn und viele weitere Projekte: Alles geht auf seine Planung zurück. Und selbst das Berliner Reichstagsgebäude gäbe es ohne den Karlsruher nicht in seiner heutigen Form.

Robert Gerwig, geboren 1820 in Karlsruhe, war ein echtes Universalgenie: Straßen- und Eisenbahnbauer, Schulgründer, Politiker – und in vielen weiteren Bereichen aktiv. Die Menschen im Schwarzwald verdanken ihm eine ganze Menge.

Nach seinem Studium widmete sich Gerwig zunächst dem Straßenbau. Er plante Trassen durch schwieriges Gelände, etwa von Gütenbach nach Furtwangen oder von Vöhrenbach nach Unterkirnach. 1850 gründete er in Furtwangen die erste deutsche Uhrmacherschule, um – wie er es nannte – das „Armenhaus Baden“ wirtschaftlich zu beleben.

Bis 1857 leitete er die Schule, aus der später die heutige Hochschule Furtwangen University hervorging. Bereits 1852 begann er dort mit dem Aufbau einer Uhrensammlung – der Grundstein für das heutige Deutsche Uhrenmuseum in Furtwangen.

Schwarzwald- und Höllentalbahn – alles Gerwig

Ab 1857 verlagerte sich sein Schwerpunkt auf den Eisenbahnbau. Eine seiner Spezialitäten: große Steigungen durch weite Schleifen und Kehrtunnel zu umgehen. So auch bei der Schwarzwaldbahn, die zwischen 1863 und 1873 nach seinen Plänen entstand. Für die Region war sie ein Segen – sie erschloss den Schwarzwald verkehrstechnisch und war ein Motor für wirtschaftlichen Aufschwung.

Doch die Schwarzwaldbahn war nicht das einzige Projekt, das auf Gerwig zurückgeht. Auch die Badische Hauptbahn im Abschnitt Waldshut–Schaffhausen–Singen–Konstanz sowie die Höllentalbahn zwischen Freiburg und Neustadt wurden nach seinen Entwürfen gebaut.

Auch beim Reichstagsbau in Berlin mischte er mit

Politisch engagierte sich Gerwig als Abgeordneter der Nationalliberalen im Badischen Landtag und später im Reichstag. Dort war er maßgeblich am Bau des Berliner Reichstagsgebäudes beteiligt. Er wurde zum außerordentlichen Mitglied der Königlich Preußischen Akademie des Bauwesens ernannt. Robert Gerwig starb 1885 und wurde im Ehrenhof des Karlsruher Hauptfriedhofs beigesetzt.

Der Schwarzwald sagt ihm Danke!

In vielen Städten und Gemeinden im Schwarzwald wurden nach seinem Tod Straßen, Schulen und Hallen nach ihm benannt, in Triberg errichtete man beim Bahnhof ein Denkmal und in seiner Geburtsstadt Karlsruhe trägt ein Brunnen. Um nur einmal zwei Beispiel zu nennen. In Triberg wurde 2009 und 2010 sogar ein Musical aufgeführt, das seinen Namen und den seiner wohl berühmtesten Bahn – der Schwarzwaldbahn – trug und vom Publikum begeistert gefeiert wurde.

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