Foto: Gerberei Trautwein (alle Fotos)
Soooo weich und kuschelig.
Soooo weich und kuschelig.
Foto: Gerberei Trautwein (alle Fotos)

Gerberei Trautwein in Schiltach: Wo altes Handwerk quicklebendig ist

21. Februar 2026
Das Gerben ist mit Sicherheit eines der ältesten Handwerke der Welt. In alten Zeiten spielte es auch im Schwarzwald eine große Rolle. Heute ist die Zahl der Betriebe im Schwarzwald auch weit über die Region hinaus allerdings arg, arg übersichtlich geworden. Einer, der dieses Handwerk bis heute in Perfektion beherrscht, ist die Gerberei Trautwein im schmucken Fachwerkstädtchen Schiltach.

Warum Schiltach zur Gerber-Hochburg wurde

Dass sich gerade im Schiltach einst zahlreiche Gerber niederließen, lag an den natürlichen Voraussetzungen. Für das Gerben wurden große Mengen weiches Wasser benötigt, außerdem Holz und Baumrinde aus den umliegenden Wäldern des Schwarzwals. Besonders die Rinde von Eichen und Fichten lieferte wichtige Gerbstoffe. Schiltach vereinte all diese Bedingungen – und entwickelte sich so zu einem bedeutenden Standort dieses Handwerks.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts arbeiteten hier rund 20 Gerbermeister. Heute ist davon nur noch ein Betrieb übrig geblieben: die Sämischgerberei der Familie Trautwein. Mit ihren hochwertigen Ledern und Fellen genießt sie einen ausgezeichneten Ruf der weit, weit über den Schwarzwald hinausreicht.

Handwerk mit Herz und Hightech

Auch wenn die Arbeit tief in der Tradition verwurzelt ist, kommt sie ohne moderne Technik nicht aus. Entscheidend ist die Kombination aus Erfahrung, handwerklichem Können und zeitgemäßen Verfahren. Diese Verbindung sorgt dafür, dass Lederprodukte aus Schiltach bis heute höchsten Ansprüchen genügen.

Der Weg vom Rohfell zum fertigen Leder ist lang: Bis zu 100 Mal wird das Fell in die Hand genommen, mehr als 50 Arbeitsgänge sind notwendig, und es dauert drei bis sechs Monate bis die „Zweite Haut“ reif für den Verkauf ist.

Mehr als 50 Arbeitsgänge sind notwendig, bis das Leder als „Zweite Haut“ in den Verkauf kommt

Einzigartig: Trautweins sämisch gegerbtes Schafsleder

Und da gibt es noch was Einmaliges: Trautwein ist Deutschlands einzige Gerberei, die Schafsleder sämisch gerbt. Dabei wird hauptsächlich der hochwertige Tran von französischen Atlantikdorschen eingesetzt. Dieser Tran mit einem hohen Jodanteil und ungesättigten Fettsäuren verwandelt die Eiweißfasern in der Tierhaut in feinste Lederfasern. Das Ergebnis dieser aufwändigen Sämischgerbung sind Leder von extremer Weichheit und Hautverträglichkeit. Keine andere Gerberei besitzt das Fachwissen und die seit 350 Jahren gehütete Rezeptur für diese seltene Art der Sämischgerbung.

Blick ins Innere mit den Fellen und der Wolle

Gerberei mit großer Tradition

Während des Herstellungsprozesses wird jedes Fell unzählige Male geprüft und bearbeitet. Drei bis sechs Monate vergehen, bis das Leder nach rund 50 Arbeitsgängen seine endgültige Qualität erreicht hat und die „Zweite Haut“ reif für den Verkauf ist. Die ganzheitliche Begleitung der Felle und Leder vom Schäfer bis zum Kunden, vom Rohfell bis auf die Ladentheke, ist für Trautwein der Garant für die herausragende Qualität des Hauses.

Attraktives Modehaus

Die attraktive Heimat von Trautwein in Schiltach. Links das Modehaus und rechts daneben die Gerberei.

Das attraktive Modehaus Trautwein geich nebenan

Die Gerberei ist übrigens nicht das Einzige, was Trautwein in Schiltach zu bieten hat. Gleich nebenan ist das weithin bekannte Modehaus Trautwein, das Mode und Tracht vom Feinsten bietet und das mit zu den führenden Modehäusern im Schwarzwald gehört. Unser Tipp: Kommen sie nach Schiltach, bummeln Sie durch das pittoreske Fachwerkstädtchen mit seinen zahlreichen Attraktionen, zu denen sicher auch Trautwein mit seiner Gerberei und seinem Modehaus gehört. Zu übersehen sind Modehaus und Gerberei nun wirklich nicht. Seit Jahrzehnten sind sie zentraler Bestandteil des attraktiven Schiltacher Ortsbildes. Na dann, viel Spaß bei ihrem Besuch.

Mehr über die Gerberei und das Modehaus finden Sie unter www.trautwein-schiltach.de Die Stadt Schiltach informiert Sie unter www.schiltach.de

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