Foto: Vatican Medi
Man sieht es: Papst Franziskus freut sich über die Lebkuchen aus Todtmoos, die ihm Bürgermeisterin Janette Fuchs und Pater David 2019 auf dem Petersplatz in Rom überreicht haben.
Man sieht es: Papst Franziskus freut sich über die Lebkuchen aus Todtmoos, die ihm Bürgermeisterin Janette Fuchs und Pater David 2019 auf dem Petersplatz in Rom überreicht haben.
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G’schichtle: Warum man die Todtmooser auch „Lebküchler“ nennt

27. Dezember 2025
Lebkuchen – für viele sind sie fest mit Advent und Weihnachten verbunden. Doch in Todtmoos im Hochschwarzwald spielt das würzige Gebäck eine besondere Rolle – und das weit über die Weihnachtszeit hinaus. So sehr sogar, dass die Einwohner im Volksmund landauf, landab liebevoll auch die „Lebküchler“ heißen.

Spezialität aus dem Südschwarzwald

Warum das so ist? Nun, diese Geschichte dahinter reicht weit zurück. Schon seit Jahrhunderten gilt der Lebkuchen als echte Todtmooser Spezialität. Neben den Bäckern waren früher vor allem die Frauen im Ort dafür bekannt, mit dem Backen ein kleines Zubrot zu verdienen. Sie kamen auf die clevere Idee, den Pilgern nach ihrem Besuch in der Wallfahrtskirche etwas Nahrhaftes für den Heimweg mitzugeben,

Leckeres für die Pilger

Also buken sie den ebenso leckeren wie haltbaren Lebkuchen im heimischen Ofen und verkauften ihn an den Wallfahrtsständen neben dem steilen Anstieg zur Kirche. Vom Geschmack her sind die Todtmooser Lebkuchen ein bisschen anders als ihre Nürnberger Weihnachtskollegen, kommen zwar vollmundig, aber weniger süß daher. Die Pilger jedenfalls griffen kräftig zu.

Die geschäftstüchtigen Frauen im Dorf waren es auch, die einen zweiten Brauch begründeten, der mit der Vorweihnachtszeit zusammenhängt: Die sogenannten Lebkuchenweiblein kauften bei den örtlichen Bäckern Hunderte von Lebkuchen ein und zogen damit durch die ärmlichen Gegenden des Schwarzwalds. Dort waren sie gerne gesehen, denn sie brachten mit dem beliebten weihnachtlichen Gebäck gleichzeitig den Weihnachtsduft in die Stuben.

Der Papst: ein Lebkuchenfan

2019 schaffte es der Todtmooser Lebkuchen sogar bis in die internationalen Schlagzeilen. Damals überreichten Bürgermeisterin Janette Fuchs und Pater David  Papst Franziskus höchstpersönlich ein Päckchen mit den süßen Schwarzwälder Spezialitäten. Der Papst – bestens gelaunt – ließ sich nicht lange bitten: „Das mag ich. Lebkuchen ist fein“, sagte der strahlende Heilige Vater zu den beiden aus Todtmoos.

Die Tradion lebt fort

Heute gibt es in Todtmoos noch viele Zeugnisse der großen Lebkuchentradition. Ja, sie ist bis heute ungebrochen. In der Gemeinde sind beispielsweise zwei Konditoren. die mit Leidenschaft Lebkuchen backen und natürlich ihre jeweiligen traditionellen Rezepte nicht preisgeben. Ja, und von den vielen Haushalten, in denen gerade in der Adventszeit mit Leidenschaft Lebkuchen gebacken werden, wollen wir erst gar nicht reden.

Lebkuchen auf Schritt und Tritt

Sogar einen Lebkuchenwanderweg gibt es in Todtmoos und ein Lebkuchenhaus auch. Und einmal im Jahr gibt es sogar einen richtigen „Lebküchlermarkt“. Nein, nicht zur Weihnachts- oder Aventszeit, sondern im Frühjahr. Der nächste ist übrigens am 9. und 10. Mai 2026. Gut vormerken! Mehr wollen wir Ihnen hier allerdings nicht verraten. Nur noch ein Tipp: Wenn ihr dort seid müsst ihr  euch natürlich auch die berühmte Wallfahrtskirche anschauen. Herrlich!

 

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