Gütenbach ist mit gerade mal 1250 Einwohnern die kleinste selbstständige Gemeinde im Schwarzwald-Baar-Kreis. Doch täuschen Sie sich nicht! Der schmucke Ort hat jede Menge drauf. Wussten Sie, dass hier wohl eines der größten –
wenn nicht gar das größte – „Bauunternehmen“ der ganzen Welt steht? Oder kennen Sie vielleicht eine Baufirma, die wie die in Gütenbach Jahr für Jahr 1,2 Millionen Häuser baut? Wohl kaum! Doch davon später mehr.
Ursprünglich stark landwirtschaftlich geprägt setzte im 17. Jahrhundert eine Entwicklung ein, die der Gemeinde die Bezeichnung „Uhrendorf“ einbringen sollte. Zuletzt tickte es im ganzen Ort. Neben dem Handwerk hielten auch die Uhrenfabriken Einzug.
1946 begann Faller mit der Spielwarenproduktion. Es war der Beginn einer faszinierenden Erfolgsgeschichte. Wohl jeder, der zu Hause eine Modelleisenbahn hatte, hatte seine Anlage
mit Häuschen aus dem Hause Faller bestückt. Aus dem Uhrendorf wurde die „Faller-Stadt“, zumal die Uhrenindustrie  auch hier in eine tiefe Krise schlitterte.
 Aber auch bei Faller lief es mal besser und mal schlechter. Heute lässt man es dort wieder richtig krachen. 1,2 Millionen Faller-Häuschenwerden hier pro Jahr gefertigt.  Erinnern Sie sich noch an die Feststellung zu Beginn, dass hier wohl eines der weltweit größten „Bauunternehmen“ zu Hause ist? Stimmt doch! Oder? In den Ausstellungsräumen des Unternehmens kann man sich in die bezaubernde Welt der Faller-Miniaturen entführen lassen. Ein echtes Erlebnis.
Von der einstigen Uhrenindustrie hat als größerer Hersteller nur noch Hanhart überlebt.  Für seine Stoppuhren war Hanhart weltberühmt. Bei den größten Wettkämpfen der Welt
kamen sie zum Einsatz. Ein Sportler aus Gütenbach hat es bis heute noch nicht zu Olympischen Spielen geschafft. Uhren aus den Dorf dagegen sehr wohl. In seinem Museum informiert Hanhart über seine lange Geschichte, aber auch
über Hanhart von heute. In einem Teil des Firmenareals hat sich „hanhart“, ein Kunstprojekt mit Ausstellungen, Kunstfesten, Theater, Kabarett und Konzerten etabliert.
Die berühmteste Sehenswürdigkeit auf Gütenbacher Gemarkung ist indes der Balzer Herrgott, eine in eine Weidbuche eingewachsene steinerne Christusfigur, um die sich viele Sagen ranken.
Nicht zuletzt gibt es ein kleines Heimatmuseum und im Hintertal, am Eingang zum Hübschental, die Mühle des Bühlhofs, die man an manchen Tagen in voll funktionsfähigem Zustand bewundern kann.

 

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