Sie reifen! Auf ins Schwarzwald-Heidelbeerdorf

Sie reifen! Auf ins Schwarzwald-HeidelbeerdorfFoto: Arne Kolb

Sie reifen! Auf ins Schwarzwald-Heidelbeerdorf

Freitag, 03 Juli 2020

Jetzt beginnen sie reif zu werden: die Heidelbeeren, das „Blaue Gold des Schwarzwalds“. Die richtige Zeit, um dem Schwarzwälder Heidelbeerdorf Enzklösterle einen Besuch abzustatten.

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Das idyllische Heidelbeerdorf Enzklösterle liegt zwischen Pforzheim und Freudenstadt im nördlichen Schwarzwald. Die Tannenwälder rund um Enzklösterle bieten einen idealen Nährboden und darum wachsen hier die Heidelbeeren reichlich und sicherten früher den Lebensunterhalt ganzer Familien.

Jahrhundertelang wurden hier im Sommer Heidelbeeren gezopft und in Zainen oder Kratten ins Dorf gebracht. Die Kinder erhielten sogar drei bis vier Wochen Heidelbeerferien, damit man gemeinsam schon frühmorgens zum Pflücken aufbrechen konnte.

Die lange Heidelbeer-Tradition und die gesunden Eigenschaften der Heidelbeere werden in Enzklösterle in jedem Jahr in der zweiten Julihälfte beim Heidelbeerfest mit einer Heidelbeerwoche und Heidelbeerfest gefeiert. Sogar eine Heidelbeerprinzessin gibt sich da die Ehre. Normalerweise.

Coronafolgen

In diesem Jahr hat Corona dem schmucken Dorf einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zumindest teilweise. Das Heidelbeerdorf musste sein großes, in die Heidelbeerwoche eingebettetes für den 18. und 19. Juli vorgesehene Heidelbeerfest absagen. Immerhin: Viele weitere Veranstaltungen der vom 17. bis 25. Juli dauernden Heidelbeerwoche können stattfinden.

So können Sie bei geführten Wanderungen der blauen Waldfrucht auf die Spur kommen, beim kulinarischen Seminar mit Kochkursen neue Rezepte kennenlernen und bei Plaudereien interessante Geschichten rund um die echten Waldheidelbeeren aus Enzklösterle erfahren.

Lohnend ist gerade in diesen Tagen eine Wanderung auf dem Heidelbeerweg, ein als Premiumwanderweg ausgezeichneter Weg, der im Schwarzwald weit über die Grenzen Enzklösterles bekannt ist. Da dürfen Sie dann auch von dem“ Blauen Gold“ naschen.im Folgenden stellen vor

Der Heidelbeerweg

Charakteristik

Sie möchten der Heidelbeere beim Wachsen zusehen oder selbst eine vom Strauch pflücken? Entdecken Sie das "Blaue Gold" des Schwarzwaldes auf dem ca. 12,7 km langen Heidelbeerweg rund um die Wälder von Enzklösterle. Auf dem abwechslungsreichen Rundwanderweg durchqueren Sie eine moosbewachsene Felslandschaft. Schöne Ausblicke auf das Heidelbeerdorf Enzklösterle laden zum Träumen ein.

Streckenverlauf

Ausgangspunkt ist die Tourist-Info Enzklösterle. Von dort führt der Weg zunächst durch den schönen Kurpark, vorbei an einem Floß, das nach Original Plänen aufgebaut wurde. Nach Überquerung der Freudenstädter Straße geht es vorbei am Heidelbeerhaus am Lappach, wo Sie viele Köstlichkeiten rund um die kleine Frucht erstehen können.

Am Schöllkopf beginnt der Aufstieg. Der Weg führt entlang an Heidelbeersträuchern und durch eine verwunschene Landschaft mit vermoosten Felsen. Hier hätte das Märchen vom Kalten Herz mit dem Glasmännlein spielen können. Auf dem Schöllkopfplateau in über 800 m Höhe hat man den höchsten Punkt erreicht. Leicht bergab, vorbei an Aussichtspunkten, führt der Weg in das mit Wiesen bestandene Lappachtal.

Über die forellenreiche Große Enz und das Kulturdenkmal Rußhütte geht es am Hirschberg entlang zur Erdbeerplatte. Dort hat man einen wunderbaren Rundblick über das Schwarzwalddorf und eine Holzschaukel lädt zum Verweilen ein.

Im Hirschgehege, das umrundet wird, befindet sich ein stattliches Rudel Rotwild, das aus nächster Nähe beobachtet werden kann. Am Schneckenkopf entlang führt das letzte Stück über einen schönen Panoramaweg, vorbei an über 200 Jahre alten Enztalkiefern. Nach einem kleinen Abstieg und knapp 13 km ist der Ausgangspunkt wieder erreicht.

Infos

Start und Ziel: Tourist-Information Enzklösterle

Schwierigkeitsgrad: mittel

Länge: 12,7 km (kann abgekürzt werden)

Dauer: ca. 4 Std.

Höhenlage: 585 m - 805 m

Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord: Rücksicht nehmen

Der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord bittet die Heidelbeersammler verstärkt Rücksicht auf Wildtiere zu nehmen – insbesondere die Auerhuhn-Küken befinden sich derzeit in einer sensiblen Phase

Die Heidelbeere ist für die wenigen Auerhühner im Schwarzwald die bedeutendste Nahrungspflanze. Es werden nicht nur die Beeren, sondern auch Blätter, Blüten und im Winter sogar die Stängel gefressen. Die Auerhuhnküken sind zudem in der kritischen ersten Phase ihres Lebens auf tierisches Eiweiß in Form von Insekten und deren Larven angewiesen.

Diese sind in den oft reichstrukturierten Halbsträuchern, insbesondere an sonnigen Stellen im Wald besonders häufig. Gleichzeitig bietet ihnen die Beerstrauchvegetation Deckung vor Fressfeinden. Dringen Heidelbeersucher tief in den Wald ein, nimmt die Henne sie schnell als direkte Bedrohung wahr. Sie veranlasst die Küken in unterschiedliche Richtungen zu fliehen, wo sie ein leichtes Opfer für Fressfeinde werden können.

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