Glaswaldsee: blau, mystisch, voll Melancholie

Glaswaldsee: blau, mystisch, voll MelancholieFoto: Von Klaus Rohwer - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=78882625

Glaswaldsee: blau, mystisch, voll Melancholie

Sonntag, 29 November 2020

Er ist eine richtig kleine Perle. Die Rede ist vom auf Gemarkung Bad Rippoldsau-Schapbach im Naturschutzgebiet gelegenen Glaswaldsee. Aufgrund seiner Unberührtheit zählt der Glaswaldsee zu den herrlichsten „blauen Augen" des Schwarzwaldes.

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„Feinster Bergsee des Schwarzwalds“

Für den berühmten Volksschriftsteller Heinrich Hansjakob (1837-1916) ist er sogar „wohl der kleinste, aber feinste Bergsee des Schwarzwaldes, und zwar deshalb, „weil er der düsterste ist und voll von Melancholie.“ Mächtige, steile Wände säumen den bis zu 11 Meter tiefen und etwa drei Hektar großen See, dessen Durchmesser zwischen 170 und 220 Metern variiert.

Der Name des Sees rührt von der Glashütte her, die im 17. Jahrhundert im Seebachtal stand. In diesem Tal wurde in früheren Zeiten Glas für die Flaschen des Rippoldsauer Sauerbrunnens hergestellt.  In früheren Zeiten diente er den Flößern als Schwellweiher, um mit dem angestauten Wasser die gefällten Stämme zu Tal zu schwemmen.

Im Jahr 1743 gab es eine Katastrophe, als sich im Frühjahr wegen einer raschen Schneeschmelze eine große Menge Wasser hinter dem Wall aufstaute. Diesem Druck hielt der Damm nicht mehr stand. Der See lief schlagartig aus, und die Flutwelle zerstörte im Seebachtal mehrere Bauernhöfe und riss auch die Bewohner mit.

Der Glaswaldsee ist übrigens in der letzten Eiszeit entstanden und ein sogenannter Karsee. Ein Gletscher hat ihn aus dem Buntsandstein herausgehobelt. Und er ist beileibe nicht der einzige Karsee im Nordschwarzwald.

Wussten Sie, dass der Nordschwarzwald sogar die höchsten Kardichte Mitteleuropas hat? Nach dem Abschmelzen der Gletscher vor 12.000 Jahren bildeten sich in vielen von ihnen rund 100 Karseen, von denen bis heute noch zwölf geblieben sind. Im Nationalpark sind das neben dem Glaswaldsee z.B. der Wilde See, der Huzenbacher See und der Buhlbachsee.

Unser Glaswaldsee ist auch sagenumwoben. Hier hielten sich in früheren Zeiten Seemännlein auf. Klein wie Kinder, glich ihre Gestalt der der Menschen. Ihre untere Hälfte war jedoch den Fischen ähnlich. Auch konnten sie sich unsichtbar machen. Manche von ihnen mischten sich auch unter die Menschen.

 

 

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