G’schichtle 8: Der Schwarzwälder, der den Bikini erfand

G’schichtle 8: Der Schwarzwälder, der den Bikini erfand Foto: photo&co - Flickr, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4340923

G’schichtle 8: Der Schwarzwälder, der den Bikini erfand

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Die Schwarzwälder können Bollenhut, Kirschwasser, Kuckucksuhren, Kirschtorte, und, und, und… Doch wussten Sie, dass sie auch Bikini können. Ja, hier bei uns im Schwarzwald  - genauer gesagt in Freiburg – wurde er einst erfunden und trat von hier aus seinen Siegeszug um die ganze Welt an.
Gut, wir geben es ja zu: Schon die römischen Frauen waren mit einem „Zweiteiler“ unterwegs, der relativ viel Haut zeigte. Allerdings war dies damals keine Badekleidung, die jungen Römerinnen trugen ihn zum Sport.
Runde 1000 Jahre war dann Funkstille. Bis 1900, als der Freiburger Valentin Lehr eine neue, zweiteilige Bademode kreierte. Ein klein bisschen wollte Lehr damals mit seinem Badeanzug, der nur die Brust und die Scham bedeckte, auch ein klein bisschen gegen die Prüderie im damaligen Kaiserreich aufmucken. Lehr gehörte zu den sogenannten „Lebensreformern. In der Körperkultur ging es ihnen darum, unter dem Eindruck von Industrialisierung und Verstädterung den Menschen zum Ausgleich viel frische Luft und Sonne zu verschaffen. Die Begeisterung der Herrschenden über die neue Mode hielt sich in Grenzen. Wer damit am Strand erwischt wurde, wurde glattweg verhaftet. Auch während der NS-Zeiten war der Zweiteiler tabu.
In den USA ging man wesentlich lockerer mit der Geschichte um. Hier griff man die Idee des Schwarzwälders begeistert auf, entwickelte Kreationen, die denen des Schwarzwälders verdammt ähnlich sahen.  Schnell gewann die neue Bodemode mehr und mehr Freunde, um dann nach dem Zweiten Weltkrieg wieder nach Europa herüber zu schwappen. Der Franzose Louis Réard ließ ihn 1946 patentieren und benannte ihn nach dem Bikini-Atoll. Wohl deshalb, weil das damals wegen der dortigen Atombombenversuch der Amerikaner gerade in aller Munde war. Etwa makaber, oder?
Schönheitsidole wie Brigitte Bardot oder Marilyn Monroe wurden zu Riesenfans des Bikinis und als die Schweizer Schauspielerin Ursula Andress 1962 als erstes Bondgirl in einer legendär gewordenen Filmszene mit einem weißen Bikini bekleidet dem Meer entsteigt, setzt in den Modegeschäften ein regelrechter Hype ein. Der Bikini, den Andress trug und der damals die sogenannte „sexuelle Revolution“ mit einleitete, wurde später  für 60 000 Dollar an einem Sammler versteigert.
Es waren auch jene Jahre, in denen der junge Amerikaner Brian Hyland mit seinem Bikini-Song „Itsy Bitsy Teenie Weenie Yellow Polka Dot Bikini“ die Charts stürmte.
Bis heute ist der Bikini in, und das mit zum Teil deutlich mehr nackter Haut, als sich dies unser Valentin Lehr um 1900 im prüden Kaiserreich wohl je in seinen kühnsten Träumen zu träumen wagte. . .
Gut, wir geben es ja zu: Schon die römischen Frauen waren mit einem „Zweiteiler“ unterwegs, der relativ viel Haut zeigte. Allerdings war dies damals keine Badekleidung, die jungen Römerinnen trugen ihn zum Sport.

Runde 1000 Jahre war dann Funkstille. Bis 1900, als der Freiburger Valentin Lehr eine neue, zweiteilige Bademode kreierte. Ein klein bisschen wollte Lehr damals mit seinem Badeanzug, der nur die Brust und die Scham bedeckte, auch ein klein bisschen gegen die Prüderie im damaligen Kaiserreich aufmucken. Lehr gehörte zu den sogenannten „Lebensreformern. In der Körperkultur ging es ihnen darum, unter dem Eindruck von Industrialisierung und Verstädterung den Menschen zum Ausgleich viel frische Luft und Sonne zu verschaffen. Die Begeisterung der Herrschenden über die neue Mode hielt sich in Grenzen. Wer damit am Strand erwischt wurde, wurde glattweg verhaftet. Auch während der NS-Zeiten war der Zweiteiler tabu.
In den USA ging man wesentlich lockerer mit der Geschichte um. Hier griff man die Idee des Schwarzwälders begeistert auf, entwickelte Kreationen, die denen des Schwarzwälders verdammt ähnlich sahen.  Schnell gewann die neue Bodemode mehr und mehr Freunde, um dann nach dem Zweiten Weltkrieg wieder nach Europa herüber zu schwappen. Der Franzose Louis Réard ließ ihn 1946 patentieren und benannte ihn nach dem Bikini-Atoll. Wohl deshalb, weil das damals wegen der dortigen Atombombenversuch der Amerikaner gerade in aller Munde war. Etwa makaber, oder?
Schönheitsidole wie Brigitte Bardot oder Marilyn Monroe wurden zu Riesenfans des Bikinis und als die Schweizer Schauspielerin Ursula Andress 1962 als erstes Bondgirl in einer legendär gewordenen Filmszene mit einem weißen Bikini bekleidet dem Meer entsteigt, setzt in den Modegeschäften ein regelrechter Hype ein. Der Bikini, den Andress trug und der damals die sogenannte „sexuelle Revolution“ mit einleitete, wurde später  für 60 000 Dollar an einem Sammler versteigert.
Es waren auch jene Jahre, in denen der junge Amerikaner Brian Hyland mit seinem Bikini-Song „Itsy Bitsy Teenie Weenie Yellow Polka Dot Bikini“ die Charts stürmte.
Bis heute ist der Bikini in, und das mit zum Teil deutlich mehr nackter Haut, als sich dies unser Valentin Lehr um 1900 im prüden Kaiserreich wohl je in seinen kühnsten Träumen zu träumen wagte. . .

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