G’schichtle 38: Kurz, knackig - einfach Kult: Freiburgs „Lange Rote“

G’schichtle 38:  Kurz, knackig - einfach Kult: Freiburgs „Lange Rote“

G’schichtle 38: Kurz, knackig - einfach Kult: Freiburgs „Lange Rote“

Na, kennen Sie die „Lange Rote“? Wenn Sie schon mal in Freiburg waren, stehen dafür die Chancen nicht schlecht. Schließlich ist sie für die in Freiburg erscheinende „Badische Zeitung“ das „kürzeste“ und für Freiburgs Touristiker das „knackigste“ Wahrzeichen der Stadt. Und beide haben wohl recht, müssen es ja wohl wissen.  Auf jeden Fall ist die „Lange Rote“ eine Wurst. Aber nicht irgendeine, sondern eine ganz besondere.

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Die rote Rostbratwurst ohne Darm, die 35 cm misst, ist eine Institution der Breisgau-Metropole. Auf der Bekanntheitsskala der Freiburger Attraktionen steht sie nach Einschätzung der Freiburger Touristiker  auf einer Stufe mit dem Münster, den Bächle oder dem Augustinermuseum – wenn auch in einer anderen Kategorie.

Die Geburtsstunde der Freiburger Marktwurst schlug 1949, nur kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, als der Bäcker Josef Föhrenbach neben seinen Backwaren auch Würstchen aus dem Wasserkessel anbot. Als diese zwei Jahre später vom Kessel auf den Grill wandern, finden die Bratwürste bei den Marktbesuchern reißenden Absatz.

An dem reißenden Absatz hat bis heute nichts geändert, nur die Zahl der Stände hat sich erhöht. Mittlerweile sind es sieben, an denen Freiburger und Gäste der Stadt für die traditionelle Grillwurst geduldig Schlange. Die sieben Stände rotieren übrigens. Jeder darf mal mit seinem Stand ganz nach vorne. Dort, am ersten Stand auf der Nordseite des Münsters, werden nämlich die meisten Würste verkauft. Hier, vor den Wurstständen ist der Platz, in der Einheimische und Touristen gemeinsam anstehen und beim Warten und Essen oft miteinander ins Gespräch kommen.

„Mit oder ohne Zwiebeln“ werden Sie gefragt, wenn Sie Ihre Bestellung aufgeben, denn bereits 1951 briet Josef Föhrenbach diese für noch mehr Aroma gemeinsam mit der Wurst an. Immer mehr Kunden verlangten dann zur Wurst ein paar Zwiebeln im Brötchen. Die Nachkommen des Erfinders der „Langen Roten“ sind übrigens noch heute auf dem Münsterplatz mit einem Stand präsent.

Die Entscheidung ob „mit“ oder „ohne“ steht unter Freiburgern als echte Glaubensfrage im Raum. Sicher ist aber: Wer die Lange Rote „geknickt“ bestellt, gibt sich definitiv als Tourist zu erkennen, denn ein echtes Bobbele (ein gebürtiger Freiburger) isst seine Lieblingswurst stets im Ganzen auch wenn dadurch die Gefahr auf einer Senfattacke auf Hemd oder Jacke deutlich ansteigt.

Genug geredet. Jetzt geht’s ans Probieren. Also, auf nach Freiburg auf den Münsterplatz. Mit 2,50 Euro sind Sie dabei. „Eine Lange Rote mit, bitte!“  „Mmmmhh, schmeckt super!“ „Sagen wir doch!“

 

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