G’schichtle 68: Die Brigach und ihr „verrückter“ Quellenort

Im Keller dieses Bauernhofes erblickt die Brigach das Licht der Welt. Von dort läuft das Wasser in die hübsch gestaltete Außenanlage. Im Keller dieses Bauernhofes erblickt die Brigach das Licht der Welt. Von dort läuft das Wasser in die hübsch gestaltete Außenanlage. Foto: Tobias Baumann

G’schichtle 68: Die Brigach und ihr „verrückter“ Quellenort

Brigach ist der zweitgrößte Ortsteil des Schwarzwaldstädtchen St. Georgen. Der Name Brigach sagt eigentlich alles. Das muss doch irgendwas mit einem der beiden Quellflüsse der Donau, der Brigach, zu tun haben. Hat es auch. Hier in Brigach entspringt sie. Genauer gesagt im Hirzbauernhof. Noch genauer: in dessen Keller.

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So etwas läuft unter Alleinstellungsmerkmal. Auf der Welt ist bislang jedenfalls noch kein anderer Fluss bekannt, der sich vom Keller eines Bauernhofs aus auf seine Reise zur Mündung macht. Bislang hat auch noch nie jemand sich getraut, etwas anderes zu behaupten. Wär’ ja wirklich nochmal schöner...

Auf dem über 450 Jahre alten idyllisch gelegenen Hirzbauernhof freut man sich jedenfalls über den Gast im Keller. Hofbesitzer Hansjörg Heinzmann lacht: „Besser sie entspringt dort unten, als im Wohnzimmer,“ wobei es sich hier schon einmal lohnt, darüber Gedanken zu machen, wer denn da nun zuerst da war, der Fluss oder der Hof. Und da spricht denn auch alles, aber auch alles für den Fluss.

Schon die alten Kelten hatten ganz offenbar mit der Quelle Bekanntschaft gemacht. 1899 jedenfalls wurde in den Gemäuern des Bauernhofes ein etwa 2000 Jahre altes kelto-römischen Relief entdeckt. Ziemlich sicheres Indiz dafür, dass sie die Quelle nicht nur kannten, sondern sogar als Heiligtum verehrten. Das Original des Reliefs können wir uns im Lapidarium in St. Georgen anschauen, eine Kopie gibt es an der hübsch gestalteten Brigachquelle. Gespeist wird diese über ein Rohr von dem im Keller austretenden Wasser.

Finden tun Sie die Quelle an der Strecke von St. Georgen über Brigach nach Furtwangen oder Schönwald. Bei den letzten Höfen von Brigach lädt ein kleiner Parkplatz und das Schild „Brigachquelle“ zum Halt ein. Nach ein paar Schritten sind sie dort. Sie können sogar länger bleiben. Auf dem stattlichen Bauernhof kann man nämlich auch herrlich Ferien machen.

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