G’schichtle 99: Wallfahrtskirche: Als „Maria in der Tanne“ sang

Herrlich gelegen: die Triberger Wallfahrtskirche „Maria in der Tanne“. Herrlich gelegen: die Triberger Wallfahrtskirche „Maria in der Tanne“. Foto: Stadt Triberg

G’schichtle 99: Wallfahrtskirche: Als „Maria in der Tanne“ sang

Ja, es gibt in Triberg noch einiges mehr zum Staunen als „nur“ Deutschlands höchste Wasserfälle. Wussten Sie, dass hier mit der Wallfahrtskirche „Maria in der Tanne“ eine der schönsten Kirchen in weitem Umkreis steht? Mit ihrer herrlichen barocken Ausstattung durch die Villinger Künstlerfamilie Schupp gilt sie als kunstgeschichtliches Juwel.

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Ein Kleinod im Schwarzwald

Das ganze Jahr hindurch wird sie von unzähligen Gästen und Touristen besichtigt. Aber auch viele Wallfahrtsgruppen kommen und feiern Gottesdienste oder Andachten. Die berühmten Wasserfälle und die Kirche sind nur wenige Gehminuten voneinander entfernt, sodass bei einem Aufenthalt der Besuch beider Triberger Sehenswürdigkeiten naheliegt.

Die Ursprünge der Wallfahrt reichen bis ins Jahr 1644 zurück.  Damals wurde die kleine Barbara Franz durch das Wasser einer nahegelegenen Quelle von ihrem Augenleiden erlöst. Nur ein Jahr später ereignete sich das nächste Wunder. Es war der Schneidermeister Friedrich Schwab, der an der Stelle, an der heute die Wallfahrtskirche steht, durch Waschungen von seiner schweren Aussatzerkrankung geheilt wurde. Aus Dankbarkeit stellte er eine kleine Marienstatue in die Höhlung einer Tanne, womit jetzt auch geklärt ist, warum die Kirche „Maria in der Tanne“ heißt.

Die Statue geriet jedoch in Vergessenheit, bis im Jahre 1692 drei Tiroler Soldaten die Statue wieder entdeckten. Sie waren durch lieblichen Gesang auf sie aufmerksam geworden. Daraufhin wurden zunächst eine Holzkapelle und später eine einfache Steinkapelle gebaut, bis dann zwischen 1699 und 1705 die heutige Wallfahrtskirche errichtet wurde.

 

Das Gnadenbild des Hochaltars. Foto: Stadt Triberg

 

In der Kirche bietet sich dem Besucher eine barocke Pracht. Besonders schön sind der Hochaltar und die Kanzel von dem Villinger Bildhauer Schupp. Die Wallfahrtskirche beherbergt unter anderem einen der bedeutendsten Barockaltäre Südwestdeutschlands, ein Reliquienschrein mit einer römischen Kaisertochter, echte Kanonenkugeln als Erinnerung an eine französische Belagerung und einen vom „Türkenlouis“ gestifteten wertvollen Altarvorsatz.

Neben der Wallfahrtskirche befindet sich in reizvoller Lage das Mesnerhäuschen. Das kleine Fachwerkhäuschen ist das zweitälteste Gebäude Tribergs und stammt aus dem Jahr 1697. Das Mesnerhäuschen diente nicht nur dem Mesner als Wohnsitz, sondern auch dem jeweiligen Wallfahrtsbruder und dem Geistlichen. 1913 erwarb die Stadt das Häuschen und errichtete hier das erste Heimatmuseum Tribergs, bis 1940 der Eigentümer wieder die Kirche wurde.

 

 

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