G’schichtle 95: Wie Maria zu den Ketten kam

Im Innern der Wallfahrtskirche finden wir die Ketten, die der Kirche in Zell am Harmersbach den Namen gaben. Im Innern der Wallfahrtskirche finden wir die Ketten, die der Kirche in Zell am Harmersbach den Namen gaben. Foto: Von H. Zell und Von Pierre Poschadel Eigenes Werk, CC BY-SA

G’schichtle 95: Wie Maria zu den Ketten kam

Zugegeben, schon allein der Name „Maria zu den Ketten“ macht auf diese Wallfahrtskirche neugierig. Und wer im Internet nachschaut, der erfährt, dass die in Zell am Harmersbach stehende Wallfahrtskirche ein Ort mit Tradition, mit Legenden und Wundern. Ein Ort des Glaubens, des Verstehens und der Besinnung. Sie ist die größte Marienwallfahrtskirche in Baden und ihr Name ist unter allen marianischen Wallfahrtsorten einmalig.

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Einer der ältesten Wallfahrtsorte im Schwarzwald

Nicht nur das: Dieser Wallfahrtsort dürfte auch einer der ältesten im gesamten Schwarzwald sein, geht er doch der Legende nach bis ins 6. bzw. 7. Jahrhundert. Der irische Glaubensbote St. Gallus soll es gewesen sein, der hier am Harmersbach eine Zeit lang gelebt und eine Zelle errichtet haben soll.

Für seine persönlichen Gebetszeiten stellte Gallus ein Marienbild mit einem Rosenstrauch auf, das schön bald unter dem Namen „Maria zur Rose“ in der Region Bekanntheit erlangte und zu einem beliebten Ziel der Gläubigen wurde. Schon bald wurde unter dem Namen „Maria rosenrot Holzkapelle errichtet, ein Vorläufer der heutigen Wallfahrtskirche.

Aber wie wurde aus dem Namen „Maria rosenrot“ „Maria zu den Ketten?“ Nun, das war so: Während der Kreuzzüge kam ein junger Schmiedegeselle aus Schuttern in die Gefangenschaft der Türken. Seine letzte Hoffnung: die Zeller Maria in seiner Heimat, die er so sehr verehrte. Verzweifelt flehte er sie in seinem maurischen Kerker um Hilfe an und versprach ihr seine Ketten zu bringen.

Als die Ketten fielen

Und siehe da: Der Überlieferung zufolge fielen ihm die Ketten von den Händen und den Füßen. Nicht nur das: Ein weißes Pferd stand bereit, das den jungen Schmied die Ketten im Gepäck zurück in die Heimat brachte. Zu Hause hielt er junge Mann aus dem Schwarzwald sein Versprechen.  Seitdem trägt die Wallfahrtskirche den Namen „Maria zu den Ketten.“

Besuchen Sie doch einfach „Maria zu den Ketten“ in Zell am Harmersbach.  Sie werden die Ketten sehen. Zwei Engel rechts und links des Altars halten sie in den Händen. Die historischen Eisenketten hängen am Chorbogen, ein Deckenfresko illustriert die Legende.

Von den mehr als 20 Wallfahrtskirchen in der Ferienregion Schwarzwald ist Maria zu den Ketten eine der größten: 600 Menschen fasst das Kirchenschiff, weitere 200 finden auf der Orgelbühne Platz. Aus einem kleinen Holzkirchlein aus dem 9. Jahrhundert wurde im Laufe von 1000 Jahren eine stattliche Kirche, zu der immer mehr Menschen pilgerten.

Das ist auch heute noch so.  Allein am Festtag Maria Himmelfahrt am 15. August wallfahren mehr als 3500 Menschen nach Zell, verehren das Gnadenbild der Maria mit Jesuskind.

Kapuziner betreuen Wallfahrt

Betreut wird die Wallfahrt von den Kapuzinern. Ihr Kloster in legt direkt an der Wallfahrtskirche „Maria zu den Ketten“. Die Brüder sind hier seit 1918) im Dienst der Seelsorge an den Wallfahrern tätig und unterstützen den Pfarrer in Zell a. H. in der Arbeit in den fünf umliegenden Gemeinden.

Dem Kloster angegliedert ist das Haus der Begegnung "St. Fidelis". Von Exerzitien, über Malkurse bis zur Achtsamkeitslehre werden hier Kurse angeboten.

Weiter Infos über die Kirche und die Kapuziner finden Sie unter maria-zu-den-ketten.de.

Neben der Wallfahrtskirche gibt es eine ganze Reihe von Gründen mehr, das schmucke Städtchen Zell am Harmersbach mit seinen vielen Sehenswürdigkeiten aufzusuchen. Mehr Infos finden unter www.zell.de.

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