G’schichtle 9: Vom Kutscher, der im See versank

Ein idyllisches und sagenumwobenes Fleckchen: der Blindensee, ein Hochmoor bei Schönwald. Ein idyllisches und sagenumwobenes Fleckchen: der Blindensee, ein Hochmoor bei Schönwald. Foto: Michael Kienzler

G’schichtle 9: Vom Kutscher, der im See versank

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„Still ruht der See“ heißt es oft so schön. Beim Blindensee stimmt’s wirklich. Wenn Nebelschwaden über den bei Schönwald im Schwarzwald gelegenen sagenumwobenen See ziehen oder die Nacht hereinbricht, wird es dort auch ein bisschen unheimlich. Und ein bisschen schwierig, um in dem Hochmoor auf dem rechten Weg zu bleiben.
Besonders dann, wenn man wie der ein Ochsengespann lenkende, gut mit Schwarzwälder Kirschwasser gefüllte Bauer auf seinem Kutschbock ein Nickerchen macht, während seines seligen Traumes gar noch am falschen Zügel zieht und so sein Gespann in den See lenkt, wo sie allesamt im Morast des Moors versinken.
Passiert ist den Ochsen und dem Bauer zum Glück nichts. Nach vier Tagen wurden sie im 60 Kilometer Luftlinie entfernten Kehl am Rhein samt Wagen auf wundersame Weise irgendwie wieder ans Tageslicht befördert. Sie glauben die Geschichte nicht? Sollten Sie aber. Es hat den Bauer samt seinem Gespann bei Kehl nämlich jemand gesehen. . .
Das weithin bekannte Naturschutzgebiet, das nur über Stege begangen werden kann, ist übrigens ein fantastisches Wanderziel. Eine Wanderung führt vom Rathaus in Schönwald bergan in Richtung Zinswald und Weißenbacher Höhe, dort auf dem Westweg bis zur Wilhelmshöhe (Einkehrmöglichkeit). Dann geht es nach Schonach hinunter, über Grund, die Langenwaldschanze und das Kulturdenkmal Reinertonishof (Einkehrmöglichkeit) wieder zurück nach Schönwald. Streckenlänge: rund 16 Kilometer.

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