G’schichtle 85: Freiburg hat frechsten Ochs‘ der Welt

Der freche Ochs‘ hat es sogar auf die Sonderbriefmarke der Briefmarkenedition gebracht, die der Münsterbauvereins seit 2010 jährlich an Weihnachten herausbringt Der freche Ochs‘ hat es sogar auf die Sonderbriefmarke der Briefmarkenedition gebracht, die der Münsterbauvereins seit 2010 jährlich an Weihnachten herausbringt

G’schichtle 85: Freiburg hat frechsten Ochs‘ der Welt

Sie werden wohl keine Führung durch das Freiburger Münster erleben, die nicht die herrlichen Fenster der Kirche ansteuert, wobei eines dann doch ganz besonders in den Blick, weil es einen Vorgang zeigt, über den man so richtig schmunzeln kann.

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Das Objekt unserer Betrachtung, ein buntes Glasfenster aus dem Jahre 1320, finden wir hoch oben in der Nordwand der Kirche, das Schmiedefenster. Es ist nach der Zunft der Schmiede benannt. Das Freiburger Münster ist nämlich eine Bürgerkirche, von den Freiburgern und ihren Zünften bezahlt und gestiftet, das Schmiedefenster also von den Schmieden.

Auf den ersten Blick scheint sich das Glasbild von Christi Geburt nicht von den zahllosen Bildern zu unterscheiden, mit denen wir in diesen Weihnachtstagen überschwemmt werden: Wir finden die Krippe mit Ochs und Esel, die Gottesmutter Maria halb liegend davor, das Christkind in einer Windel dazwischen und den heiligen Josef als kleine Randfigur.

Doch schauen Sie mal genauer hinm was da passiert. Sehen Sie was der Ochse macht? Das hungrige Tierchen knabbert doch tatsächlich an der Windel des Christkinds. Erschrocken zieht Maria ihr Kind vom Ochsen weg, während es für das Tier von Josef einen leichten Hieb mit dem Stock gibt. Jetzt ziert die Szene sogar die diesjährige Sonderbriefmarke, die der Münsterbauverein Jahr für Jahr zu Weihnachten herausgibt.

Die Kirche ´der Schwarzwaldmetropole besitzt noch viele Fenster aus der Entstehungszeit des Münsters (um 1200 bis Mitte des 16. Jahrhunderts). Schauen Sie sie an. Es lohnt sich.

Berühmt sind vor allem die zahlreichen von den Handwerkszünften um 1330 gestifteten Fenster, die an ihren charakteristischen Symbolen, wie Brezel (Bäcker), Stiefel (Schuhmacher), Mühlrad (Müller) und Schere (Schneider) zu erkennen sind. Außerdem finanzierten Schwarzwälder Bergleute, die Universität, das habsburgische Kaiserhaus und wohlhabende Freiburger Familien die prachtvollen und kostspieligen Verglasungen.

Mit diesen frommen Stiftungen wollten diese nicht nur das Münster verschönern, sondern sie hofften auch, das eigene Seelenheil und das ihrer Angehörigen auf Dauer zu retten.

Die Fenster hatten darüber hinaus auch einen weiteren ganz wichtigen Sinn. Die Glasbilder mit den vielfältigen Darstellungen aus der Bibel und dem Leben der Heiligen vermittelten den mittelalterlichen Menschen, die größtenteils nicht lesen konnten, auf anschauliche Weise den christlichen Glauben.

Die Fenster sind ein Highlight im Freiburger Münster, der Kirche mit dem „schönsten Turm auf Erden“. Nicht von ungefähr ist dieses Gotteshaus einer der Top-Sehenswürdigkeiten im Schwarzwald.

 

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