G’schichtle 82: Liebe über den Tod hinaus

G’schichtle 82: Liebe über den Tod hinausFoto: FWTM

G’schichtle 82: Liebe über den Tod hinaus

Was, wir sollen auf den Friedhof? Ja, gehen Sie hin, wenn Sie in Freiburg sind! Auf den Alten Friedhof in Herdern wohlgemerkt. Dieser Friedhof, auf dem bis 1872 fast über 200 Jahre Freiburger Bürgerinnen und Bürger beigesetzt wurden, ist heute ein wirklich sehenswertes Natur- und Kulturdenkmal. Touristen und Einheimische gleichermaßen zu einem Spaziergang durch die Vergangenheit lockt.

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Die meisten lenken ihre Schritte ziemlich rasch zur östlichen Mauer. Wenn Sie dies auch tun, wird Ihnen sehr schnell ein Grabmal ins Auge fallen, das mittlerweile zu den Freiburger Sehenswürdigkeiten gehört und mit Sicherheit eines der schönsten und berühmtesten Grabmale der Breisgaumetropole ist.

Es handelt sich um ein schlafendes junges Mädchen aus Stein, das auf einer faltenreichen Steindecke auf einem steinernen Ruhebett liegt und das bis heute ein ungelöstes Geheimnis umgibt.

Um wen es sich bei dem Mädchen handelt, ist sehr wohl bekannt. Es heißt Caroline Walter (1850 – 1867), lebte in Opfingen und starb mit nur 16 Jahren an Tuberkulose. In den Händen hält sie ein aufgeschlagenes Buch. Es scheint, als ob es beim Lesen für immer sanft eingeschlummert sei. Das Buch trägt die Aufschrift: „Es ist bestimmt in Gottes Rath, dass man vom Liebsten was man hat, muss scheiden.“ Auf einer Tafel steht darüber der Hinweis, dass ihr dieses Denkmal von ihrer einzigen Schwester, Selma Schleip, geb. Walter, errichtet wurde.

In Freiburg erzählt man sich, dass das Grab seit dem Tode des jungen Mädchens noch keinen Tag ohne frische Blumen gewesen sei. Anfänglich soll es der Geliebte des Mädchens gewesen sein, der deren Tod nicht verwinden konnte, weshalb er ihr täglich frische Blumen an ihr Grab gebracht habe, wobei gemunkelt wir, dass es sich bei dem Geliebten  um ihren Hauslehrer gehandelt haben könnte.

Wie dem auch sei: Mit Sicherheit weilt auch der nicht mehr unter den Lebenden. Was geblieben ist, sind die täglich frischen wunderschönen Blumen, die die letzte Ruhestätte des Mädchens zieren. Wer diese Tradition bis heute fortsetzt, ist ein ungelöstes Geheimnis. Klar, es liegt nahe, dass es Friedhofsbesucher sind, die regelmäßig Carolines Grab schmücken. Aber wer weiß, vielleicht ist Liebe doch unsterblich . . .

 

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