G’schichtle 80: Die grausamste Markgräfin Hohenbadens

Ein beeindruckender Bau: die Burg Hohenbaden, von vielen das „Alte Schloss“ genannt. Ein beeindruckender Bau: die Burg Hohenbaden, von vielen das „Alte Schloss“ genannt. Foto: Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Günther Bayerl

G’schichtle 80: Die grausamste Markgräfin Hohenbadens

Im Herbst lohnt sich der Ausflug zu vielen Monumenten ganz besonders: Die Stimmung verändert sich, wenn die Tage dunkler werden und an manchen Tagen der Nebel die alten Mauern umweht. Auch wenn die Burgen, Schlösser und Klöster heute alle komfortabel erschlossen sind für Gäste aus dem 21. Jahrhundert – in vielen haben sich doch Legenden erhalten.

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Ein Beispiel: die Sage von der „Grauen Frau“. Sie ist die berühmteste der unheimlichen Geschichten um das Alte Schloss Hohenbaden oberhalb von Baden-Baden. Sie erzählt, dass hier vor langer Zeit eine hartherzige Markgräfin lebte, die ihre Untertanen unterdrückte. Wer dagegen murrte oder den Gehorsam verweigerte, wurde in die feuchten Verließe der Burg geworfen.

Eines Abends soll die Markgräfin ihren kleinen Sohn auf den Turm der Burg getragen haben, um ihm das Land zu Füßen der fürstlichen Wohnung zu zeigen. Dabei soll sie, der Legende nach, gerufen haben: „Blicke hinaus und zähle Dörfer, Flecken und Höfe! Soweit deine Augen reichen, sind Mann und Weib dir untertan. Zwinge sie unter deine Knute und erlasse ihnen keinen Frondienst, auf dass Du wohl lebest auf Erden!“

Tiefer Sturz vom hohen Turm

Während dieser düsteren Aufforderung soll die Herrscherin das Kind über die hohe Brüstung gehalten haben. In einem unaufmerksamen Moment sei ihr der Knabe entglitten und in die Tiefe gestürzt. Und obwohl alle Diener und Mägde den Wald unterhalb des Turms absuchen mussten, soll das Kind nie mehr gefunden worden sein. Seither, so die Geschichte, spukt die Markgräfin, gehüllt in einen grauen Mantel durch die Mauern ihres Schlosses Hohenbaden und ruft nach ihrem Kind.

Beliebtes Ausflugsziel im Schwarzwald

Die eindrucksvolle Ruine der Burg Hohenbaden – heute wird sie auch das „Alte Schloss“ genannt – thront von Wald umgeben oberhalb von Baden-Baden am westlichen Rand des Battertfelsens. Im 14. Jahrhundert wurde die heutige Oberburg um einen zweiten Burgteil, die Unterburg, erweitert. Nun hatten die Markgrafen von Baden eine mächtige Residenz.

Schon im 19. Jahrhundert beflügelten die mächtigen Ruinen mit der üppigen Natur rundherum die Fantasie von Dichtern und Malern. Seit den 1820er-Jahren wurde die Anlage gesichert und touristisch erschlossen. Die Mitglieder des Hauses Baden kamen gerne hierher. Aber auch die Einwohner und Gäste der weltberühmten Kurstadt Baden-Baden schätzten die Burg als Ausflugsziel – und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Allerdings: Derzeit ist die ansonsten tagsüber bei freiem Eintritt frei zugängliche Einrichtung wegen der coronabedingten Auflagen bis mindestens Ende November 2020 geschlossen.

Weitere Infos unter www.schloesser-und-gaerten.de

 

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