G’schichtle 74: Freudenstadt und der größte Marktplatz Deutschlands

Blick auf den Marktplatz mit seinen Fontänen und der Stadtkirche. Blick auf den Marktplatz mit seinen Fontänen und der Stadtkirche. Foto: Heiko

G’schichtle 74: Freudenstadt und der größte Marktplatz Deutschlands

Er ist der Größte. Nicht nur im Schwarzwald, sondern sogar in ganz Deutschland. Und er ist eine richtige Attraktion, das Wahrzeichen der Stadt. Die Rede ist vom Marktplatz des schmucken Schwarzwaldstädtchens Freudenstadt.

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Stolze 219 x 216 Meter ist der Platz groß und steckt damit alle anderen Marktplätze Deutschlands in die Tasche. Der „Rekord-Platz“ ist in drei Teile untergegliedert: den Oberer Marktplatz, den Unterer Marktplatz und den Postplatz. Auf dem Oberen Marktplatz finden die unterschiedlichsten Märkte statt. Die angrenzenden Gebäude rund um den Marktplatz weisen Arkaden auf. Ursprünglich waren die Ecken mit Winkelhaken-Gebäuden versehen. Heute gibt es noch zwei davon, die sehenswerte Stadtkirche und den Schickhardtbau, in dem die Polizei untergebracht ist.

Beliebtes Ausflugsziel bei Schwarzwald-Urlaubern

Zur 400-jährigen Jubiläum der Stadt wurde 1999 der Untere Marktplatz neu gestaltet. Er ist heute mit seinen 50 spektakulären Wasserfontänen, den großzügigen Wiesenflächen und einem Spielplatz das Herzstück der Stadt. Um den ganzen Marktplatz säumen sich Restaurants, Cafés und über 200 Einzelhandelsgeschäfte, die die Besucher zu einem Einkaufsbummel unter den berühmten, im Stil der Spätrenaissance entworfenen Arkaden einladen. All das sorgt in Freudenstadt für ein ganz besonderes Shopping- und Flaniererlebnis. Nicht von ungefähr ist er auch ein sehr beliebtes Ausflugsziel vieler Schwarzwald-Urlauber.

Residenzstadt im Schwarzwald

Stellt sich natürlich die Frage, wie das heute knapp24.000 Einwohner zählende Schwarzwaldstädtchen zu einem so großen Marktplatz kam. Nun, das hat sie Herzog Friedrich I. von Württemberg zu verdanken. Der hatte 1599 die Idee inmitten des Schwarzwalds eine neue Residenzstadt zu gründen, um diesen dünnbesiedelten Teil seines Herrschaftsgebiets aufzuwerten.

Er beauftragte seinen Baumeister Heinrich Schickhardt Freudenstadt als Planstadt zu entwerfen. Dieser orientierte sich beim Grundriss an einem Mühlebrettspiel, in dessen Zentrum ein mächtiges Residenzschloss entstehen sollte. Dies macht denn auch deutlich, warum der Platz einst so groß angelegt wurde.
 
Am 2. Mai 1601 gab Herzog Friedrich nach der Grundsteinlegung der Stadtkirche der Stadt ihren Namen „Freudenstadt“. Die Stadt war für 3.500 Einwohner geplant und sollte nach den Vorstellungen des Herzogs im Zentrum eines großen württembergischen Reiches liegen, das bis Montbéliard reichen sollte. Die nahe Belfort gelegene französische Stadt gehörte unter dem Namen „Mömpelgard 400 Jahre zum weltlich-historischen Territorium Württembergs.
 
Als Herzog Friedrich I. von Württemberg 1608 stirbt, wurden nicht nur er, sondern mit ihm auch seine große Staatsidee und der Traum der bedeutenden Residenzstadt zu Grabe getragen. Was bleibt ist der größte Marktplatz Deutschlands. Und das ist doch was! Oder?

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