G’schichtle 52 / Die Legende vom heiligen Landelin

Hochverehrt: das Büstenreliquiar des hl. Landelin in Ettenheimmünster. Beim jährlichen Landelinsfest wird des in der Reiterprozession mitgeführt.Hochverehrt: das Büstenreliquiar des hl. Landelin in Ettenheimmünster. Beim jährlichen Landelinsfest wird des in der Reiterprozession mitgeführt.

G’schichtle 52 / Die Legende vom heiligen Landelin

Die Kirche St. Landelin in Ettenheimmünster ist bis heute ein beliebter Wallfahrtsort. Auch viele Schwarzwaldurlauberkommen dort gerne vorbei. Besonders an dem Tag, wenn die dortige Gemeinde Jahr für Jahr den Heiligen feiert, dessen Namen ihre Kirche trägt.

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Dass Landelin hier so verehrt wird, kommt nicht von ungefähr, denn hier – in der Umgebung des heutigen Ettenheimmünster – lebte um 640 der ursprünglich aus Irland stammende Heilige als Einsiedler. Er war der erste Glaubensbote, der in dieser Region wirkte.

Sein Ende war schrecklich. Fälschlicherweise als Wilddieb verdächtigt, hetzte ein Jäger eines benachbarten Burgherrn die Hunde auf ihn. Doch die Tiere griffen Landelin nicht an. Für den Jäger ein nicht zu fassender Vorgang. Er hielt Landelin für einen Zauberer und schlug ihm kurzerhand den Kopf ab.

Kurz darauf entdeckten Frauen den Leichnams Landelins, betteten ihn auf eine Trage, um ihm zum Friedhof zu bringen. Als eine der Frauen, die blind war, sich mit ihren mit dem Blut Landelins beschmierten Händen über die Augen strich, konnte sie wieder sehen. Doch das war des Außergewöhnlichen nicht genug. Kurz darauf wollten die Frauen den Leichnam nach einer Rast wieder hochheben. Vergeblich! Er war plötzlich zu schwer. Für die Gruppe ein Zeichen dafür, dass Landelin an dieser Stelle begraben werden wollte. So geschah es auch. Heute steht dort die Pfarrkirche von Münchweier.

An der Stelle, an der Landelin ums Leben kam und sein Blut in den Boden eindrang, entsprangen fünf Quellen. Zwei an den dessen Händen, zwei an den Füßen und eine am Kopf des am Boden liegenden Leichnams. Schon bald wurde die Stelle zum Wallfahrtsort.

Die erste Kirche wurde um 720 errichtet. Die heutige Wallfahrtskirche entstand in den Jahren 1687 bis 1699. In dem Gotteshaus wird bis heute ein silbernes Büstenreliquiar des Heiligen von 1506 verehrt. Beim jährlichen Patrozinium wird es in einer Reiterprozession mitgeführt.

Im Brunnenhaus neben der Wallfahrtskirche von Ettenheimmünster sprudelt ü bis heute aus vier Brunnenröhren der wundertätige Landelinusbrunnen. Und bis heute pilgern viele Menschen zu dem Brunnen, dessen Wasser gegen Fieber und bei Augenleiden helfen soll. Die fünfte Schüttung entwässert übrigens gegenüber in den Rossbrunnen.

 

 

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